Plötzlicher Kindstod: Forscher entdecken Gemeinsamkeit bei toten Babys

Forscher haben ein gemeinsames Symptom bei Babys entdeckt, die am Plötzlichen Kindstod gestorben sind. Es könnte helfen, ein erhöhtes Risiko für den Säuglingstod vorherzusagen.

Es könnte ein Durchbruch im Kampf gegen den Plötzlichen Kindstod sein. Seit Jahrzehnten suchen Wissenschaftler nach dem Grund für das unheimliche Säuglingssterben. Zwar gibt es einige Verhaltensweisen, die den Plötzlichen Kindstod erwiesenermaßen fördern können – auf dem Bauch schlafen zum Beispiel oder eine schlechte Belüftung des Schlafplatzes. Aber was genau am Ende dazu führt, dass die Babys sterben, ist immer noch weitgehend unbekannt.

Endlich eine biologische Erklärung für den Plötzlichen Kindstod?

Australische Forscher haben nun zum ersten Mal einen Hinweis gefunden, der das Syndrom biologisch erklären könnte. Die Ärzte der Kinderklinik in Westmead fanden heraus, dass am Kindstod gestorbene Babys eine Gemeinsamkeit hatten: Sie alle hatten ein auffällig niedriges Level des protein-ähnlichen Botenstoffs Orexin.

Orexin wird im Gehirn gebildet und reguliert bei Menschen unter anderem das Schlaf-Wach-Verhalten. Es sorgt auch dafür, dass man aufwacht, wenn der Schlaf gestört wird – etwa durch zu wenig Sauerstoffzufuhr.

Die untersuchten Babys hatten 20 Prozent weniger Orexin im Körper als die Babys der Kontrollgruppe.

Orexin steuert den Schlafrhythmus

"Das könnte auf eine Störung bei den Babys hinweisen, die verhindert, dass die Botschaft aufzuwachen, richtig im Körper weitergegeben wird", sagt Rita Machaalani, Schlafexpertin der australischen Kinderklinik, laut Guardian.

Die Ärzte wollen nun herausfinden, was genau zu dem niedrigen Level an Orexin führt. Die Hoffnung ist, dass man so künftig bei Babys voraussagen kann, ob sie ein erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod haben.

Alexandra Martiniuk, medizinische Forscherin an der Universität in Sydney, sieht laut Guardian die Entdeckung als "großen Durchbruch" in der Erforschung des Plötzlichen Kindstods. Dennoch vermutet sie, dass eine Kombination aus mehreren Faktoren den Säuglingstod auslösen kann – und das seien neben biologischen Gründen eben auch falsche Schlafgewohnheiten.

Zahl der Fälle sinkt seit Jahren

Der Plötzliche Kindstod ist die häufigste Todesursache bei Kindern unter einem Jahr. Allerdings sind die Fälle, bei denen Babys aus dem Schlaf nicht mehr aufwachten, in den letzten Jahre durch Aufklärung stark zurückgegangen, 2013 waren in Deutschland 152 Kinder betroffen. 1991 waren es noch fast 1.300.

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