KinderhochstĂŒhle im Test: Jeder zweite ist gefĂ€hrlich 😳

KinderhochstĂŒhle sind unverzichtbar. Aber oft auch gefĂ€hrlich, wie Stiftung Warentest herausfand. Diese drei StĂŒhle sind unbedenklich!

Die Stiftung Warentest hat 20 KinderhochstĂŒhle getestet: 12 mitwachsende TreppenhochstĂŒhle und 8 Hoch- und KlappstĂŒhle.

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Elf von 20 sind mangelhaft

Erschreckend: Elf der 20 getesteten StĂŒhle wurden mit "mangelhaft" bewertet. Sieben davon enthalten zu viele Schadstoffe, in den vier anderen sitzt das Kind unsicher. Nur drei Modelle aus dem Hochstuhl-Test wurden mit "gut" bewertet (siehe unten).

1. Problem: Schadstoffe in den Sitzpolstern

Wenn Kinder anfangen, im Hochstuhl zu sitzen, stecken sie alles in den Mund. Sie lutschen an den Polstern und verteilen das Essen auf dem Tischchen, bevor sie es essen. Daher legten die Tester die strengen Grenzwerte fĂŒr Kleinkindspielzeug an. 

  • In den Sitzpolstern von Herlag und Roba fanden die Tester "sehr hohe Mengen" an Formaldehyd. Es reizt Haut und SchleimhĂ€ute, kann Krebs und allergische Hautreaktionen auslösen.
  • Im Polster des Roba-Hochstuhls registrierten sie "sehr hohe Mengen" an Naphthalin – genau wie im Chicco, Fillikid, Pinolino und TecTake. Der Schadstoff kann vermutlich Krebs auslösen.
  • Das Polster von TecTake enthĂ€lt darĂŒber hinaus die Weichmacher DINP (Diisononylphthalat) und DEHP (Diethylhexylphthalat). Vor allem DEHP kann die Fruchtbarkeit beeintrĂ€chtigen und das Kind im Mutterleib schĂ€digen.
  • Im Sitzpolster des Peg PĂ©rego stellten wir hohe Mengen TDCPP fest – ein Flammschutzmittel, das vermutlich Krebs erzeugen kann.

Tipp: Wer einen stark mit Schadstoffen belasteten Hochstuhls besitzt, kann innerhalb der GewÀhrleistungsfrist seinen HÀndler auffordern, den Mangel zu beheben. Die Frist gilt zwei Jahre ab Lieferung.

Ansonsten rÀt Stiftung Warentest, belastete Sitzpolster möglichst zu entfernen.

2. Problem: Unsichere Konstruktionen

Nicht nur Substanzen bergen Risiken, sondern auch manche Stuhl-Konstruktionen. Im Geuther Tamino können Kinder beide Beine durch eine Öffnung stecken und durchrutschen. Bleiben sie mit dem Kopf hĂ€ngen, ist das lebensgefĂ€hrlich.

Hauck Alpha+ lĂ€sst so viel Platz zwischen BĂŒgel und Sitz, dass Kinder problemlos aus dem Sitz klettern und herunterfallen können. Der mitgelieferte Gurt wird nur mit einem Klettverschluss an der RĂŒckenlehne befestigt. Geschwister könnten ihn leicht lösen.

Fallen sie aus dem Stuhl, erleiden Kleinkinder oft besonders schwere Verletzungen: Aufgrund ihres im VerhĂ€ltnis zum Körper schweren Kopfes stĂŒrzen Kinder unter fĂŒnf Jahre meist kopfÂ­ĂŒber.


Das sind die 3 Testsieger!

  • Ergonomisch: Der Evomove Nomi ist sehr kindgerecht gestaltet fĂŒr Kinder ab fĂŒnf Monaten. FußstĂŒtzen lassen sich fĂŒr unterschiedliche Altersgruppen stufenlos einstellen. Einfach zu handhaben, leicht, aber teuer (350 Euro).
  • Klassiker: Der Tripp Trapp von Stokke ist ein teurer Hochstuhl (350 Euro), dafĂŒr aber sicher und frei von Schadstoffen. Sehr ergonomischer Sitz fĂŒr Kinder ab fĂŒnf Monaten. Diesen Stuhl können sogar SchĂŒler noch viele Jahre nutzen.
  • GĂŒnstig: Der Safety 1st Timba ist unser Preis-Leistungs-Sieger (85 Euro). Er eignet sich vor allem fĂŒr grĂ¶ĂŸere Kinder. Es wurden keine Schadstoffe gefunden, allerdings sollten Eltern unbedingt den Gurt anlegen. Sonst kann das Kind allein aussteigen.


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