Milcheinschuss: Tipps gegen schmerzende Brüste

Manche Frauen spüren ihn kaum, andere empfinden ihn als sehr unangenehm – den Milcheinschuss. Was du gegen Schmerzen und Spannungsgefühle tun kannst, liest du hier. 

In den ersten Tagen nach der Geburt wird dein Baby von der Vormilch, dem sogenannten Kolostrum, satt. Das Kolostrum ist eine Art Vorstufe der Muttermilch, die wiederum nach etwa zwei bis fünf Tagen in deinen Brüsten gebildet wird. Diesen Prozess nennt man Milcheinschuss.

Milcheinschuss – So fühlt er sich an

 Deine Brüste:

  • werden deutlich größer
  • spannen 
  • sind druckempfindlich
  • fühlen sich heiß an

Mit dem Milcheinschuss wird das Kolostrum durch die Übergangsmilch ersetzt, einer Zwischenstufe, bevor die reife Muttermilch etwa zwei Wochen nach der Geburt gebildet wird. 

Tut der Milcheinschuss weh?

Manche Frauen empfinden den Milcheinschuss nur als etwas unangenehm, andere frisch gebackene Mamas leiden mehr darunter  und einige haben sogar große Schmerzen, wenn die Milch zu fließen beginnt. Viele Frauen sind dann verunsichert. Doch das Hitze- und Spannungsgefühl in den Brüsten ist normal. Es wird durch die Milchbildung und eine vermehrte Lymphflüssigkeits- und Blutzirkulation hervorgerufen. Die prallen Brüste haben nichts damit zu tun, dass du möglicherweise viel zu viel Milch hast, doch die Milchproduktion muss sich dennoch erst einmal auf dein Baby einstellen. Stillst du nach Bedarf, reguliert sich auch bald die Menge und deine Brust wird wieder weicher

Das kannst du tun, wenn die Brüste schmerzen

1. Wärmen und Kühlen und sanft massieren

Lege dir kurz vor dem Stillen beispielsweise einen warmen, feuchten Waschlappen oder eine andere warme Kompresse auf die Brust. Dadurch wird der Milchfluss angeregt und der Milchspendereflex schneller ausgelöst. Beim Stillen kannst du deine Brust sanft massieren, aber Vorsicht: Nicht zu stark! Nach dem Stillen kühlst du dann deine Brust, um die Schwellung zu lindern.

2. Duschen und ausstreichen

Eine warme Dusche tut gut und verschafft Linderung. Du kannst auch versuchen, vorsichtig etwas Milch dabei herauszustreichen.

3. Quarkwickel

Einfach ein Mulltuch mit etwas Quark bestreichen und auf die Brust legen. Das kühlt nicht nur angenehm, sondern wirkt auch entzündungshemmend

4. Kohl
Ähnlich wie Quark kühlt auch Kohl und beugt Entzündungen vor bzw. lindert sie. Hierfür schneidest du einfach den Strunk aus dem Kohlblatt, walzt es etwas platt und legst es auf deine Brust. Du kannst dir auch gleich mehrere Blätter vorbereiten und im Kühlschrank lagern. Dann hast du immer eines parat. 

Übrigens: TK-Erbsen eigenen sich auch super zum Stillen. Aber bitte in ein Tuch einwickeln, andernfalls kann es zu Erfrierungen kommen. 

5. Lass dich unterstützen

Du hast gerade ein Baby bekommen, ihr müsst euch kennenlernen, aneinander gewöhnen und einen Stillrhythmus entwickeln. Sowohl du als auch dein Baby müssen das Stillen erst lernen, also macht euch bitte keinen Druck, wenn es am Anfang vielleicht ein paar Schwierigkeiten gibt. Umso wichtiger ist es, dass du eine Hebamme oder Stillberaterin an deiner Seite hast, die dich bei Problemen und Fragen unterstützt. Auch dein Partner, deine Familie und Freunde sollten dich so gut es geht in dieser Phase entlasten

6. Still-BH oder Bustier!

Ein bequeme, gut sitzender Still-BH ist Gold wert in der Stillzeit. Am besten ohne Bügel, die können sonst Druckstellen verursachen und im schlimmsten Fall sogar für einen Milchstau sorgen. 

Milcheinschuss: Dann bitte ab zum Arzt

Wenn alle diese Tipps nicht helfen, du vielleicht sogar Fieber über 38°C entwickelst, kannst du auch nach Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme ein stillfreundliches Schmerzmittel wie z. B. Paracetamol einnehmen. In jedem Fall solltest du dir dann Hilfe von einem Profi holen. 

Du hast Fragen zu den Themen Muttermilch abpumpen und Muttermilch aufbewahren? Alle Infos dazu haben wir dir zusammengestellt. Wenn du dich gerne mit andere Mamas zu den Themen austauschen möchtest, schau doch gerne einmal in unserer BRIGITTE Community vorbei. 

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