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Senkwehen So erkennst du sie!

Senkwehen: Schwangere verzieht schmerzverzerrt das Gesicht
© Tomsickova Tatyana / Shutterstock
Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sich deine Schwangerschaft dem Ende neigt, sind Senkwehen. Woran du sie erkennst und wie sie sich von echten Wehen unterscheiden, liest du hier.

Deine Schwangerschaft nähert sich dem Ende, bald hast du es geschafft und hältst endlich dein Baby in den Armen. Doch bis es soweit ist, bereitet sich dein Körper fleißig auf die Geburt vor – allen voran deine Gebärmutter. Der Muskel zieht sich immer wieder zusammen und trainiert schon während der gesamten Schwangerschaft, was du möglicherweise als leichte Kontraktionen spürst. Ist dein Baby bereit für die Geburt, werden aus ihnen schließlich die echten Geburtswehen. Zuvor wirst du vermutlich ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche (20. SSW) immer wieder einen harten Bauch bemerken. Das sind die sogenannten Übungswehen, die schließlich in den letzten 4 Wochen (36. SSW) vor der Geburt in Senkwehen übergehen. Die Senkwehen zählen allerdings noch zu den Übungswehen, da die Geburt dadurch zwar vorbereitet aber nicht eingeleitet wird. Senkwehen haben aber noch keine Auswirkungen auf den Muttermund.

Was sind Senkwehen überhaupt? 

Etwa um die 36. SSW wirst du vermehrt Senkwehen spüren. 

So fühlen sich Senkwehen an:

  • sie dauern etwa 30 Sekunden bis eine Minute 
  • sie treten über mehrere Stunden immer wieder unregelmäßig auf
  • die Abstände zwischen Senkwehen sind relativ lang und dauern 10 Minuten oder länger
  • sie machen sich durch Ziehen im Rücken oder Unterleib (ähnlich wie Menstruationsschmerzen) bis hinein in die Oberschenkel bemerkbar
  • ihre Intensität ist von Frau zu Frau unterschiedlich – manche spüren sie gar nicht, andere müssen die Senkwehen veratmen
  • bei Senkwehen ändert sich die Form des Bauches: Während der Bauch vor den Senkwehen die Form eines "C" hatte, gleicht er nun eher einem umgedrehten Fragezeichen "¿".

Hinweis: Treten die Übungswehen mehr als drei mal pro Stunde oder zehn mal pro Tag auf, solltest du Rücksprache mit deinem Arzt halten. Gleiches gilt, wenn die Schmerzen zunehmen.

Was bewirken Senkwehen?

Durch die Kontraktionen rutscht das Baby tiefer ins Becken und nimmt seine Geburtsposition ein. Dein Bauch senkt sich dadurch. Positiver Nebeneffekt: Du bekommst wieder besser Luft, da das Baby nicht mehr so sehr auf das Zwerchfell drückt. Das Baby drückt dazu nicht mehr so doll auf den Magen. Auch das Sodbrennen sollte jetzt weniger werden. Dazu wird eine neue hormonelle Phase eingeleitet. In den letzten Schwangerschaftswochen kann es allerdings zu gehäuftem Harndrang kommen, da das Baby nun mehr auf die Blase drückt. Außerdem bewegt sich der Gebärmutterhals von der Kreuzbeinhöhle nach vorne in Richtung Schambein. Diese Veränderungen verursachen bei manchen Frauen Beschwerden und Schmerzen. Dazu erzeugt der Druck des Köpfchens Reibung am Beckenboden, dies kann als Zucken oder Vibrieren in der Scheide wahrgenommen werden. Und nicht zuletzt stellt sich meist ein Ziehen im Kreuz ein, sobald die Senkwehen auftreten.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Übungswehen, die du meist kaum spürst, können Senkwehen also nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch schon Auswirkungen auf den Gebärmutterhals haben. Dieser lockert und verkürzt sich bis hin zum Geburtstermin (Zervixreifung). Spätestens in dieser Phase solltest du auch deine Kliniktasche packen und die letzten Sachen für die Baby-Erstausstattung einkaufen, falls noch etwas fehlt.

Übrigens: Bei Frauen, die schon ein Kind geboren haben, treten die Senkwehen erst später oder manchmal auch erst kurz vor der Geburt auf. 

Das kannst du gegen die Schmerzen während der Senkwehen tun

  • Grundsätzlich hilft es, Stress und Anspannung möglichst zu vermeiden.
  • Wärme, z.B. durch ein warmes Bad oder eine Wärmflasche, und Entspannungsübungen können bei Schmerzen helfen.
  • Sanfte Massagen und entsprechende Atemübungen können die Schmerzen lindern.
  • Schwangerschafts-Yoga mit gezielten Übungen kann ebenso helfen. Besprich dich am besten mit deiner Hebamme!

Worin unterscheiden sich Senkwehen von echten Geburtswehen?

Manche Frauen verwechseln die frühen Senkwehen mit Geburtswehen, vor allem dann wenn der Termin schon fast vor der Tür steht. Wenn du dir nicht sicher bist, ob es wirklich losgeht, ruf am besten erst einmal im Krankenhaus oder bei deiner Hebamme an. Dass du die Wehen nicht sofort einordnen kannst, ist vollkommen normal, schließlich bekommt man nicht jeden Tag ein Baby.
Du kannst auch einen einfachen Test anwenden: Nimm einfach ein warmes Entspannungsbad:

  • Werden die Wehen dadurch stärker sind es wahrscheinlich echte Geburtswehen
  • Verschwinden sie wieder, sind es noch Übungswehen beziehungsweise Senkwehen

Auch wenn die Wehen mit der Zeit in ihrer Intensität steigen, die Abstände immer kürzer und regelmäßiger werden und die Schmerzen zunehmen, sind das vermutlich Geburtswehen. 

Senkwehen: Dann solltest du besser zum Arzt gehen

Übungs- und Senkwehen sind in den letzten Wochen vor der Entbindung normal. Allerdings sollten sie zwischendurch immer mal wieder verschwinden. Ist das nicht der Fall und halten sie über einen längeren Zeitraum an, solltest du zur Sicherheit mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin sprechen. Übrigens auch immer dann, wenn du ein ungutes Gefühl hast!

Willst du dich mit anderen werdenden Mamis über deine Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt austauschen? Dann schau doch mal in unserer BRIGITTE Community vorbei.

Verwendete Quellen:

  • frauenaerzte-im-netz.de (Aufruf: 19.02.2021)
  • familienplanung.de (Aufruf: 19.02.2021)
  • ratgeber-verbraucherzentrale.de (Aufruf: 19.02.2021)

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