Muttermilch abpumpen – Alles, was du darüber wissen musst

Das Abpumpen von Muttermilch wird immer beliebter. Viele Stillmamas gönnen sich ab und an eine Auszeit und möchten ihr Baby trotzdem mit Muttermilch versorgen. Was es dabei zu beachten gibt, erfährst du hier. 

Längst ist das Abpumpen von Muttermilch nicht mehr nur ein Thema bei Stillproblemen. Einer Studie von Milchpumpen-Hersteller Medela zufolge gehört Abpumpen heute bei drei von vier Müttern zum Stillalltag. Viele Stillmamas gönnen sich einfach mal eine Auszeit, fangen während der Stillzeit wieder an, zu arbeiten oder müssen wichtige Termine wahrnehmen. Durch das Abpumpen profitiert dein Baby auch dann von deiner Muttermilch, wenn du einmal nicht direkt bei ihm sein und es stillen kannst. 

Muttermilch abpumpen: Wie geht das?

Muttermilch abpumpen ist am Anfang meist etwas befremdlich, weil sich viele Frauen fühlen, wie eine Milchkuh an einer Melkmaschine. Auch wieviel Milch abgepumpt werden kann, ist individuell unterschiedlich – Manche Mamas haben nach einer halben Stunde gerade 20 ml zusammen, bei anderen ist die Flasche schon voll. Lass dich davon bloß nicht irritieren. Vor allem zu Beginn der Stillzeit muss sich die Milchmenge noch einpendeln und der Bedarf an Muttermilch auf dein Baby abgestimmt werden. Wie beim Erlernen jeder neuen Fähigkeit, muss auch das Muttermilch abpumpen geübt werden. Das Wichtigste ist: Habe Geduld! Schließlich ist Abpumpen nicht das Gleiche wie das Stillen deines Babys.

Beim Stillen sorgt nämlich das Hormon Oxytocin dafür, dass der Milchspendereflex ausgelöst wird, sobald dein Baby an der Brust saugt. Milchpumpen imitieren dieses Saugen, indem eine Saugglocke oder Brusthaube, auf deine Brust gesetzt und ein Vakuum gebildet wird. Meist lernt dein Körper nach und nach, deinen Milchspendereflex beim Abpumpen auszulösen, und die Menge der abgepumpten Milch sollte steigen.

Wann und wie oft soll man Muttermilch abpumpen?

Wann der richtige Zeitpunkt zum Muttermilch abpumpen für dich ist, entscheidest du ganz allein. Du kannst die Milch zwischen den Stillmahlzeiten deines Babys oder direkt im Anschluss ans Stillen abpumpen. Versuche, zu unterschiedlichen Zeiten abzupumpen, um herauszufinden, welcher Rhythmus am besten zu deinem Alltag passt. Da die Produktion der Muttermilch darauf basiert, wieviel dein Baby trinkt und du zusätzlich abpumpst, solltest du beim Abpumpen der Milch vorsichtig sein, damit die Balance aus Angebot und Nachfrage nicht zu sehr gestört wird. Daher ist es empfehlenswert, lieber mehrmals am Tag kleine Mengen abzupumpen und zu sammeln, oder aber eine feste zusätzlich Milch-Mahlzeit immer zur gleichen Zeit abzupumpen. 

Du bist unsicher, wie du deine abgepumpte Milch lagern solltest? Alle Infos rund ums Thema Muttermilch aufbewahren, haben wir natürlich auch für dich zusammegestellt. 

Handpumpe oder elektrische Milchpumpe - Was ist besser?

Muttermilch abpumpen mit Handpumpe 

  • praktisch, wenn du nur ab und zu Milch abpumpen willst
  • dauert etwas länger als mit einer elektrischen Milchpumpe
  • ist dafür billiger
  • du kannst den Rhythmus beim Abpumpen selbst bestimmen
  • platzsparender als eine elektrische Pumpe

Muttermilch abpumpen mit elektrischer Milchpumpe

  • lohnt sich vor allem wenn du regelmäßig und größere Mengen Milch abpumpen möchtest
  • mit dem passenden Bustier hast du beim Abpumpen die Hände frei
  • elektrische Milchpumpen sind nicht ganz billig
  • wenn du dir beim Kinder- oder Frauenarzt ein Rezept ausstellen lässt, kannst du eine Milchpumpe auch in der Apotheke leihen

Auf die Passform kommt es an! Darauf solltest du bei der Milchpumpe achten

Muttermilch abpumpen darf nicht weh tun! Wenn du beim Milch abpumpen Schmerzen hast, etwas scheuert, die Haut wund wird oder Blasen entstehen, stimmt irgendetwas nicht.

Das kannst du dagegen tun:

  1. Reduziere das Vakuum-Level deiner Milchpumpe und
  2. überprüfe, ob du die richtige Brusthaubengröße verwendest (der trichterförmige Teil des Pumpsets, der auf deine Brust aufgesetzt wird).

So bestimmst du die richtige Größe der Brusthaube deiner Milchpumpe

  • Der Tunnel der Brusthaube sollte deine Brustwarze eng umschließen, jedoch genügend Platz lassen, damit sie sich vor- und zurückbewegen kann, ohne an den Tunnelwänden zu reiben.
  • Sie sollte nicht daran scheuern, und es sollte nicht zu viel von deinem Brustwarzenhof (dem dunklen Bereich rund um deine Brustwarze) oder von der umgebenden Brusthaut in den Tunnel eingesogen werden, während du abpumpst.
  • Eine schlecht sitzende Brusthaube kann die abgepumpte Milchmenge reduzieren, weshalb einige Hersteller wie beispielsweise Medela, Philips Avent, Ardo oder Lansinoh Brusthauben in verschiedenen Größen anbietet.

Wenn die Beschwerden anhalten, nachdem du diese Tipps ausprobiert hast, solltest du einen Arzt, eine Hebamme oder eine Stillberaterin um Rat bitten, ehe du weiter abpumpst.

Muttermilch abpumpen: Tipps und Tricks 

Lass dir Zeit!

In den ersten vier Wochen muss sich eure Stillbeziehung erst einmal einpendeln und deine Milchproduktion angeregt werden. Deshalb solltest du in dieser Zeit nicht künstlich in diesen Rhythmus eingreifen. Trinkt dein Baby gut und regelmäßig, brauchst du also anfangs keine Milchpumpe. Genieße einfach die erste magische Zeit mit deinem kleinen Schatz, stille nach Bedarf – das heißt übrigens auch, wenn du das brauchst, um dir Erleichterung zu verschaffen – und vertrau auf dein Bauchgefühl. Wenn sich Milchmenge und Stillrhythmus reguliert haben, kannst du mit dem Muttermilch abpumpen starten. 

Achte auf Hygiene!

Händewaschen vor dem Abpumpen ist Pflicht. Auch alle Pumpenteile, die mit deiner Muttermilch, dir selbst oder dem Baby in Berührung gekommen sind solltest du säubern und einmal am Tag nach der Reinigung desinfizieren. Wenn das Pumpset komplett trocken ist, kannst du es in einer sauberen Tasche verstauen.

Mach es dir bequem!

Suche dir eine bequeme Sitzposition, in der du dich wohl fühlst. Umso entspannter du bist, desto besser läuft es mit der Milch. Damit du während des Abpumpens ganz entspannt bist und den Vorgang nicht unterbrechen musst, lege dir alles, was du benötigst in Reichweite – Telefon, Fernbedienung, ein Buch, und nicht vergessen: ein Glas Wasser oder Tee.  

Löse deinen Milchspendereflex aus !

Die meisten elektrischen Milchpumpen (z.B. von Medela) ahmen in zwei Phasen den Saugrhythmus deines Babys nach. Dieser beginnt mit schnellem, leichtem Saugen, gefolgt von langsamerem, stärkerem Saugen, um deinen Milchspendereflex auszulösen. Eine Brustmassage und Wärme vor dem Abpumpen stimulieren den Milchfluss zusätzlich und können die Milchmenge steigern. Auch Hautkontakt mit deinem Baby vor und während eines Pumpvorgangs kann dazu beitragen, mehr Milch gewinnen zu können, weil so die Ausschüttung von Oxytocin angeregt wird. Auch zeitgleich Pumpen und Stillen lässt die Milch besser fließen. 

Doppelt geht besser!

Wenn du vorhast, regelmäßig abzupumpen, lohnt es sich, in eine Doppelpumpe zu investieren. Denn beim beidseitigen Abpumpen wird der Prolaktin-Spiegel – der Spiegel des Milchbildungshormons – erhöht. Dadurch kann fast ein Fünftel mehr Milch abgepumpt werden und die Milch hat außerdem einen höheren Fettgehalt, als wenn man jede Brust einzeln nacheinander abpumpen würde.

Kein Stress!

Zwischen Tür und Angel schnell Abpumpen? Keine gute Idee. Zeitdruck und Stress hemmen den Milchspendereflex. Deshalb am Besten immer genug Zeit einplanen und ganz entspannt Muttermilch abpumpen. 

Tipp: Bei vielen Müttern fließt die Milch beim Abpumpen besser, wenn sie dabei ihr Baby ansehen. Ist dein kleiner Schatz gerade nicht da, schau dir ein Foto an oder schnupper an seinen Sachen. Klingt ein wenig merkwürdig, hilft aber. 

Muttermilch abpumpen: Wenn das Baby nicht selbst trinken kann

Manche Babys, wie Frühchen oder Babys mit besonderen Bedürfnissen schaffen es nicht allein, an Mamas Brust zu trinken. Damit aber auch die ganz Kleinen von den vielen tollen Eigenschaft der Muttermilch profitieren können, solltest du so schnell wie möglich nach der Geburt mit dem beidseitigen Abpumpen beginnen.

Studien zufolge produzieren Mütter mehr Milch, indem sie immer dann Muttermilch abpumpen, wenn das Baby normalerweise trinken würde. Das heißt, am Besten sollte bereits innerhalb der ersten paar Stunden mit dem Abpumpen begonnen und dann etwa alle drei Stunden erneut Muttermilch abgepumpt werden.

Mache dich mit dem Thema Stillen und Abpumpen am besten schon in der Schwangerschaft vertraut, besorge das nötige Zubehör und bitte eine Hebamme oder eine Stillberaterin um Unterstützung.

Du fühlst Dich wie eine Milchkuh? Das geht den meisten Müttern beim Milch abpumpen so. Möchtest du dich mit anderen Mamas über Themen wie Stillen und Muttermilch abpumpen austauschen? Dann schau doch mal in unserer BRIGITTE Community vorbei. 

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