VG-Wort Pixel

Kurze Babypause = Vorteile im Job? Falsch!

kurze Babypause
© Shutterstock/ Lopolo
Je schneller man wieder in den Job einsteigt, desto besser sind die Karrierechancen. Davon gehen viele berufstätige Mütter aus. Doch das stimmt laut einer neuen Studie gar nicht.

Worum geht's hier?

Um die Frage, die berufstätige Schwangere (neben "Junge oder Mädchen?") wohl am häufigsten hören: "Wie lange steigst du aus?"

Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist!

Richtig, denn hier spielen viele Faktoren mit rein: Wie lange WILL ich mit dem Kind zuhause bleiben? Wie lange kann ich es mir überhaupt leisten? Kann mein Partner mich unterstützen? Und natürlich auch: Was ist am besten für meine Joblaufbahn?

Die meisten Karriereberater empfehlen ja eine möglichst kurze Babypause.

Richtig, selbst ein Jahr gilt unter Jobcoaches schon als zu lang, weil man ja den Anschluss verpassen könnte. Aber ist das wirklich immer so? Eine neue Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt nun etwas ganz anderes: Wenn die Elternzeit sehr kurz ist, haben die Frauen sogar Nachteile - so die überraschende Erkenntis der Sozialforscher.

Sehr kurz heißt ...

Zum Beispiel nur zwei Monate. Dann würden die Mütter "noch heute als Rabenmütter bezeichnet und gelten als unsympathisch", sagt WZB-Chefin Jutta Allmendinger gegenüber dem Tagesspiegel

Wie sehen die Nachteile denn aus?

Die Studie zeigt, dass Mütter, die nur kurz pausiert haben, seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Eine Elternzeit von 12 Monaten hingegen bringe für die Karriere gar keine Nachteile.

Gilt das auch für die Männer?

Die Studie sieht überraschenderweise kaum Nachteile für Väter, die bis zu einem Jahr aussteigen wollen. Wenn sie nur eine kurze Pause machen, allerdings auch nicht.

"Rabenvater" gibt es in unserem Wortschatz eben nicht ...

Genau, die alten Stereotype sitzen leider immer noch tief. Sozialforscherin Jutta Allmendinger glaubt, dass sich das nur ändern kann, wenn für ALLE Arbeitnehmer die 32-Stunden-Woche gilt - und sich Eltern gleichwertig um ihre Familien kümmern können.

Aber einen positiven Aspekt hat das Studienergebnis immerhin.

Welchen denn?

Mütter, die 12 Monate aussetzen wollen, müssen sich kein schlechtes Gewissen bezüglich ihrer Karriere einreden lassen.

miro

Mehr zum Thema