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"Überstunden sind doof" So fühlen sich Kinder, wenn die Eltern viel arbeiten

Home Office mit Kindern: Tochter auf Schoß der Mutter
© epixproductions / Shutterstock
Ob im Homeoffice oder im Büro. Wie ist es, wenn Mama und Papa viel beschäftigt sind?. Höchste Zeit, dass die reden, die es angeht: Was sagen Kinder und Jugendliche selbst dazu, wenn Vater und Mutter viel arbeiten?

Mimi, 9 Jahre

"Ich bin nach der Schule oft im Hort, da kann ich tolle Kurse machen wie Songcoaching oder Modern Dance, danach bin ich auch nie alleine. Omi, Opi oder unsere Babysitterin, es ist immer jemand da. Ich habe für jeden Tag einen festen Plan und weiß genau, wer kommt. Nervig ist nur, wenn meine Freundinnen öfter früh aus der Schule abgeholt werden, dann habe ich manchmal keinen mehr zum Spielen da."

Siri, 11 Jahre

"Überstunden sind doof. Dann ist Papa erst da, wenn ich schlafe."

Bela, 15 Jahre

"Weil meine Eltern erst abends nach Hause kommen, telefoniere ich jeden Tag mit Mama, während ich von der Schule nach Hause gehe. Das ist unser Ritual."

Flo, 11 Jahre

"Wenn meine Mutter zu Hause mit mir lernt, weil ich wegen Corona nicht jeden Tag in der Schule bin, ist sie oft gestresst, da sie ja selbst arbeiten muss. Am meisten hasse ich es, wenn sie dann so angespannt sagt: Schätzchen, das ist doch ganz einfach!"

Lilo, 11 Jahre

"Wenn die anderen Kinder in der Kita weg waren, durfte ich immer besondere Sachen mit der Spätdienst-Erzieherin machen. Am schönsten war es mit Saskia, wir haben zusammen Disco gespielt. Erzieherinnen sind toll!"

Paula, 12 Jahre

"Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ich habe jede Woche darauf gewartet, dass die Schule wieder aufmacht. Es hat mir gefallen, dass ich während der Corona-Komplett-Schulschließung länger schlafen konnte, aber dann wurde es oft stressig. Bei uns haben alle zu Hause gearbeitet, meine Mutter, mein Vater, mein Bruder und ich. Es war zwar ganz schön, auch mal mitzukriegen, was meine Eltern arbeiten und ihre Kollegen bei Videokonferenzen zu sehen, aber vor allem sind wir uns auf die Nerven gegangen. Es gab nie so klare Zeiten, wann jemand arbeitet oder lernt oder frei hat, alles hat sich vermischt. Das war doof."

Niklas, 6 Jahre, als seine Mutter vor zwei Jahren mit der kleinen Schwester in Elternzeit war.

"Wann holst du mich endlich wieder als Letzten aus der Kita ab?"

Ella, 5 Jahre

"Ich find es blöd, dass Mami und Papi so viel arbeiten. Ich bin am liebsten im Urlaub. Da sind sie immer da."

Lilli, 17 Jahre

"In der Grundschule hatte ich eine Freundin, die mittags nach Hause gehen konnte, weil ihre Mutter nicht gearbeitet hat. Da war ich schon neidisch. Dafür stand sie zu Hause ständig unter Beobachtung und wurde nachmittags zu allen möglichen Musik- und Sportkursen gekarrt – und das hätte ich eh nicht gewollt. Aber vermutlich wäre ihrer Mutter sonst langweilig gewesen."

Lucie, 14 Jahre

"Ehrlich gesagt nervt es mich, wenn meine Mutter in normalen Zeiten Homeoffice macht, weil sie dann da ist, wenn ich mittags oder in einer Freistunde nach Hause komme. Ich finde es super, die Wohnung ganz für mich allein zu haben."

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