10 Dinge, mit denen niemand beim zweiten Kind rechnet

Wer schon ein Kind hat, weiß, was beim zweiten zu erwarten ist - denken viele Eltern. Die Realität sieht anders aus. Mach dich auf diese Überraschungen gefasst!

1. Du vergisst zwischenzeitlich, dass du überhaupt schwanger bist

Die Wartezeit auf das erste Kind war täglich neu aufregend, spannend und überraschend. Kein anderes Ereignis in deinem Leben hat dich auch nur annähernd so sehr beschäftigt - wie sollte es auch?

Weißt du, was bei deinem zweiten Kind deine Aufmerksamkeit beansprucht? Genau, dein erstes Kind. Du hast gar keine Zeit dafür, dir jede freie Sekunde Gedanken darüber zu machen, wie sehr sich dein Leben auf den Kopf stellen wird - denn da steht es bereits. Und wenn dein erstes Kind abends IRGENDWANN tatsächlich eingeschlafen ist, ist dein Kopf meist zu leer, um noch das Schwangerschafts-Gedankenkarussell anzuwerfen - zumindest in den ersten Monaten.

Hebamme Kareen Dannhauer

2. Du fühlst dich oft noch schlechter als beim ersten Mal

Diese Ablenkung überträgt sich leider auch auf die unangenehmen Seiten der Schwangerschaft. Übelkeit? Rückenschmerzen? Ständig aufs Klo rennen? Das hat letztes Mal schon alles nicht so viel Spaß gemacht. Aber - Überraschung - das wird alles noch viel anstrengender, wenn nebenbei weiterhin das Kind, das bereits da ist, seine Mama voll einfordert.

Aber: Zum Glück ist es die Sache wert! (siehe Punkt 10)

3. Du kriegst ein schlechtes Gewissen

Und plötzlich trifft dich dann doch die Erkenntnis: Verdammt, da ist jetzt wirklich ein neues Familienmitglied unterwegs. Und damit kommen die Zweifel: Kriegen wir das wirklich in? Werde ich überhaupt noch Zeit für Partner und Beziehung haben? Und: Wie wird sich mein erstes Kind entwicklen, jetzt wo es ein Geschwisterkind wird? Leidet es vielleicht jetzt schon daran, dass ich es vernachlässige?

Aber keine Panik: Alles wird gut! Deine Familie wird nicht zerstört, sondern noch viel, viel toller!

4. Du musst den Umgang mit einem Baby wieder neu lernen

Und dann ist das Baby da, und plötzlich musst du all die Handgriffe wieder lernen, die schon eine Ewigkeit zurückliegen. Du wirst staunen, wie viel Baby-Alltag wieder in Vergessenheit gerät: Ach ja - so ein Neugeborenes muss natürlich nach dem Trinken ein Bäuerchen machen, stimmt. Und wie kriegt man die winzigen Ärmchen noch mal am besten durch den Strampelanzug durch? Ach ja - diese kleinen Babys vibrieren ständig auf dem Arm wie ein Handy, weil sie sehr viel häufiger in die Windel machen, als das ältere Kind.

Aber das Gute ist: Das fällt dir alles schneller wieder ein, als du denkst. Und innerhalb kürzester Zeit schlafwandelst du durch die Handgriffe, die dir beim ersten Kind noch viel Übung abverlangt haben. Bist ja schließlich inzwischen Profi!

5. Du erinnerst dich daran, was schon immer echt blöd war

Das können wir leider nicht schönreden: Alles, was an einem Neugeborenen kräftezehrend war, wird beim zweiten Kind wohl eher nicht besser werden. Schlafstörungen. Essen verweigern. Zähne kriegen. Natürlich ist kein Kind wie das andere, aber kein Baby kommt auf die Welt, stellt fest, dass es schon ein Geschwisterkind gibt, und macht es seiner Mama deshalb extra-einfach. Und die Geschwisterkinder tun das höchstens, wenn es einen sehr großen Altersunterschied gibt.

Aber nur Mut: Du weißt vom ersten Kind, dass auch die härteste Zeit tatsächlich vorbeigeht - garantiert!

6. Du wirst in vielen Punkten überraschend cool werden

Ach, und überhaupt: Erinnerst du dich, wie nervös dich jede Kleinigkeit bei deinem ersten Baby gemacht hat? Damit ist es jetzt endgültig vorbei. Nicht jeder Schnuller muss abgekocht werden, bevor er in den Babymund darf, und der Fieberschub, der dich einst in eine Mordspanik versetzt hat, ist beim zweiten Baby halt auch nur ein weiterer Besuch beim Kinderarzt.

Das Schöne ist: Diese Gelassenheit überträgt sich auch auf deine Kinder - die ja sehen, wie wenig sich Mama inzwischen von solchen Lappalien aus der Ruhe bringen lässt.

7. Du wirst einen neuen Blick auf andere Eltern kriegen

Damit ändert sich auch dein Blick auf all die Eltern, die selbst gerade ihr erstes Kind bekommen haben - und dir voller Aufregung von Dingen erzählen, die dir nur noch ein müdes Lächeln abringen können.

Sei milde mit ihnen, du warst ja auch mal so. Aber niedlich, wie gestresst die mit einem Kind sind, oder? Für dich ist es ein Urlaubstag, wenn du dich ausnahmsweise mal nur um ein einziges Kind kümmern musst.

8. Du wirst dir viel Kram einfach mal sparen

Mann, kam dir das alles mal wichtig vor: Genau Buch führen über die Baby-Verdauung, Baby-Schwimmen, Baby-Turnen, Musikalische Baby-Früherziehung: Wenn man frischgebackene Mama ist, will man natürlich nichts falsch machen, und macht lieber zu viel als zu wenig für sein Kind.

Aber inzwischen kennst du den Unterschied zwischen "Quatsch" und "sinnvoll" bei den vielen Baby-Programmpunkten, und verzichtest einfach mal dankend auf viele Dinge, die nur Zeit kosten und keinen Spaß machen - nicht mal deinem Baby!

9. Dein erstes Kind wird schlecht auf dich zu sprechen sein

Ist schon okay, Eifersucht gehört dazu. Stell dir mal vor, dein Partner würde eine neue Frau mitbringen und sie mit den Worten "So, die gehört jetzt auch zur Familie und wohnt hier für immer" vorstellen. Fändest du komisch? So guckt dein Erstgeborenes auf das neue Baby, trotz aller Begeisterung.

Und ja, das wird nicht immer angenehm werden: Wenn Kinder Aufmerksamkeit wollen, können sie sich zum Teil so fies benehmen, dass man sie kaum wiedererkennt. Logisch - von Mama angemeckert werden ist ja auch irgendwie Aufmerksamkeit, die man bekommt.

Auch hier gilt: Das pegelt sich zum Glück recht schnell wieder ein, und dann sind die Geschwister bald ein unschlagbares Team!

10. Du hast plötzlich Kinderbetreuung im Haus - dein Leben lang

Wenn das jetzt überwiegend eher abschreckend klang, ist hier der wichtigste Punkt von allen: Das zweite Kind wird dein Leben noch viel schöner machen - ohne Wenn und Aber. Klar, der Anfang ist anstrengend, vor allem wenn das erste Kind selbst noch sehr klein ist.

Aber dann ... ABER DANN ... dann wachst du eines Morgens auf. Nicht, weil du von Patschehänden geweckt wurdest, sondern weil du ausgeschlafen hast. AUSGESCHLAFEN! Und aus dem Nebenzimmer hörst du fröhliches Kichern, weil deine beiden Kinder zwar wach sind, aber lieber miteinander spielen wollen, als mit Mama zu reden. Ungläubig reibst du dir die Augen, aber es stimmt: Die Kinder haben begriffen, dass sie immer jemanden an ihrer Seite zum Lachen, Spielen und Reden haben - und das sind nicht mehr ausschließlich die Eltern.

Und dann kannst du dich noch mal umdrehen, tief seufzen und dir auf die Schulter klopfen: Du hast es geschafft! Von nun an wird das Leben mit zwei Kindern jeden Tag ein Stück entspannter, lustiger und im besten Sinne überraschender!

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