Kaiserschnitt: Diese Langzeitfolgen hat die Schnittentbindung

Ein Kaiserschnitt ist manchmal unabwendbar. Immer mehr Frauen entscheiden sich jedoch freiwillig für die Schnittentbindung. Dabei hat der operative Eingriff auch negative Langzeitfolgen, wie Forscher bestätigen.

Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff. Er kann einem Baby und / oder seiner Mutter das Leben retten, wenn Komplikationen während der Geburt zu erwarten sind (z.B. durch eine ungünstige Lage des Kindes) oder Mehrlinge anstehen. Schon im 6. Jahrhundert sah das Römische Recht einen Kaiserschnitt vor, wenn dadurch das Baby eine höhere Überlebenschance erhielt, wenn die Mutter im Sterben lag. Erst im 14. Jahrhundert kam es dann zum ersten Kaiserschnitt, der sowohl das Leben des Neugeborenen als auch der Mutter rettete.

Die Operation wurde im Laufe der Jahrhunderte dermaßen verfeinert, dass sie als sicher gilt für Mutter und Kind. So wurden im Jahr 2003 in Deutschland rund 175.000 Schnittgeburten durchgeführt, 2012 waren es schon rund 208.000 (also gut 30 Prozent aller Geburten), im Jahr 2016 etwa 30,5 Prozent aller Entbindungen.

30 Prozent Kaiserschnitt-Entbindungen

Grund dafür ist neben Risikoschwangerschaften auch die schnellere Entscheidung von Ärzten und werdenden Müttern für einen Kaiserschnitt. Oder eben ein Wunschkaiserschnitt – also kein medizinisch notwendiger –, wie etwa in zwei bis drei Prozent der Fall (also etwa 6.240 pro Jahr).

Die Vorteile von Kaiserschnitten lauten:

  • Schutz der Mutter vor Inkontinenz und Beckenbodenproblemen (z.B. Verletzungen der Beckenbodenmuskulatur)
  • Schutz des Babys vor Bindehautentzündungen durch Ansteckung im Geburtskanal
  • Planbarkeit des Geburtstermins (meist eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin, also vor dem Einsetzen natürlicher Wehen)
  • Entbindung ist durch Anästhesie (Teil- oder Vollnarkose) schmerzfrei
  • nehmen Müttern Angst vor der Geburt

Experten warnen vor Langzeitfolgen des Kaiserschnitts

Allerdings warnen Wissenschaftler immer wieder vor direkten Nebenwirkungen und den Langzeitfolgen von Kaiserschnitten:

  • erhöhte Gefahr von Infektionen oder Thrombosen
  • Bei nachfolgenden Schwangerschaften: erhöhtes Risiko von Fehl- oder Totgeburt
  • Komplikationen um die Plazenta, etwa Fehllage oder Haftungsstörungen
  • Kaiserschnitt-Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Asthma (bis zum zwölften Lebensjahr)
  • Kaiserschnitt-Kinder haben ein erhöhtes Risiko, starkes Übergewicht zu entwickeln (bis zum fünften Lebensjahr)

Experten weisen zwar darauf hin, dass die Ergebnisse bloß auf Beobachtungsstudien beruhen. Allerdings sollten Frauen es sich gründlich überlegen, für welche Geburtsmethode sie sich entscheiden.

Videotipp: Liebe Kaiserschnitt-Mamas, ihr seid etwas ganz Besonderes!

Kaiserschnitt
kao

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Langzeitfolgen vom Kaiserschnitt: Frauenbauch mit Kaiserschnitt-Narbe
Was sind die Langzeitfolgen eines Kaiserschnitts?

Ein Kaiserschnitt ist manchmal unabwendbar. Immer mehr Frauen entscheiden sich jedoch freiwillig für die Schnittentbindung. Dabei hat der operative Eingriff auch negative Langzeitfolgen, wie Forscher bestätigen.

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