Anja von Kampen: Die Frau hinter "Knietzsche"

Sie hat sich die Serie ausgedacht: Anja von Kampen ist Produzentin, Regisseurin, Autorin und Gründerin der Produktionsfirma vision X.

Anja von Kampen ist Erfinderin und Autorin der "Knietzsche"-Folgen

Anja von Kampen kann sich sehr gut daran erinnern, wie es war, ein Kind zu sein. Inzwischen ist sie Filmproduzentin und Autorin in Berlin, vor allem, weil es Spaß macht. Mit ihrer Firma vision X arbeitet sie nur für nette Kunden und Kinder, am liebsten, wenn sie sie auf ferne Reisen schicken. Für die ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod" durfte sie vor zwei Jahren nach Ghana, Mexiko und Nepal - und sollte außerdem den Tod erklären. Dafür erfand sie Knietzsche, einen schlauen und witzigen Denker, der zufällig ganz oft ihre Ansichten teilt.

Nach diesem ersten Auftritt verselbständigte er sich und ging in Serie. ARD, KIKA, rbb, Planet Schule, das Schulfernsehen von WDR und SWR, haben Knietzsche regelmäßig im Programm, die ersten Verträge aus dem Ausland sind schon unterschrieben. Für den Kinder-Medien-Preis "Goldener Spatz" wurde er schon zweimal nominiert und den Bildungsmedienpreis "digita" hat er mit seinem Team sogar schon zweimal gewonnen. Auf internationalen Festivals ist er ein beliebter Gast und wer den kleinsten Philosophen der Welt zu Hause haben will, kann sich freuen: Seit kurzem gibt es die erste Knietzsche-DVD.

"Wer nichts mehr merkt, ist tot." Knietzsche bringt auch schwierige Themen so auf den Tisch, dass sie gern gefressen werden. Von Kindern und Erwachsenen. "Wenn mir eine Mutter erzählt, dass ihr ansonsten normaler Sohn immer wieder 'Mama, kann ich noch mal den Film über den Tod sehen?' durch die Wohnung kräht, dann freut mich das sehr", sagt Anja von Kampen. "Knietzsches Job ist es, Kindern den Kopf ein bisschen frei zu pusten. Er macht auf leichte Art vor, dass Denken oft hilft. Der Tod oder auch Angst gehören nun mal zum Leben dazu. Besser man macht sich eigene, vielleicht sogar witzige Gedanken dazu, als verschreckt davon überrollt zu werden."

Von Kampen hat keine eigenen, aber dafür zehn fantastische Patenkinder. Für ihre kleinen Kunden sieht sie das eher als Vorteil: "Ich mag Kinder und arbeite für sie auf Augenhöhe. Ich will ihnen helfen, starke Denker zu werden, um später gute Entscheidungen treffen zu können, aber ich muss sie nicht für den Alltag fit machen. Ob sie ihr Zimmer aufräumen kann mir egal sein, deshalb nerven sie mich nie. Außerdem traue ich ihnen durch die Distanz vielleicht andere Sachen zu. Ich muss sie nicht vor unbequemen Themen schützen. Für mich sind sie alle genau dann so weit, wenn sie hinschauen und zuhören."

Anja von Kampen und ihr neunköpfiges Team produzieren die Serie ganz aus eigener Kraft. "Unabhängigkeit ist großartig. Dadurch kann man sich aussuchen, mit wem man spielen will." Bis zum Ende des Jahres sind 29 Folgen fertig. Und wir sind sicher, dass es auch dann noch viele Fragen des Lebens zu beantworten gibt.

Aktuelles, Interessantes und Lustiges rund um "Knietzsche" gibt es auf www.facebook.com/Knietzsche

miro
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