Gute Gründe, zum Kinderarzt zu gehen

Die schönsten Notfälle aus der MOM-Redaktion – denn Magen-Darm kann ja schließlich jeder!

Der aufgetauchte Regenwurm

Nach einer Woche Urlaub kamen wir spätabends nach Hause, der 4-Jährige rannte zuerst aufs Klo. Nach ein paar Minuten sein Schrei: "Mama, ich glaube, da ist was aus meinem Po gekommen, da liegt ein Wurm im Klo!" Er hatte recht, und der Wurm war riesig! Ich rief meinen Mann: "Das Kind hat einen Bandwurm ausgekackt, du musst den rausholen, wir müssen damit morgen zum Arzt!" In einer Tüte konservierten wir den Wurm und gaben am nächsten Tag beim Arzt alle miteinander Stuhlproben ab. Dann der Anruf aus der Praxis: "Der Bandwurm war ein Regenwurm. Herzlichen Glückwunsch, damit sind Sie schon jetzt zu unserer Geschichte des Jahres geworden." Es war Anfang Januar ... Das Internet klärte uns dann auf: In Erdgeschoss-Toiletten in Altbauten kann es nach ein paar Tagen Nichtspülen tatsächlich mal vorkommen, dass ein Regenwurm aus dem Abflussrohr in der Toilette auftaucht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Anne mit Sohn 1

Die geschmeidige Knete

Andere Kinder stecken sich Erbsen oder Perlen in Körperöffnungen, bei meinem Sohn musste es schon die sogenannte "Intelligente Knete" sein. Die hat die großartige Eigenschaft, bei Wärme schön flüssig zu werden – in diesem Fall in seinem Ohr. Die Ärztin in der Notaufnahme fand das überhaupt nicht witzig. Auch dass es die magnetische Deluxe-Version der Knete war, nützte nichts. Die Knete blieb kein bisschen am ärztlichen Instrument haften. Die Ärztin kratzte, spachtelte und entfernte eine halbe Stunde am Ohr des 3-Jährigen herum. Dabei fluchte sie die ganze Zeit leise vor sich hin.

Anne mit Sohn 2

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Der anhängliche Abfluss

Verträumt folgte meine 3-jährige Tochter dem Strudel des ablaufenden Badewassers mit ihrem kleinen Zeigefinger. Bis in den Abfluss – und zack, steckte ihr Finger fest. Ich zog, ich ruckelte, ich ölte, ich cremte, nichts zu machen. Also schraubte mein Mann den Abfluss ab, wir zogen der Kleinen ein riesiges T-Shirt an, dass über die Hand mit dem Abfluss dran passte, und brachten sie, es war Abend, in die Notfallpraxis. Die Ärztin sagte: "Dafür haben wir kein geeignetes Instrument." Und rief die Feuerwehr. Die kam mit einem Löschzug und einem Notarztwagen zur Praxis. Das war der Moment, in dem unsere Tochter die Aufmerksamkeit, die ihr zuteilwurde, zu genießen begann. Die Feuerwehr inspizierte die Hand und sagte: "Dafür ist unser Werkzeug zu groß, da schneiden wir ja den Finger mit ab." Und fuhr meinen Mann, mich und das Kind mit dem Abfluss dran zum Krankenhaus in die Notaufnahme. Inzwischen war der Finger schon ziemlich blau. Die diensthabende Ärztin bereitete erst mal eine Schüssel mit Desinfektionslösung vor und legte die ganze Hand unserer Tochter mit dem Fremdkörper hinein. Dabei musste sie nachgedacht haben, denn sie sagte: "Ich rufe unseren Hausmeister an." Der nahm uns mit in seine Werkstatt im Klinik-Keller. Hier war nichts steril, dicke Rohre verliefen an den Wänden. Der gute Mann nahm eine Zange oder Schere oder was weiß ich und schnippelte das Metall vom Kinderfinger. Hinterher erzählte er uns noch, dass er das nicht zum ersten Mal gemacht habe.

Franzi, 2 Kinder

Der tückische Rosé

Der Küchentisch war gedeckt, es war ein heißer Sommerabend. In den Gläsern der Kinder war hellrosa Rhabarberschorle, in den Gläsern von meinem Mann und mir hellrosa Rosé. Ich machte noch was am Herd, mit dem Rücken zum Tisch. Unsere 7-Jährige schwang sich auf ihren Stuhl und kippte durstig ein Getränk in sich rein, in einem Zug. Als sie das Glas absetzte, rief ihre große Schwester: "Alter, das war Wein!" In der Tat. Mir wurde ganz schlecht vor Schreck, ich dachte an Alkoholvergiftung und Magenauspumpen. Unsere Nachbarin über uns ist Ärztin, zu der schickte ich meinen Mann mit Kind und Wein und Glas. Ich schämte mich zu sehr, um selbst zu gehen. Sie sagte: "Ach, lasst sie einfach ganz viel Wasser trinken und nachts nicht allein schlafen." Unsere Tochter ratzte dann zwölf Stunden und hatte am nächsten Morgen nicht mal einen Kater.

Steffi, 2 Töchter

Endlich Ohrlöcher!

Größter Wunsch zum 11. Geburtstag: Ohrlöcher! Acht Wochen lang geht alles gut, beide Ohrläppchen sind gut verheilt. Dann steht meine Tochter nachts vor mir und sagt: "Mein Ohrring ist weg." Ich: "Den suchen wir morgen". Sie: "Aber er ist IN meinem Ohr weg!" Tatsächlich: Das Ohrläppchen ist so geschwollen, dass der kleine Stecker nicht mal mehr sicht- und erst recht nicht greifbar ist. Auch nicht für die Kinderärztin am nächsten Morgen. Die schickt uns in die Notaufnahme der Kinderklinik, wo das Ding rausgeschnitten werden muss. Größter Wunsch zum 12. Geburtstag: neue Ohrlöcher!

Angela, 3 Kinder

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BRIGITTE MOM 01/2020

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