Vorlesen macht Kinder fit für die Schule und fürs Leben

Die neue Studie der Stiftung Lesen zeigt: Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben bessere Noten und starke soziale Fähigkeiten.

Zusammen ein Buch zu lesen, ist für viele Familien ein festes und geliebtes Ritual. Eine neue Studie der Stiftung Lesen zeigt nun einmal mehr, dass das Vorlesen nicht nur gemütlich ist, sondern auch positiv für die Entwicklung von Kindern.

Für die Studie wurden 524 acht- bis zwölfjährige Kinder und ihre Eltern befragt - und ein deutliches Ergebnis war: Vorlesen macht Kinder fit für die Schule. 83 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, gaben an, "sehr gern" zur Schule zu gehen. Bei den Kindern, denen selten oder nie vorgelesen wurde, sind es nur 43 Prozent.

Auch für die Noten ist Vorlesen gut: 70 Prozent der Kinder hatten im Unterrichtsfach Deutsch eine gute oder sehr gute Note, wenn ihnen täglich vorgelesen wurde.

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Soziale Herkunft spielt keine Rolle

Besonders interessant ist dabei, dass Bedeutung des Vorlesens unabhängig vom Bildungshintergrund der Familien nachweisbar ist. "Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben. Jeder Vater und jede Mutter sollte diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern", so Studienleiterin Simone Ehmig.

Vorlesen ist gut für Selbstbewusstsein und Gerechtigkeitssinn

Doch nicht nur auf die schulischen Leistungen, sondern auch auf die Entwicklung der Persönlichkeit hat Vorlesen einen positiven Einfluss. Demnach werden Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, häufiger als fröhlich und selbstbewusst beschrieben als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (93 bzw. 75 Prozent vs. 59 bzw. 44 Prozent).

"Diese Kinder sind zupackend und aktiv. Sie haben die Chance, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Sie sind eher bereit, in ihrem späteren Berufsleben Verantwortung zu übernehmen und kreativ Dinge voranzubringen", sagt Antje Neubauer, Vorsitzende des Fachkuratoriums Bildung der Deutsche Bahn Stiftung, die die Studie mitinitiiert hat.

Vorlesen stärkt aber nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die sozialen Beziehungen, in denen sie leben. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, sind häufiger darum bemüht, andere zu integrieren, als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (40 vs. 17 Prozent).

Außerdem besitzen 85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, laut ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, im Unterschied zu 40 Prozent der übrigen Kinder.

Lauter gute Gründe also, heute Abend wieder zum Buch zu greifen! Falls ihr noch Anregungen braucht: Unsere Lieblingsbücher zum Vorlesen stellen wir euch hier vor.

Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. Mehr dazu auf www.stiftunglesen.de.

miro
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