Mit diesen Strategien schützt ihr eure Kinder vor Gewaltverbrechen

Was soll ein Kind tun, wenn es von einem Fremden angesprochen wird? Es gibt einige gute Strategien, die eure Kinder wappnen können, zum Beispiel die Absprache eines Passworts.

Es ist eine der größten Ängste von Eltern, dass ihr Kind von einem Fremden angesprochen und entführt werden könnte. Zum Glück passiert das höchst selten, dennoch sollte man Kinder auf solche Situationen behutsam vorbereiten.

Pädagogen und die Polizei haben aus ihrer Arbeit einige Tipps und Strategien entwickelt, die Kindern Selbstbewusstsein geben und in solchen Momenten helfen können:

Geheimes Passwort absprechen

Viele Eltern machen mit ihren Kindern ein Passwort aus, das auf jeden Fall genannt werden muss, wenn eine nicht bekannte Person sie abholen will. Das kann hilfreich sein, wenn das Kind zum Beispiel von einem Fremden angesprochen wird, der behauptet, dass die Eltern ihn geschickt hätten - zum Beispiel, weil sie im Krankenhaus seien. Das Kind weiß: Wäre diese Geschichte wahr, dann hätten die Eltern dem Fremden das Passwort gesagt. Weiß dieser das Wort nicht, sollte das Kind zügig weggehen (nicht kopflos rennen, das ist zu gefährlich im Verkehr) und Hilfe holen.

Verhaltensweisen im Akutfall besprechen und üben

Besprecht mit dem Kind, was es machen soll, wenn es von fremden Erwachsenen bedrängt oder angesprochen wird. Gut ist auch, es in Rollenspielen zu üben und bestimmte Orte als Rettungsinseln zu bestimmen, zum Beispiel Geschäfte oder Tankstellen.

Mögliche Strategien sind zum Beispiel:

  • - An einer Haustür klingeln und um Hilfe bitten. Laut Polizei schreckt das viele Verbrecher schon ab.
  • - In ein Geschäft laufen und zum Beispiel der Kassiererin von dem Vorfall erzählen.
  • - An einen Ort rennen, wo mehr Menschen sind und diese ansprechen.
  • - Laut "Ich kenne Sie nicht, lassen Sie mich in Ruhe" zu rufen. Wichtig ist hierbei das "Sie", damit klar wird, dass es sich hier nicht um den Vater oder einen Bekannten handelt, mit dem das Kind einfach nur gerade Streit hat.

Dem Kind klarmachen, dass es "Nein" sagen darf

Eltern sollten ihren Kindern das Wissen und das Gefühl geben, dass es sich auch bei Erwachsenen wehren darf, wenn diese etwas verlangen, was es nicht will oder was ihm komisch vorkommt. Es muss klar sein: Keiner darf etwas von dir verlangen, was du nicht möchtest. Du bestimmst über deinen Körper.

Vor Taten warnen, nicht vor "Fremden"

Ein guter Tipp der Website Mimikama ist es, dass man vor Taten warnen soll, nicht vor "Fremden". Denn viele Kinder verwirrt der Begriff "fremd" eher, und sie fragen sich vielleicht: Darf mich der fremde Kellner im Café auch nicht ansprechen? Ist der Mann, wenn er meinen Namen kennt, noch fremd? Bestimmte Handlungen erkennen Kinder dagegen schneller und eindeutiger.

Mit dem Kind über seine Erfahrungen und Erlebnisse sprechen

Nehmt euch täglich Zeit, um mit dem Kind über seinen Tag, seine Erlebnisse und Sorgen zu sprechen. Es sollte das Gefühl bekommen, dass es den Eltern alles erzählen kann.

Das Kind möglichst in Gruppen zur Schule etc. gehen lassen

Versucht darauf zu achten, dass das Kind möglichst immer mit mehreren Kindern unterwegs ist. Trefft auch feste Absprachen, wer das Kind irgendwo abholen darf.

Keine sichtbaren Namen auf Shirts oder Taschen

Ein großes "Paul" auf der Baseball-Cap sieht hübsch aus. Aber es erleichtert Menschen mit bösen Absichten leider auch, sich das Vertrauen des Kindes zu erschleichen, weil sie das Kind mit seinem Namen ansprechen können.

Abstand zu Autos bewahren

Erklärt euren Kindern, dass sie sich von einem Auto entfernen sollen, wenn es neben ihnen hält. Auch wenn jemand sie aus dem Fenster heraus anspricht. Es sollte mindestens zwei Meter davon entfernt bleiben und auf keinen Fall auf Zuruf näher herankommen. Macht dem Kind auch klar, dass es auf einen Zuruf nicht grundsätzlich eingehen muss und dass es nicht unhöflich ist, wenn es einfach weitergeht.

Die Notrufnummer 110 erklären

Kinder sollten die Notrufnummer kennen, besonders, wenn sie ein Handy haben. Sprecht auch durch, was es in solchen Fällen am Telefon sagen sollte.

miro
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