Schwanger fliegen: Risiken und Tipps

Schwanger fliegen – ist das möglich? Wir klären die wichtigsten Fragen, mögliche Risiken und sagen dir, worauf du achten solltest. 

Noch ein kleiner Urlaub in der Wärme, bevor das Leben zu dritt losgeht? Fliegen in der Schwangerschaft ist möglich, dennoch solltest du einige wichtige Punkte beachten …

Schwanger fliegen: Das musst du wissen

  • Im ersten Trimester sollten Schwangere das Fliegen vermeiden: Gerade in dieser sensiblen Entwicklungsphase kann sich eine Flugreise auf das Embryo schädlich auswirken: In der Höhe steigt die Strahlenbelastung im Flugzeug. Die ionisierende Strahlung erhöht gerade in der Anfangszeit der Schwangerschaft das Risiko für Fehlbildungen. Außerdem sind im ersten Drittel der Schwangerschaft viele Schwangere von Schwangerschaftsübelkeit betroffen. Frauen, die beruflich viel fliegen, sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
  • Im zweiten Trimester (vor allem zwischen der 18 und 24 SSW) der Schwangerschaft sind Flugreisen möglich, wenn sich die Schwangere in einem guten Allgemeinzustand befindet und die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft.
  • Ab ungefähr der 29. SSW sollten Schwangere nur fliegen, wenn sie sich in einem guten Gesundheitszustand befinden und keine Komplikationen vorliegen. Gegebenenfalls sollte lieber Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.
  • Gerade mit fortgeschrittener Schwangerschaft kann die Enge des Sitzes oder der Toiletten im Flugzeug zum Problem werden. Ab der 30. SSW könnte die räumliche Enge in Flugzeugen von Schwangeren schon als sehr unangenehm empfunden werden.
  • Ab der 34./35. SSW sollten Schwangere nicht mehr in ein Flugzeug steigen.

Fliegen während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen bei:

  • erhöhtem Risiko für Früh- und Fehlgeburten
  • Blutarmut 
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Risikoschwangerschaft aufgrund des Alters
  • Fehllage der Plazenta

Halte diesbezüglich Rücksprache mit deinem Arzt!

Schwanger fliegen: Auflagen der Airlines 

  • Je nach Airline existieren verschiedene Vorschriften bezüglich der Mitnahme von Schwangeren. Die meisten Fluggesellschaften verlangen ab der 28. SSW ein ärztliches Attest, der die Flugfähigkeit der Schwangeren nachweist. Ab der 35. SSW werden Schwangere von den meisten Airlines nicht mehr befördert (bei einer Mehrlingsschwangerschaft gilt die 32. SSW).
  • Frage also immer direkt bei der Airline nach, welche Vorschriften gelten. Oft besitzen die Fluggesellschaften entsprechende Vordrucke, die der Gynäkologe ausfüllen kann. Bedenke, dass das Attest für die Flugreise nicht älter als zwei Wochen sein darf.
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Schwanger fliegen: 8 Tipps für Schwangere

  • Mit steigender Flugdauer erhöhen sich die Risikowerte bei Flugreisen für Schwangere: Langstreckenflüge sind gefährlicher als Kurzstrecken, da das Thromboserisiko steigt.
  • Versuche, während des Fluges immer wieder ein paar Schritte im Gang zu laufen (am besten jede halbe Stunde). So bringst du deinen Blutkreislauf in Schwung und verminderst das Thromboserisiko. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten eine zusätzliche Maßnahme sein.
  • Informiere dich zu den Bestimmungen deiner Auslandskrankenversicherung: Bei manchen Versicherungen sind die Kosten für Geburt oder Schwangerschaftskomplikationen im Ausland nicht abgedeckt. 
  • Schließe gegebenenfalls eine Reiserücktrittsversicherung ab, falls sich Komplikationen vor deiner Reise ergeben.
  • Beim Check-in ist ein Platz mit möglichst viel Beinfreiheit und am Gang ratsam.
  • Mache es dir während der Flugreise so bequem wie möglich, das heißt: Trage bequeme Kleidung, verschaffe dir Beinfreiheit, gurte dich unterhalb des Bauches an und nehme ausreichend Flüssigkeit zu dir! 
  • Trage deinen Mutterpass oder eine Kopie dessen bei dir.
  • Checke vorher die Formalitäten für dein Urlaubsland: Wie sind die Einreisebestimmungen für Schwangere? Gibt es bei Komplikationen entsprechende Ärzte vor Ort? Wie ist die medizinische Versorgung? Besteht ein Risiko für mögliche Infektionskrankheiten im Urlaubsland?

Schwanger fliegen: Wie verhält es sich mit Strahlen, Sauerstoffdruck & Co.?

  • Auch wenn die Strahlenbelastung im Flugzeug steigt, so wird ein einzelner Langstreckenflug in der Schwangerschaft in der Regel nicht als schädlich angesehen.
  • Die Flughafenscanner beim Check-in sind nicht gefährlich für das Baby. Hierbei handelt es sich nur um Metalldetektoren und keine Röntgenstrahlen.
  • In Flugzeugen ist der Sauerstoffdruck verringert. Das ist für die werdende Mutter und das Baby nicht schädlich, es sei denn, die Funktion der Plazenta ist eingeschränkt. 

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