"Meine Mama nimmt Drogen": "Sesamstraße" behandelt hartes Thema

Die sechsjährige Karli hat eine süchtige Mama - im Video seht ihr, wie die "Sesamstraße" Kindern mit diesem schlimmen Problem weiterhelfen will.

Karli: Neue Puppe in der "Sesamstraße"
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Was ist passiert?

Die amerikanische Ausgabe der "Sesamstraße" hat ihre neue Puppe vorgestellt: Die sechsjährige Karli, deren Mutter drogenabhängig ist.

Das ist ganz schön hart. Ist das für ein Vorschulprogramm nicht viel zu krass?

Genau das ist das Problem: Das Thema ist so heikel, dass selbst die Erwachsenen nicht darüber reden möchten. Aber allein in den USA leben laut "Sesamstraßen"-Produzenten fast sechs Millionen Kinder unter elf Jahren mit Eltern, die abhängig von Drogen, Alkohol oder anderen Substanzen sind. Da stellt sich die Frage nicht mehr, ob man ihnen das Thema im Fernsehen zumuten kann; es ist schlicht ihr Alltag.

Aber trotzdem ... ausgerechnet die freundliche "Sesamstraße"? Ich dachte, da geht es eher um Lesen und Schreiben und sowas.

Ja, ganz besonders die freundliche "Sesamstraße" - die behandelt nämlich schon seit ihrer Entstehung gezielt auch gesellschaftliche Krisen, unter denen Kinder zu leiden haben. Obdachlosigkeit, Alkoholismus, Armut, Krankheit, Tod - gerade, wenn Kinder mit solchen Problemen allein gelassen werden, werden sie in der Sendung thematisiert.

Und wie kann ich mir das vorstellen? 

Natürlich wird so ein Thema wie Drogensucht in einer Kindersendung nicht ausführlich gezeigt. Wichtig ist die Perspektive des Kindes - in diesem Fall erzählt Karli den anderen Puppen, dass es ihrer Mama schlecht geht, und sie sich oft nicht richtig um sich selbst, geschweige denn um ihr Kind kümmern kann. 

Das ist deprimierend.

Für uns Erwachsene: Ja. Kinder nehmen nur ein trauriges Kind wahr, dass sie trösten möchten (was dann stellvertretend die anderen Puppen machen). Und irgendwann erzählt Karli in einer späteren Folge, dass sie jetzt in einer Pflegefamilie ist, und ihre Mama Hilfe bekommt. 

Kann das wirklich bei so einem schlimmen Problem helfen?

Auf jeden Fall. Betroffene Kinder sehen, dass sie nicht die einzigen sind, die heimlich zu Hause leiden. Ihnen wird gezeigt, dass sie sich nicht verstecken müssen und mit Vertrauenspersonen offen über ihre Ängste reden können. Und das ist für Millionen von Kindern in dieser Situation mindestens so wertvoll, wie Lesen und Schreiben zu lernen - was die "Sesamstraße" natürlich auch weiter vermittelt.


Brigitte

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