Hilfe bei Verschlucken: Diese Technik sollten Eltern kennen

Der Albtraum aller Eltern: Das Kind verschluckt sich und kann nicht mehr atmen. Ein Video zeigt, wie ihr in diesem Fall schnell helfen und Leben retten könnt.

Wir sind ja keine Freunde des Panikmachens. Aber Verschlucken ist wirklich eine ernsthafte Gefahr für Kinder (und Erwachsene), die man nicht unterschätzen sollte.

Leider haben auch wir in der MOM-Redaktion das schon mehrfach erfahren müssen. Zum Glück ging es immer gut aus - was daran lag, dass wir die nötigen Erste-Hilfe-Maßnahmen drauf hatten.

Münze verschluckt - Busfahrerin wendet sofort das Heimlich-Manöver an

Dieser Vorfall ist in einem amerikanischen Schulbus passiert. Ein Junge fängt plötzlich an zu husten und wird rot im Gesicht. Die Busfahrerin Ginger Maxville merkt gleich, dass etwas nicht stimmt und fragt die anderen, was los ist. Seine Schwester hat es zum Glück beobachtet und sagt, dass er eine Münze verschluckt hat.

Die Frau zögert nicht und wendet sofort das so genannte Heimlich-Manöver an. Bei dieser Erste-Hilfe-Maßnahme drückt man von hinten Demjenigen, der sich verschluckt hat, mehrfach kräftig auf den Oberbauch. Dadurch wird ein Überdruck erzeugt, der den Fremdkörper aus den Atemwegen befördern soll.

Und dass es klappt, ist im Film gut zu sehen. Schnell ist die Münze wieder draußen, das Kind kann wieder atmen. Und auch Maxville ist erleichtert. "Du hast mich zu Tode erschreckt", sagt sie zu dem Jungen und beide atmen erstmal durch.

Erste-Hilfe-Kurs vor 17 Jahren

Tatsächlich hatte der Junge Glück, dass die Frau sich die Technik so gut gemerkt hat - den letzten Erste-Hilfe-Kurs hat sie vor 17 Jahren gemacht.

"Ich war total überrumpelt davon, dass das passiert ist und dachte nur: Na, hoffentlich habe ich damals im Training richtig aufgepasst! Doch es hat sich ausgezahlt", sagt Ginger Maxville zu der Seite ktul.com.

Doch nicht alle haben so ein gutes Gedächtnis. Es lohnt sich daher immer, die Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig in einem Kurs aufzufrischen. Angebote gibt es zum Beispiel beim Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund oder den Johannitern.

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verschlucken / drohendem Ersticken:

Wenn ein Gegenstand oder Nahrung die Atemwege blockiert, solltet ihr sofort und schnell handeln. Jede Sekunde zählt in diesem Fall.

1. Versuchen, durch Klopfen auf den Rücken den Gegenstand zu lösen. Dabei solltet ihr mit der Handfläche kräftig zwischen die Schulterblätter schlagen und zwar von unten nach oben. Das Kind muss sich dabei leicht nach oben beugen oder bei kleinen Kindern auf den Schoß mit dem Kopf nach unten legen.

2. Wenn das nichts bringt, versucht es mit dem Heimlich-Manöver: Dafür das Kind von hinten umarmen, die Faust auf den Oberbauch legen und mehrfach kräftig drücken.

3. Wenn das immer noch nicht geholfen hat, sofort den Notarzt anrufen und mit dem Wiederbeleben beginnen.

Wichtig: Viele haben den Impuls, dem Kind den Finger in den Hals zu stecken, um es zum Erbrechen zu bringen. Das ist aber falsch, denn blockiert ist ja die Luftröhre, nicht die Speiseröhre.

Auch wenn der Gegenstand entfernt wurde, sollte das Kind danach zur Kontrolle zum Arzt, um zu prüfen, ob noch Reste in der Lunge sind oder ob durch das Heimlich-Manöver Verletzungen im Bauchraum entstanden sind.

Der Arm-Griff für Babys und Kleinkinder

Babys und Kleinkinder mit Fremdkörpern in der Luftröhre helft ihr am besten, wenn ihr sie mit dem Gesicht nach unten auf euren Unterarm stützt (dabei den Kopf mit der Hand gut abstützen!)

Dann klopft mit der anderen Hand fünfmal hintereinander zwischen die Schulterblätter des Babys (fest, aber nicht zu fest - ihr möchtet keine Rippen dabei brechen). Wenn das Baby dann immer noch nicht atmet, dreht das Kind auf den Rücken und drückt mit zwei Fingern fünfmal hintereinander in die Mitte des Brustkorbs - dieses Mal ruhig etwas fester. Diesen Ablauf wiederholen bis das Kind atmet, oder der verständigte Krankenwagen eintrifft.

Den Fremdkörper solltet ihr nur dann aus dem Hals herausziehen, wenn ihr ihn problemlos erreicht - ansonsten schiebt ihr die Blockade noch tiefer in die Luftröhre. Daher: Lieber Finger weg!

Nicht zögern!

Die Berichte von Notärzte zeigen: Viele Unfälle enden deshalb tragisch, weil die Angehörigen oder Passanten zu lange gezögert haben, selbst Erste Hilfe zu leisten. Also bucht doch am besten gleich mal einen Kurs und frischt eure Kenntnisse auf.

Infos zur Ersten Hilfe bei Ersticken und zu den Wiederbelebungsmaßnahmen findet ihr auch auf www.drk.de.

miro
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