PEKiP-Kurse für Babys: Was ist das und was bringt es?

PEKiP-Kurse sollen Babys spielerisch fördern. Wir erklären, was dahinter steckt.

"Geht ihr auch zum PEKiP-Kurs?" Diese Frage gehört unter Eltern von kleinen Babys heute schon zum Standard. Für viele ist so ein Frühförderungs-Kurs wie auch das Babyschwimmen fester Bestandteil des Terminkalenders im ersten Jahr mit Baby.

Doch was ist das eigentlich, PEKiP? Was macht man da und wofür ist das gut? Hier sind die wichtigsten Fakten.

Was bedeutet PEKiP?

PEKiP steht für "Prager Eltern-Kind-Programm". Das Konzept geht auf die Grundidee des Prager Psychologen Jaroslav Koch zurück und wurde in den 70er Jahren von der Bochumer Psychologin Christa Ruppelt und dem Sozialwissenschaftler Hans Ruppelt, später auch von weiteren Experten weiterentwickelt.

Seit 1988 kümmert sich der Verein PEKiP e.V. mit Sitz in Wuppertal um die Verbreitung und Weiterentwicklung des Konzepts. PEKiP e.V. bietet auch die Fortbildung an, mit der man sich zum Gruppenleiter oder zur Gruppenleiterin zertifizieren lassen kann.

Wofür sind PEKiP-Kurse gut?

Laut dem Verein ist das Ziel von PEKiP, "Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen". Das bedeutet, dass durch den Kurs die Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kind gefördert werden soll. Außerdem lernen Eltern, ihr Baby besser wahrzunehmen und es je nach Stand der Entwicklung anzuregen und zu begleiten. Sie sollen  insgesamt sicherer im Umgang mit dem Baby werden.

Zudem ist ein solcher Kurs, ähnlich wie eine Krabbelgruppe, eine gute Möglichkeit für Eltern, sich mit anderen auszutauschen, während das Baby mit gleichaltrigen Kindern spielen kann.

Wie ist der Ablauf eines PEKiP-Kurses?

  • Ein Kurs besteht laut PEKiP-Vorgaben aus nicht mehr als sechs bis acht Erwachsenen und ihren Babys.
  • Es sollte immer nur ein Elternteil je Sitzung teilnehmen.
  • Die Treffen dauern rund 90 Minuten und finden einmal die Woche statt – möglichst über den Zeitraum des ersten Lebensjahres.
  • Die Kursteilnehmer treffen sich in einem Raum, der möglichst warm ist, denn die Säuglinge sollen während des Kurses nackt sein.
  • Der Kursleiter/die Kursleiterin bietet verschiedene spielerische Sinnesanregungen und Bewegungsanregungen an. Es wird gestreichelt, geschmust, gesungen und mit altersgerechten Spielzeugen und Materialien gespielt. PEKiP soll nicht nur Spaß machen, sondern auch die Entwicklung fördern. Zum Beispiel werden die Babys auf den Bauch gelegt, um die Nackenmuskeln zu trainieren.
  • Dabei wird auch auf die Bedürfnisse des Babys geachtet. Es darf trinken, wenn es Hunger hat, oder auch ein kleines Nickerchen machen, wenn es müde ist.

Einen Eindruck, wie das aussehen kann, bietet dieser kurze Youtube-Film. Man kann darin gut sehen, wie die Kinder zur Bewegung animiert werden und spielerisch ihren Körper trainieren.

Warum sind die Kinder nackt während des Kurses?

Wenn Babys nackt sind, können sie sich freier bewegen und Berührungen besser spüren. Falls doch mal eins pinkelt, steht immer ein Eimer mit Putztuch bereit, um das Malheur zu entfernen. In manchen Kursen dürfen die Kleinen aber auch Windeln tragen.

Wie alt sollten die Babys sein?

Im Idealfalls startet man den Kurs laut PEKiP e.V. im Alter von 4 bis 6 Wochen, man kann aber auch später einsteigen, allerdings nur bis zum 1. Lebensjahr. Wichtig ist, dass die Babys in einem Kurs möglichst gleich alt sind, damit die Anregungen den jeweiligen Entwicklungsschritten entsprechen und die Eltern sich besser über die aktuellen Themen, die ihren Alltag bestimmen, austauschen können.

Warum sind die Kurse so beliebt?

Ein Grund für die hohe Nachfrage könnte laut Experten sein, dass Eltern heute unsicherer sind im Umgang mit dem Nachwuchs. Die Großfamilien, in denen Ältere den Jüngeren helfen, gibt es kaum noch. PEKiP-Kurse können wie auch Krabbelgruppen diese Lücke schließen. Natürlich können Eltern die Übungen auch nachlesen und zuhause machen, aber in der Gruppe kann es mehr Spaß machen, man knüpft neue Kontakte und fühlt sich einfach nicht mehr so allein mit der Aufgabe.

Gibt es auch Kritik an PEKiP?

Ja, einige Experten warnen vor "Frühförderungswahn". Der Körperpsychotherapeut Thomas Harms etwa beobachtet laut Deutschlandfunk, dass immer mehr reizüberflutete Babys in die Schreiambulanzen kommen. Den Grund sieht er auch in den vielen Förderkursen, die die Kleinen heute schon besuchen.

Tatsächlich ist noch nicht endgültig erforscht, wie sich PEKiP auf die Babys langfristig auswirkt, aber es gibt bislang auch keine Hinweise darauf, dass sie ihnen schaden.

Wichtig ist hier sicherlich, dass ihr die Babys genau beobachtet und aufhört, wenn sie sich unwohl fühlen. Auch solltet ihr nicht unbedingt zusätzlich zu PEKiP noch das Babyschwimmen, die Babymassage und den Englischkurs für Säuglinge besuchen. Dann bricht auch das stärkste Babys zusammen – und ihr vermutlich auch.

Wer bietet PEKiP-Kurse an?

Es gibt deutschlandweit ganz verschiedene Anbieter der PEKiP-Kurse, u.a. bieten Hebammen-Praxen, das Deutsche Rote Kreuz, Geburtshäuser, Elternschulen oder Volkshochschulen PEKiP an. Anbieter in eurer Nähe findet ihr über den PEKiP e.V.

Wie hoch sind die Kosten?

Das variiert etwas, im Schnitt ungefähr 12 Euro je Sitzung.

Wird das von den Krankenkassen bezahlt?

Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für PEKiP-Kurse. Erkundigt euch am besten direkt bei eurer Krankenkasse, ob die Kursgebühr erstattet wird.

miro
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