Kita-Qualität: In diesen Bundesländern ist sie am schlechtesten

Wie gut eine Krippe ist, hängt stark davon ab, wie viele Erzieher es dort gibt. Eine neue Studie hat die Betreuungsschlüssel von Krippen in Deutschland verglichen.

Worum geht's hier?

Um die nicht ganz unwichtige Frage: Wie gut werden unsere Kinder in Kindertagestätten betreut? Nachdem in Deutschland lange über die mangelnde Anzahl an Kita-Plätzen – vor allem für unter Dreijährige – geredet wurde, rückt nun die Qualität in den Einrichtungen in den Fokus. Und die ist leider oft ziemlich mies.

Woran liegt das?

Das hat verschiedene Gründe. Eine Rolle spielt sicher, dass es in vielen Regionen einfach nicht genügend gut ausgebildeten Erziehern gibt. Außerdem fehlt es an Qualitätskontrollen und in Städten mit geringem Angebot haben schwarze Schafe grundsätzlich leichteres Spiel. Ausschlaggebend für die Qualität einer Kita ist aber auch, wie viele Erzieher für wie viele Kinder zur Verfügung stehen.

Ist dieser Personalschlüssel denn so unterschiedlich?

Ja, er variiert stark von Bundesland zu Bundesland, und oft auch von Landkreis zu Landkreis. Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung hat nun verglichen, wie das Krippenpersonal in den verschiedenen Regionen aufgestellt ist. Das Ergebnis zeigt: Die Unterschiede sind enorm!

Wo werden Krippenkinder denn am besten betreut?

Im Bundesländer-Vergleich liegen Baden-Württemberg, Bremen und Rheinland-Pfalz an der Spitze. Hier kümmert sich ein Erzieher um 3 bis 3,5 Krippenkinder. Das ist ein sehr guter Betreuungsschlüssel bei Kindern dieser Altersgruppe.

Und welche Bundesländer schneiden am schlechtesten ab?

Schlusslicht beim Betreuungsschlüssel ist Sachsen (6,5 Krippenkinder je Erzieher). Auch Brandenburg (6,1 Kinder) und Mecklenburg-Vorpommern (6 Kinder) stehen nicht viel besser da. In manchen Kreisen von Mecklenburg-Vorpommern gab es sogar Krippengruppen, in denen auf 14,3 Kinder nur eine Fachkraft kam.

14,3 Kinder! Wie will man da einem einjährigen Kind gerecht werden?

Genau, das ist eigentlich unmöglich. Grund für das Ost-West-Gefälle ist auch, dass im Osten Deutschlands einfach sehr viel mehr unter Dreijährige in Kitas betreut werden – nämlich 52 Prozent. Im Westen sind es nur 28 Prozent. In den Ost-Ländern besteht also auch ein deutlich höherer Bedarf an Krippenplätzen – der offenbar nicht gedeckt werden kann.

Also müssen mehr Erzieher her!

Genau das fordert auch die Bertelsmann Stiftung. Zwar sei die Kita-Qualität im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt besser geworden. Aber für einen kindgerechten Personalschlüssel müssten zusätzlich 107.200 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte rekrutiert werden, so die Forscher. Außerdem brauche es einheitliche Qualitätsstandards und einen Personalschlüssel, an den sich alle Bundesländer halten. Die Empfehlung der Stiftung: Maximal 3 Krippenkinder je 1 Erzieher.  

Videotipp:

Family Unplugged: Ist die Kinderkrippe wirklich für alle das Richtige?

miro
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