Milchstau: Ursachen und Maßnahmen

Ein Milchstau tritt ein, wenn die Muttermilch nicht mehr richtig abfließen kann. Welche Ursachen dem zugrunde liegen und was du bei einem Milchstau tun kannst, erfährst du hier!

Milchstau: Ursachen

  • Wenn die Milch in der Brust nicht mehr richtig abfließen kann, kann ein Milchstau entstehen. Das kann zum einen daher rühren, dass die Milchgänge verstopft sind. Zu kurzes Anlegen oder zu lange Pausen zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten können dies hervorrufen. Wenn beispielsweise die Ruhe zum Stillen fehlt, kann das Baby die Brust nicht leer trinken.
  • Auch eine ungünstige Stillposition kann die Ursache für einen Milchstau sein: Wenn das Baby zum Beispiel nicht genug Fläche der Brust in den Mund nimmt, kommt nicht genug Milch heraus; gleichzeitig wird aber der Milchspendereflex ausgelöst, der die Milchproduktion anregt. Das hat zur Folge, dass sich die Milch staut und nicht abfließen kann.
  • Zum anderen kann sich mechanischer Druck von außen negativ auf das Drüsengewebe auswirken. Druck wird zum Beispiel durch einen zu engen BH hervorgerufen.
  • Dazu können seelische und körperliche Belastungen den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und den Milchspendereflex und somit den Milchfluss beeinflussen. 
  • Ein Milchstau ist während der gesamten Stillzeit möglich. Besonders häufig tritt er aber in der dritten oder vierten Woche nach der Entbindung auf. Er kann aber auch dann auftreten, wenn allmählich Beikost eingeführt wird oder das Kind vermehrt länger durchschläft. 

Daran erkennst du einen Milchstau

  • Rötungen an der Brust
  • Verhärtungen an der Brust
  • Die Brust ist druckempfindlich und prall
  • Eventuell sind Knötchen fühlbar
  • Bereich kann leicht warm werden und Schmerzen an der Stelle verursachen
  • Auf der Brustwarze kann sich ein kleines, weißes Bläschen auftun
  • Körpertemperatur steigt bis zu 38,5 °C an
  • Allgemeines Körperbefinden wird nicht beeinflusst

Milchstau: Das kannst du tun!

  • Wenn du bereits nur das Gefühl hast, dass sich harte Stellen in der Brust bilden, solltest du die Stillposition überprüfen, da eine falsche Stillposition einen Milchstau verursachen kann.
  • Lege dein Baby an der Brust zuerst an, an der du auch zuletzt gestillt hast.
  • Achte beim Anlegen darauf, dass sich der Unterkiefer deines Babys dort befindet, wo die gestaute Stelle ist, damit hauptsächlich aus diesem Bereich getrunken wird. Die Saugbewegung des Babys begünstigt das Abfließen der Milch.
  • Reduziere das Stillen nicht, das würde den Milchstau nur verschlimmern. Lege dein Baby möglichst oft an und vermeide längere Nachtpausen!
  • Lege feuchtwarme Umschläge (zum Beispiel warme Waschlappen) auf die jeweilige Brust, dadurch wird der Milchfluss angeregt, wodurch die Milch besser abfließt.
  • In Absprache mit der Hebamme können homöopathische Mittel eingenommen werden. Wissenschaftliche Belege für deren Wirkung fehlen allerdings.
  • Du brauchst jetzt viel Ruhe und Erholung: Vermeide Stress und seelische Belastung. Suche dir eine ruhige Umgebung zum Stillen, in der du ungestört bist. Entspanne dich beim Stillen!
  • Kann das Stillen den Milchstau nicht beseitigen, solltest du die Brust sanft ausstreichen und auf diese Art entleeren. Direkt nach dem Stillen oder wenn du eine Dusche nimmst, kannst du die Brüste manuell ausstreichen. Wichtig ist, dass die Brust vollständig entleert wird.
  • Auch Abpumpen kann als Notfalllösung durchgeführt werden – diese Maßnahme entleert aber nicht immer alle Bereiche zuverlässig. 
  • Kühlende Quarkumschläge oder Weißkohlwickel für 20 Minuten nach dem Stillen (oder auch Abpumpen) können Linderung bewirken.
Baby

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Solltest du unter einem Milchstau leiden, lasse dich von deiner Hebamme oder Stillberaterin beraten! Klingen die Symptome nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab, könnte eine bakterielle Brustdrüsenentzündung zugrunde liegen. In dem Fall muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden: Infolge eines Milchstaus kann eine Brustdrüsenentzündung entstehen, die auch Mastitis genannt wird. Sie kann sehr plötzlich auftreten, ist lokal begrenzt und schmerzt. In dem Fall kann ein Temperaturanstieg über 38,5 °C und somit Fieber eintreten. Außerdem schwillt die Brust an, wird heiß und rot und grippeähnliche Symptome, wie Übelkeit, Unwohlsein, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen, können aufkommen. Eine Brustdrüsenentzündung muss unbedingt vom Arzt behandelt werden. Eventuell ist ein Antibiotikum nötig – hierbei kann der Arzt ein Medikament verschreiben, dass sich mit dem Stillen verträgt.

Du interessierst dich für weitere Themen rund ums Baby? Hier erklären wir, was du bei wunden Brustwarzen tun kannst. Hier geben wir Tipps fürs Abstillen und hier erklären wir, wie du ein Baby baden kannst.

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Verwendete Quellen: 

  • Gebauer-Sesterhenn, B./ Dr. Med. Raun, M.: Das große GU Babybuch, Gräfe und Unzer Verlag, 2019 
  • netdoktor.de, familienplanung.de

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