Plazenta-Fotos: Großer Auftritt für ein vergängliches Organ

Nein, dieses Organ wird keinen Schönheitspreis gewinnen. Trotzdem hat die Plazenta es verdient, dass wir sie uns genauer ansehen. Denn sie ist im Bauch der wichtigste Begleiter des Babys.

Angst vor Tabu-Themen hat die niederländische Geburtsfotografin Marry Fermont wahrlich nicht. Bereits bei bei Reihe "The Birth of the Head" traute sie sich, mit der Kamera Details zu zeigen, vor denen andere Fotografen zurückschrecken.

Bei dieser Fotoserie geht sie noch einen Schritt weiter. In der Reihe "Die Plazenta" zeigt sie ein Organ, das wir nur selten in seiner natürlichen, blutigen Form zu Gesicht bekommen. Obwohl es bei jeder einzelnen Geburt eine so wichtige Rolle spielt.

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Die Bilder sind nichts für Menschen mit einem schwachen Magen. Aber wer sich überwinden kann, die blutigen Organe anzusehen, wird Interessantes entdecken. Zum Beispiel die Eihäute, die ebenfalls Teil der Nachgeburt sind. In ihnen befindet sich der Fötus während der Schwangerschaft. Sie schützen das Kind und enthalten das Fruchtwasser.

Marry Fermont war schon immer fasziniert von der Plazenta. "Nur leider wird ihre Rolle ziemlich vernachlässigt", so die Fotografin. "Man hört selten jemanden darüber sprechen, es sei denn, es gab bei der Geburt irgendwelche Probleme damit."

Schade, denn dieses Organ erfüllt sehr wichtige Aufgaben. Sie versorgt den Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen, weshalb sie auch "Mutterkuchen" genannt wird. Sie schützt das ungeborene Kind auch vor Krankheitserregern und Giften. Sie entsorgt Kohlendioxid und andere Abfallprodukte des kindlichen Stoffwechsels. Und sie produziert auch noch wichtige Hormone, die die Schwangerschaft aufrechterhalten.

Die Nabelschnur verbindet den Fötus mit der Plazenta. Diese besteht übrigens sowohl aus Zellen des Fötus und aus Zellen der Mutter.

Nicht immer entwickelt sich die Plazenta wie gewünscht. Auf dem Bild oben ist eine Nabelschnuranomalie zu sehen, die Insertio velamentosa. Dabei setzt die Nabelschnur nicht an der Plazenta, sondern direkt an den Eihäuten an. Die Gefäße verlaufen also über den Eihäuten. Das kann gefährlich werden für das Kind, wenn etwa die Gefäße bei ungünstigen Lagen abgeschnürt werden und so das Kind nicht mehr richtig versorgt werden kann.

Für Marry Fermont ist die Plazenta, die unterschiedlichste Formen und Größen haben kann, "schön und einzigartig". Tatsächlich ist sie nicht der einzige Plazenta-Fan - es gibt auch Kulturen und Bewegungen, die dafür werben, die Plazenta nach der Geburt aufzuessen. Angeblich sollen dadurch die Milchproduktion angeregt und Wochenbettdepressionen vermieden werden. Allerdings gibt es dafür bislang keine seriösen Beweise. Forscher raten sogar eher vom Verzehr ab, weil die Plazenta als Barriereorgan Schwermetalle und Krankheitserreger enthalten kann.

Aber auch ohne Mutterkuchen zum Abendessen sind wir von diesem Power-Organ nachhaltig beeindruckt.

Mehr Plazenta-Fotos und Infos über Marry Fermont lest ihr auf fermontfotografie.nl.

miro
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