Kiffen gegen Postpartale Depression? Diese Mutter wirbt dafür

Celia Behar hat alles probiert, um ihre Wochenbettdepression loszuwerden. Doch das einzige was half war: Marihuana! 

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 100.000 Frauen an einer Postpartalen Depression, so Schätzungen des Vereins Schatten und Licht, der über psychische Erkrankungen nach der Geburt informiert und aufklärt. Die Dunkelziffer ist womöglich noch viel höher.

Auch Celia Behar, eine Mutter und Bloggerin aus den USA, fiel nach der Geburt ihres ersten Kindes in ein tiefes Loch. Die Ärzte verschrieben ihr Prozac, ein Antidepressivum. Es half ihr, zumindest durch den Tag zu kommen – doch die Nebenwirkungen machten ihr zu schaffen. Nach einer Zeit ging es Celia besser, doch bei der Geburt des zweiten Kindes ging es wieder von vorne los. Sie weinte viel, hatte Schlafstörungen und, was am schlimmsten für sie war, sie fühlte sich nicht verbunden mit ihren Kindern.

Ein Bekannter empfahl ihr Cannabis

Schließlich gab ihr ein Freund den Rat, es doch mal mit Kiffen zu versuchen. In Los Angeles, wo Celia heute lebt, ist der Konsum von Haschisch schon lange legal. Celia selbst hatte auch schon mal als Jugendliche konsumiert – aber Kiffen als Mutter zweier Kinder? Das kam ihr absolut falsch vor. Doch in ihrer Verzweiflung versuchte sie es – und war überrascht über die Wirkung.

"Es kam mir zu der Zeit so vor, als würde ich in einer Welt aus Schwarz und Weiß leben. Doch als ich begann, Cannabis zu konsumieren, lebte ich plötzlich in Technicolor. Schlafen half plötzlich wieder gegen die Ängste. Alles veränderte sich. Ich fühlte mich nicht high. Ich war nicht stoned. Ich fühlte mich einfach nur ruhig und ausgeglichen."

Celia war so begeistert von der Wirkung, dass sie darüber auf ihrem Blog und in vielen Interviews berichtete. Trotz des liberalen Umgangs mit Cannabis in vielen Bundesstaaten der USA bekam sie dafür viele Anfeindungen. Wurde als Junkie und unverantwortliche Mutter bezeichnet.

Trotzdem hört Celia nicht auf, von ihren Erfahrungen zu erzählen. "Cannabis hat mich gerettet", sagt Celia. Warum also sollte sie nicht darüber berichten und vielleicht so anderen Frauen helfen?

Cannabis – das umstrittene Heilmittel

Dass das in Cannabis enthaltene Delta-9-THC heilende Wirkung haben kann, ist schon lange bekannt. In ist es mittlerweile bei bestimmten Krankheiten (zum Beispiel bei Multipler Sklerose und demnächst auch bei Schmerz- und Krebspatienten) als Medizin zugelassen – und wird dann auch von der Krankenkasse bezahlt. Depressionen fallen aber bislang nicht darunter.

Allerdings hat die psychoaktive Wirkung von Cannabis auch Risiken. Bei manchen Menschen wirkt sie stimmungsauffhellend, so wie bei Celia. Es kann aber auch Ängste und andere psychische Probleme erst auslösen, ebenso wie Übelkeit und Schwindel. Und: Bei regelmäßigem Konsum kann Cannabis abhängig machen.

Darum wird es in Deutschland bis auf Weiteres wohl illegal bleiben, auch wenn viele Cannabis-Fans schon lange für die Legalisierung kämpfen.
 

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