Ovulationstest: So wendest du ihn richtig an

Mit einem Ovulationstest kannst du ganz einfach deine fruchtbaren Tage bestimmen und so deine Chancen auf ein Baby deutlich erhöhen. Wie das funktioniert, erfährst du hier.

Innerhalb des weiblichen Zyklus gibt es nur etwa fünf Tage, an denen du schwanger werden kannst - kurz vor und nach dem Eisprung. In dieser Zeit wandert eine reife Eizelle aus dem Eierstock in Richtung Gebärmutter, wo sie schließlich durch Spermien befruchtet werden kann. Wenn du dir ein Baby wünschst, kannst du mit diesem Wissen dem Glück etwas auf die Sprünge helfen, indem du mit einem Ovulationstest, auch LH-Test genannt, deine fruchtbaren Tage bestimmst. Bevor du dich aber in das Abenteuer Familienplanung stürzt, solltest du wissen, wie du solche Eisprungtests richtig anwendest. 

Wie funktioniert ein Ovulationstest?

Um den Zeitpunkt des Eisprungs und damit die fruchtbarsten Tage innerhalb deines Zyklus zu ermitteln, gibt es verschiedene Methoden, wie das tägliche Messen der Basaltemperatur, der Beobachtung des Zervixschleims oder der des Muttermundes. Am genauesten ist jedoch der Ovulationstest. Aber wie funktioniert der eigentlich? 

Handelsübliche Ovulationstests messen die Konzentration des "luteinisierenden Hormons", kurz LH genannt, im Urin. Das Hormon wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und löst den Eisprung aus. Da das LH mit dem Urin wieder ausgeschieden wird, kann der Ovulationstest das Hormon dort nachweisen. Ein deutlicher LH-Anstieg zeigt: Der Eisprung steht kurz bevor. Etwa 24 Stunden nachdem die Ausschüttung des LHs sein Maximum erreicht hat, kommt es zum Eisprung. 

Wenn du also eine Schwangerschaft anstrebst, solltest du zu diesem Zeitpunkt mit deinem Partner schlafen. Die Chance, schwanger zu werden, ist nämlich am Tag des LH-Anstiegs sowie am darauffolgenden Tag am größten.

Wie benutzt man einen Ovulationstest richtig? 

Die Anwendung ist ganz einfach:

  1. Halte das Teststäbchen direkt in den Urinstrahl oder tauche es in einen Becher mit Urin.
  2. Warte je nach Test 3-10 Minuten.
  3. Ergebnis ablesen.
  4. Ist das Ergebnis positiv, kannst du ziemlich sicher sein, dass du jetzt fruchtbar bist.

Wann beginne ich mit dem Testen?

Um deine fruchtbarsten Tage und somit den günstigsten Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr mit deinem Partner zu ermitteln, ist es von Vorteil, wenn du deine Zykluslänge kennst und ungefähr weißt, wann dein Eisprung stattfindet. Beginne dann am besten etwa fünf Tage vorher mit dem Testen. Kennst du deine Zykluslänge nicht, oder hast einen sehr unregelmäßigen Zyklus, ist das aber auch kein Problem: Beginne einfach ab der zweiten Zykluswoche mit dem Testen. 

Tipp: Hierfür gibt es preiswerte Teststreifen im 50er-Pack. So kannst Du den Anstieg des LHs nicht verpassen.

Zu welcher Uhrzeit sollte getestet werden? 

Schwangerschaftstests macht man aufgrund der hohen Konzentration des Schwangerschaftshormons bestenfalls im Morgenurin. Den solltest du bei Ovulationstests aber lieber nicht verwenden. Der Grund dafür: Auch außerhalb der fruchtbaren Tage ist etwas LH im Urin. Im Morgenurin ist das aber besonders konzentriert. Diese Konzentration kann sogar so hoch sein, dass es aussieht, als würde sie ansteigen. Daher: Um eindeutig deine fruchtbaren Tage zu identifizieren, besser zu einer anderen Uhrzeit testen. Optimal wäre 14 Uhr. Wichtig ist aber vor allem, dass du immer zur gleichen Zeit testest - dann ist es auch egal, ob es 12 oder 20 Uhr ist.  

Ergebnis ablesen: Was bedeuten die Linien?

Ovulationstests verfügen ähnlich wie Schwangerschaftstests über ein Kontrollfeld. Das zeigt dir an, ob du den LH-Test richtig durchgeführt hast:

  • Sind auf dem Teststäbchen zwei Linien, wobei die untere Linie gleich stark oder stärker als die Kontrolllinie ist, dann ist ein LH-Maximum erreicht. Die Ovulation (Eisprung) steht kurz (24 bis 36 Stunden) bevor.
  • Ist auf dem Teststäbchen eine Linie zwar da, aber dünn, gilt das nicht als positives Ergebnis.

Kinderwunsch? Deshalb solltest du schon vor dem Eisprung Sex haben

Den Eisprung ganz exakt zu bestimmen, ist kaum möglich - das ist aber auch überhaupt nicht nötig. Rund um den Zeitpunkt des Eisprungs ist das Scheidenmilieu für Samenzellen besonders günstig. Sind die Samenzellen in die Eileiter gelangt, überleben sie dort etwa 48 Stunden und können geduldig auf die befruchtungsfähige Eizelle warten. Gute Chancen also, in diesem Zyklus schwanger zu werden.

Bedeutet ein positiver Test auch immer einen Eisprung?

Leider ist ein positiver Ovulationstest keine Garantie dafür, dass tatsächlich ein Eisprung stattfinden wird. Diese Tests zeigen lediglich an, dass dein Körper sich auf einen Eisprung vorbereitet. Vor allem Frauen, die unter dem Polyzystischen Ovar-Syndrom leiden, deren Menstruation öfter ausbleibt (Amenorrhö) oder die generell einem sehr unregelmäßigen Zyklus haben, können davon betroffen sein. Übrigens: Der weibliche Körper kann sich mehrere Male auf einen Eisprung vorbereiten, ohne dass er tatsächlich auch passiert.

Der Test ist nie positiv - warum?

  • Es könnte daran liegen, dass du einen sehr kurzen Zyklus hast.
  • Dein LH-Wert erhöht sich nur wenig, weshalb der Anstieg möglicherweise verpasst wird. Tipp: Versuche zweimal am Tag zu messen, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen.
  • Du hast einen sehr langen Zyklus und möglicherweise zu früh mit dem Testen begonnen.
  • Du hattest keinen Eisprung.
  • Der Test ist defekt.

Wie zuverlässig sind Ovulationstests?

Bei richtiger Anwendung weisen Ovulationstests eine Genauigkeit von 98% auf. Du kannst also bei einem positiven Test davon ausgehen, dass du aktuell fruchtbar bist. Dennoch führen auch hier Fehler in der Anwendung zu Ungenauigkeiten. Einen defekten Test zu erwischen, ist hingegen eher unwahrscheinlich.

Willst du auf Nummer sicher gehen, um deine fruchtbaren Tage zu ermitteln, kannst du den Eisprungtest mit anderen Methoden aus der NFP (Basaltemperatur messen, Zervixschleim beobachten u.ä.), kombinieren und mit etwas Übung sogar ganz auf die Anwendung eines Ovulationstests verzichten.

Mit Ovulationstest Schwangerschaft erkennen - Geht das?

Mit einem Ovulationstest kann man keine Schwangerschaft feststellen. Beide Tests messen unterschiedliche Hormone. Wer wirklich sicher gehen möchte, ob der Kinderwunsch in Erfüllung gegangen ist, sollte einen Schwangerschaftstest machen, oder sich die Schwangerschaft beim Frauenarzt bestätigen lassen.

Diese Fehler solltest du beim Testen vermeiden

  • Du misst zu unterschiedlichen Uhrzeiten: Das verfälscht die Vergleichbarkeit der Werte. Achte darauf, dass du immer zur gleichen Zeit testest, am besten am Nachmittag.
  • Du liest die Gebrauchsanweisung nicht: In der Gebrauchsanweisung steht, nach wie vielen Minuten man das Ergebnis ablesen soll. Da es viele unterschiedliche Ovulationstests gibt, ist es in jedem Fall wichtig, vorher in Ruhe die Gebrauchsanleitung zu lesen. Ein Ergebnis, das erst Stunden später erscheint, gilt nicht.
  • Du testest im Morgenurin: Die hohe Konzentration des LH's kann das Ergebnis verfälschen.
  • Du willst deine Messperiode verkürzen, um weniger Teststreifen zu nutzen: Dann sparst du an der falschen Stelle, denn das könnte zu unpräzisen Messungen führen.

Ovulationstests sind zwar ein sehr gutes Hilfsmittel für die Familienplanung, um die fruchtbarsten Tage zu bestimmen, manchmal kann es trotzdem mehrere Monate oder sogar Jahre dauern, bis es mit der Schwangerschaft klappt. Auch wenn es schwerfällt: Versuche dich durch den Kinderwunsch nicht unter Druck zu setzen.

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