Warum Stillen so gesund ist - auch für Mütter

Stillen ist nicht nur fürs Baby das Beste. Auch Mütter profitieren massiv davon, wie neue Studien zeigen. Es kann sogar vor Brustkrebs schützen.

miro

Dass Muttermilch die beste Nahrung für Babys ist, hat sich mittlerweile auch in den Industrienationen - in denen die Stillrate seit Jahrzehnten sehr niedrig ist - herumgesprochen. Stillen schützt Kinder vor gefährlichen Infektionskrankheiten und soll sie sogar schlauer machen.

Aber Frauen tun auch sich selbst etwas Gutes, wenn sie - sofern die Umstände es erlauben - ihre Kinder stillen.

Eine Studie, die im Fachblatt "Annals of Oncology" veröffentlich wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Stillen vor Brustkrebs schützen kann. Demnach reduziere es das Risiko, an einer sehr aggressiven Krebsform, dem "Triple-negativen Tumor", zu erkranken. Dieser Typ betrifft vor allem jüngere Frauen, also unter 50 Jahre.

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Stillen hilft der Brust, erwachsen zu werden

Marisa Weiss, Chefin der Organisation Breastcancer.org und Leiterin der Studie, erklärt: "Die Schwangerschaft und die Stillzeit sind wichtige Schritte im jahrzehntelangen Reifeprozess der weiblichen Brust." Erst das Stillen zwinge die Brust, erwachsen zu werden und ihren Job auszuüben, also "nicht mehr untätig herumzuliegen".

Das Saugen des Kindes an der Brust würde die Zellen in den Milchgängen verändern und so resistenter gegen Krebs machen.

Aber es gibt noch mehr Vorteile:

Das Stillen aktiviert auch Prozesse im Körper, die ihm helfen, die Schwangerschaft endgültig abzuschließen und sich wieder auf ein Leben ohne Baby im Bauch einzustellen. Nicht umsonst wird die Stillzeit von Experten auch das "vierte Trimester" genannt. Dabei wird übrigens auch der Fettstoffwechsel angekurbelt - es kann also helfen, die Pfunde aus der Schwangerschaft wieder loszuwerden. Allerdings funktioniert das nicht bei allen Frauen.

Und: Eine weitere Studie aus Kalifornien hat gezeigt, dass Stillen auch langfristig davor schützen kann, an Diabetes zu erkranken. Je länger die Frauen stillten, desto geringer war ihr Diabetes-Risiko.

Für Marisa Weiss liegen die Vorteile der Muttermilch also auf der Hand. "Stillen ist eine relativ leicht zugängliche, günstige und schnell erreichbare Strategie, die die Gesundheit von Frauen auf natürliche Weise langfristig schützen kann."

Stillrate in Europa weltweit am niedrigsten

Weiss und andere Forscher plädieren darum dafür, in Kampagnen auf die großen Vorteile des Stillens hinzuweisen. Tatsächlich ist die Rate der Frauen, die ihre Kinder stillen, in den europäischen Ländern immer noch sehr niedrig. Während in ärmeren Ländern wie dem Senegal bis zu 99 Prozent der Mütter ihre Kinder bis zum ersten Geburtstag stillen, sind es in Deutschland nur 23 Prozent und in Großbritannien sogar weniger als 1 Prozent.

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