Polizei-Aufruf: "Hören Sie auf, Fotos Ihrer Kinder zu posten!"

Die Polizei Hagen landete einen viralen Hit - mit der Aufforderung an Eltern, die Privatsphäre ihrer Kinder zu wahren.

Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten! - Auch Ihre Kinder haben...

Gepostet von Polizei NRW Hagen am Dienstag, 13. Oktober 2015

"Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten! - Auch Ihre Kinder haben eine Privatsphäre!

Ein Schnappschuss am Strand oder nackt badend im Planschbecken: Viele von Ihnen veröffentlichen Bilder von ihren Kleinsten bei Facebook und Co. Und das nicht selten für jedermann sichtbar, also völlig ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen bei den Privatsphäre-Einstellungen

Vielleicht finden Sie die Fotos heute süß, Ihrem Kind sind sie in ein paar Jahren aber endlos peinlich. Oder Ihr Kind gar gemobbt. Noch schlimmer: Pädophil veranlagte Menschen bedienen sich solchen Fotos und nutzen sie für ihre Zwecke bzw. veröffentlichen sie an anderer Stelle.

Auch ihre Kinder haben eine Privatsphäre. Kinderfotos haben in sozialen Netzwerken grundsätzlich nichts zu suchen. Denn das Internet "vergisst" nichts.

Zeigen Sie die Bilder von Ihren Kleinsten der Oma, dem Opa, der Tante, dem Onkel, Freunden und Bekannten lieber persönlich. Es ist doch auch viel schöner, gemeinsam darüber zu sprechen und zu schmunzeln.

Danke!

Viel diskutiert: Kinderfotos posten - oder nicht?

Was hier etwas alarmistisch rüberkommt, erhitzt die Gemüter. Das Polizei-Posting auf Facebook wurde innerhalb von zwei Tagen über 200.000 Mal geteilt und fast 4.000 Mal kommentiert.

Juliane etwa kommentiert: "Zeigt euren Kindern die Welt und nicht der Welt eure Kinder!!!"

Und Derbysieger Borusse Riße spottet: "Dann könnt ihr mich hier alle verurteilen weil ich gerne das eine oder andere Familienfoto mit meiner Tochter oder meinem Sohn hochlade für meinen Freundes bzw. Familienkreis. Ihr denkt auf euren Handys sind eure Fotos geschützt?"

Die Hamburger Morgenpost hat Elternblogger befragt, wie sie zu dem Thema stehen. Bloggerin und Autorin Rike Drust meint: "Für mich stellt sich die Frage, ob die Polizei Hagen in diesem Befehlston tatsächlich schafft, für das Thema zu sensibilisieren. Ich habe mich nach dem Post eigentlich nur gewundert, dass sie nicht alles in Großbuchstaben und mit 27 Ausrufezeichen geschrieben haben. Ich handhabe das so: Frontale Bilder nur von mir selber und von den Kindern nur so, als wären sie Nachbar Wilson aus 'Hör mal, wer da hämmert'."

Ein Ziel hat die Polizei mit ihrem Posting erreicht: Viele Eltern machen sich nun Gedanken darüber, wie und ob sie ihre Kinder im Netz präsentieren.

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