Risikochwangerschaft: Was bedeutet das eigentlich?

Immer mehr Schwangerschaften werden als "Risikoschwangerschaft" eingestuft. Aber was bedeutet der Vermerk im Mutterpass eigentlich für werdende Mütter? 

Risikoschwangerschaft - Das klingt angsteinflößend. Doch das muss der Begriff gar nicht sein. Mit Hilfe eines Fragenkatalogs prüfen Frauenärzte lediglich, auf was bei Schwangeren besonders gut acht gegeben werden muss. Stuft der Arzt die Schwangerschaft nämlich als Risikoschwangerschaft ein, wird die werdende Mama besonders engmaschig kontrolliert und untersucht.

Wie wird eine Risikoschwangerschaft festgestellt?

Im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen erfasst der Arzt anhand von zwei Fragebögen deinen allgemeinen Gesundheitszustand und spricht mit dir über Komplikationen im Verlauf der aktuellen Schwangerschaft aber auch vorangegangener. 

Indikatoren für eine Risikoschwangerschaft sind unter anderem:

  • Blutungen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • chronische Krankheiten (z. B. Diabetes, Asthma, Epilepsie, Herzerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Skelettanomalien)
  • Alter unter 18 und über 35 Jahre 
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Vielgebärende mit mehr als 4 Kinder
  • Rhesus-Unverträglichkeit
  • frühere Fehlgeburten, Frühgeburten oder Mangelgeburten
  • frühere Kaiserschnitte
  • vorausgegangene Schwangerschaftsabbrüche
  • vorzeitige Wehen
  • Venenprobleme
  • seelische Belastungen
  • Anhaltender Medikamenten-, Alkohol-, Nikotin- oder anderer Konsum von Drogen in der Schwangerschaft
  • Plazentainsuffizienz
  • chronische oder wiederholte Blasenentzündung
  • Schwangerschaftsdiabetes 
  • Erbkrankheiten innerhalb der Familie

Treffen zwei dieser Umstände auf eine Schwangere zu, wird die werdende Mama bereits als risikoschwanger eingestuft. Ob jedoch wirklich Gefahr droht, ist nicht geklärt. 

Was bedeutet es, wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt?

Keine Panik, auch wenn du den Vermerk "Risikoschwangerschaft" in deinem Mutterpass stehen hast, heißt das zunächst nur, dass dein Arzt die Vorsorgeuntersuchungen besonders sorgfältig durchführt. Dafür wirst du zu Beginn der Schwangerschaft alle vier Wochen einen Termin beim deinem Frauenarzt haben. Ab der 28. Woche verkürzt sich der Abstand auf alle zwei Wochen. Bei Bedarf werden zusätzliche Ultraschalls und Tests durchgeführt.

Damit auch die Geburt möglichst komplikationsfrei verläuft, sollte die Geburtsklinik bestens über den Verlauf deiner Schwangerschaft informiert sein. So können schon im Vorfeld spezielle Vorsichtsmaßnahmen für die medizinische Betreuung für dich und dein Baby während und nach der Geburt getroffen werden, sofern sie nötig sind. 

Wer zahlt die zusätzlichen Untersuchungen während einer Risikoschwangerschaft?

Keine Sorge! Bei einer Risikoschwangerschaft übernehmen die Krankenkassen selbstverständlich die Kosten für die weiteren Untersuchungen.

Risikoschwangerschaft mit 35 Jahren: Warum? 

Bist du schwanger und 35 Jahre oder älter, wirst du von deinem Frauenarzt automatisch als risikoschwanger eingestuft. Das hängt vor allem damit zusammnen, dass statistisch gesehen das Risiko, im Laufe einer Schwangerschaft an einer Gestose - einer sogenannten Schwangerschaftsvergiftung - zu erkranken, etwas höher ist, als bei jüngeren Frauen.

Gleichzeitig steigt das Risiko für Chromosomenstörungen bei den Babies, je älter die Mama ist. Die bekannteste Abweichung ist das Down-Syndrom (oder Trisomie 21). Während das Risiko ein Kind mit einer Chromosomenstörung zur Welt zu bringen bei einer 20-Jährigen bei 1:1500 liegt, erhöht es sich bei einer 35 Jahre alten Schwangeren auf 1:356.

Viele Gen-Defekte können mittlerweile mit Hilfe von Pränataldiagnostik erkannt werden. Bei Bedarf kann dich dein Frauenarzt hierzu ausführlich beraten. 

Risikoschwanger und jetzt? 

Ganz wichtig: Keine Panik! Führe dir lieber immer wieder vor Augen, dass 97 Prozent aller Kinder gesund zur Welt kommen. Und nicht vergessen: 

  • Du allein entscheidest, wieviele Untersuchungen du durchführen lassen möchtest und bei wem. So kannst du die Vorsorgeuntersuchungen auch auf deinen Arzt und die Hebamme aufteilen - manche Ärzte sehen das leider nicht so gerne, aber es ist dein gutes Recht. Lass dich also nicht beirren, wenn du die Untersuchungen gerne so Handhaben möchtest.
  • Mach dir auch immer wieder bewusst: Eine Schwangerschaft ist etwas Natürliches und dein Körper dafür gemacht. Also vertraue ruhig auch auf dein Bauchgefühl. 

Kann die Einstufung als Risikoschwangerschaft auch wieder zurückgenommen werden? 

Ja. Eine vorerst als risikoschwanger eingestufte Frau kann im Laufe der Schwangerschaft durchaus wieder auf zurückgestuft werden. Zum Beispiel, wenn sich die Blutungsneigung legt oder sich der Blutdruck wieder normalisiert.

Du bist noch auf der Suche nach einem schönen Namen für dein Baby? Dann lass dich doch von den Babynamen 2019 inspirieren. 

Übrigens: Wir haben auch alle Infos rund um jede einzelne Schwangerschaftswoche für dich zusammengefasst. Hier erfährst du, was in deinem Bauch im Laufe der Schwangerschaft vor sich geht. 

Videotipp: Sex während der Schwangerschaft - Geht das?

Sex während der Schwangerschaft - geht das?

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