Listerien Schwangerschaft: Wie gefährlich ist Listeriose?

In der Schwangerschaft können Listerien gefährlich werden. Auf welche Lebensmittel du deshalb besser verzichten solltest und wie du einer Listeriose vorbeugst, liest du hier.

Listerien sind weit verbreitet und für einen gesunden Menschen in der Regel ungefährlich. Viele merken gar nicht, dass sie mit Listerien infiziert wurden, denn ein fittes Immunsystem bekämpft die Bakterien im Nullkommanichts. In der Schwangerschaft ist das leider anders. 

Was sind Listerien?

Listerien sind Bakterien, die weltweit vorkommen und in verschiedenen Lebensmitteln enthalten sein können. Sie sind außerdem sehr widerstandsfähig, kommen mit sehr wenigen Nährstoffe aus und überleben sogar im Vakuum. Die Temperaturen im Tiefkühler können ihnen nichts anhaben und im Kühlschrank vermehren sie sich sogar noch. Einzig ausreichendes Erhitzen tötet die Listerien.

Während ein gesunder Mensch eine Infektion meist völlig unbeschadet und oft auch ohne überhaupt etwas davon zu bemerken, übersteht, können Personen mit einem deutlich geschwächten Immunsystem (HIV-Infizierte, Tumorpatienten, Diabetiker und Schwangere) ernsthafte Beschwerden wie eine Blutvergiftung und eine Hirnhautentzündung (Meningitis) davontragen oder sogar versterben. 

Listerien in der Schwangerschaft

Die gute Nachricht: Auch wenn es die Bakterien überall gibt, zu Infektionen kommt es sehr selten. Aber, da die Symptome denen einer Grippe ähneln, wird die Erkrankung oft verwechselt oder auch gar nicht bemerkt. In der Schwangerschaft ist eine Infektion mit Listeriose besonders gefährlich, da sie unter der Geburt oder auch schon in der Gebärmutter auf das Ungeborene übergehen kann. Wird die Listeriose früh genug entdeckt, ist sie mit Antibiotika gut behandelbar und bietet auch einen guten Schutz für das Baby im Bauch. Doch bleibt die Listerien-Infektion unerkannt und wird entsprechend nicht behandelt, können die Folgen fatal sein. Es drohen dann im schlimmsten Fall: 

  • eine Fehlgeburt oder auch Totgeburt oder Frühgeburt
  • der Zustand der Neugeborenen ist meist sehr schlecht: Sie sind benommen und leiden hauptsächlich an Atemnot, Erbrechen, Krämpfen und zahlreichen Haut- und Schleimhautgeschwüren, da sie den Bakterien ohne funktionsfähiges Immunsystem schutzlos ausgeliefert waren.
  • Neugeborene erkranken an Lungenentzündung, Meningitis oder einer Blutvergiftung (Sepsis) 
  • Über die Hälfte der infizierten Babies stirbt innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt.
  • Im Überlebensfall können geistige Entwicklungsstörungen auftreten.

In manchen Fällen ist infizierten Babys die Infektion auch nicht sofort anzusehen, manchmal vergehen sogar Wochen, bis Symptome auftreten. 

Welche Symptome können bei einer Listeriose auftreten?

Leider verläuft die Infektion mit Listerien in der Schwangerschaft nicht selten völlig ohne Anzeichen auf eine Erkrankung ab. Treten doch Symptome auf, sind die meist diffus und nicht eindeutig zuordbar, wie beispielsweise grippeähnliche Symptome, Blasenentzündung oder vorzeitige Wehen. Eine Listeriose zu erkennen, ist demnach die größte Hürde. 

So schützt du dich vor Listerien in der Schwangerschaft

Listerien sind sehr widerstandsfähige Bakterien, die praktisch überall in der Umwelt überleben können. Sie kommen im Erdboden, auf Pflanzen, in Abwässern und in der Landwirtschaft vor. Deshalb ist vor allem ungewaschener Salat, der mit verseuchten Fäkalien gedüngt wurde, Überträger Nummer eins für die Bakterien. Um eine Infektion zu vermeiden, solltest du deshalb folgende Maßnahmen beachten:

  • Gemüse und Obst immer gut waschen, bevor du es verzehrst.
  • Fleisch und andere rohe Produkte mindestens zwei Minuten bei über 60 Grad Celsius erhitzen, um Listerien abzutöten.
  • Vor dem Kochen, Hände waschen.
  • Lebensmittel, die nicht weiter verarbeitet werden, nicht zusammen mit Fleisch lagern oder auf derselben Arbeitsfläche zubereiten.
  • Lebensmittel nach dem Einkauf möglichst rasch verbrauchen. Das gilt auch für vakuumverpackte, verzehrfertige Lebensmittel.
  • Küchenutensilien nach Gebrauch gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.

Auch einige Lebensmittel können Schuld an einer Listeriose sein, weshalb du bestenfalls in der Schwangerschaft auf diese verzichtest. Dazu gehören:

  • Rohmilch und Rohmilcherzeugnisse
  • Weichkäse
  • Schimmelkäse
  • rohes oder halbrohes Fleisch 
  • roher oder halbroher Fisch 
  • Räucherlachs  
  • Vorgeschnittene und -gewaschene Salate
  • Rohmilchprodukte
  • Rohwurstprodukte (Mett-, Teewurst, Salami, Cabanossi, Chorizo, Landjäger, Salami und Cervelatwurst).
  • Käserinde

Weitere Tipps rund um die Ernährung in der Schwangerschaft oder ob du Parmesan in der Schwangerschaft essen darfst, haben wir dir bereits zusammengestellt. Möchtest du dich mit anderen werdenden Müttern austauschen, schau doch auch gerne einmal in unserer BRIGITTE Community vorbei. 

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