10 typische Erziehungsfallen, in die wir jetzt nicht mehr tappen!

Elterntrainerin Uta Allgaier erklärt, in welche Fallen Eltern bei der Erziehung oft tappen - sei es wegen überholter Erziehungsmethoden oder aus übertriebener Vorsicht. Klickt auf das Video und seht, an welchen Stellen sich viele Eltern am häufigsten das Leben unnötig schwer machen!

5 typische Erziehungsfallen
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Falle 1:

Zu glauben, man müsste ein Baby auch mal schreien lassen.

Damit ein Kind Urvertrauen entwickelt, braucht es feste Bezugspersonen, die einfühlsam auf seine Signale reagieren. Klar, Eltern sind manchmal ratlos und mit den Nerven am Ende. Aber niemand sollte das Schreien-Lassen zur Methode erheben.

Falle 2:

Zu glauben, man müsse dem Kleinkind ständig auf den Fersen sein, sobald es laufen kann.

Im Park oder sogar im Supermarkt können Eltern ruhig ein paar Schritte vorausgehen. Wenn das Kind ständig unseren Atem im Nacken spürt, verkümmert seine angeborene Fähigkeit, mit Mama und Papa zu kooperieren und ihnen selbstständig zu folgen. Kleinkinder brauchen beiläufige Nähe, so dass sie jederzeit Sicherheit "tanken" können, um mit neuem Mut die Welt zu erobern.

Falle 3:

Zu glauben, schon kleine Kinder müssten ihre Spielsachen oder ihr Essen mit anderen Kindern teilen können.

In ihren ersten Lebensjahren lernen sie erst zu besitzen, ehe sie auch etwas abgeben können. Das ist ein Reifungsprozess. Eltern sollten ihre Kinder nicht nötigen, etwas zu verschenken. Am ehesten lernen kleine Menschen zu teilen, wenn sie ihre Eltern als großzügig erleben.

Falle 4:

Zu glauben, dass Eltern immer gerecht sein könnten.

Wer akribisch darauf achtet, dass die Geschwister gleich oft schaukeln dürfen, gleich viele Süßigkeiten bekommen und ihnen gleich lange vorgelesen wird, zieht Kinder groß, die schnell ein "Das ist aber ungerecht!" auf den Lippen tragen. Liebe kann man nicht mit dem Messbecher verabreichen. Wenn man ein Leben in Großzügigkeit und Fülle führt, lassen sich die Kinder einfach mitreißen.

Falle 5:

Eine Grundschule nur danach auszuwählen, weil Freunde des Kindes dorthin gehen.

Im Alter von fünf oder sechs Jahren finden Kinder innerhalb kürzester Zeit Anschluss bei anderen Kindern. Erst mit Beginn der Pubertät werden Freundschaften wirklich persönlich. Für die Schulwahl sind ein kurzer Weg, das pädagogische Konzept und liebevolle Lehrer sehr viel wichtiger.

Falle 6:

Schulleistungen zu wichtig zu nehmen.

Statt die Kinder wegen der Schule ständig unter Druck zu setzen, lieber Freude an Bildung und am lebenslangen Lernen vorleben (Spaß beim Vorlesen, Theater- und Museumsbesuche). Es ist schön, die Kinder zu unterstützen und mal die Vokabeln abzuhören, aber wenn sie die Schule nur schaffen, wenn Mama oder Papa täglich mit ihnen lernen, läuft etwas grundlegend falsch - und alle leiden darunter.

Falle 7:

Mit einem Jungen "Jetzt reden wir mal über dich und deine Gefühle"-Gespräche zu führen.

Wenn eine Mutter mehr Nähe zu ihrem Sohn möchte, sollte sie sich für seine Hobbys interessieren, zusammen mit ihm einen Hundespaziergang unternehmen oder so lange Auto fahren, bis der Tank leer ist. Das bringt mehr, als wenn sie ihn zwingt, sich ihr gegenüber hinzusetzen und von sich und seinen Freunden zu erzählen.

Falle 8:

Smartphone und Computer verdammen.

Für Jugendliche sind digitale Medien nicht irgendein Spielzeug, sondern ein wesentlicher Teil ihrer Lebenswelt. Hier halten sie sich gegenseitig auf dem Laufenden, hier kommunizieren sie mit ihren Freunden, hier gestalten sie in Spielen ihre eigene, virtuelle Welt. Wenn Eltern das ständig abwerten, setzen sie den Kontakt und die Einflussnahme auf ihr Kind aufs Spiel.

Falle 9:

Teenager zu behandeln, als wären sie hormongesteuerte Aliens.

Wie würde es uns Müttern gefallen, wenn man uns wegen der Wechseljahre nicht mehr ernst nehmen würde? In der Pubertät werden aus Kindern Erwachsene. Das ist gesund und notwendig. In der Zeit brauchen sie Eltern, die MIT ihnen und nicht ÜBER SIE reden.

Falle 10:

Zugunsten der Kinder das eigene Glück vernachlässigen.

Von dieser Art der Aufopferung halten Kinder wenig. Wenn ihre Eltern glücklich sind, sind sie es auch (vorausgesetzt natürlich, sie verbringen Zeit mit ihnen). Alles, was ich investiere, um selbst und mit meinem Partner ein erfülltes Leben zu führen, kommt unmittelbar den Kindern zugute. Sie lernen schließlich am Modell.

Über die Expertin:

Uta Allgaier ist Journalistin und Elterntrainerin, außerdem schreibt sie das MOM-Blog Wer ist eigentlich dran mit Katzenklo. Hilfreiche Erziehungstipps gibt sie auch in ihrem Buch "Doch! Erziehen kann leicht sein!" (Ellert & Richter Verlag, 240 Seiten, 14,95 Euro).

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