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Übungswehen Wie fühlen sie sich an?

Übungswehen: Frau hält ihren Bauch
© Anastassiya Bezhekeneva / Shutterstock
Du bist schwanger und ab und an wird dein Bauch hart? Deine Gebärmutter bereitet sich mit Übungswehen schon fleißig auf die Geburt vor. Alles, was du über Übungswehen wissen solltest, kannst du hier nachlesen. 

Was sind Übungswehen?

Übungswehen, oder auch nach ihrem Entdecker Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt, begegnen den meisten Schwangeren im Laufe ihrer Schwangerschaft. Treten Übungswehen zum ersten Mal auf, machen sich viele Frauen deshalb Sorgen und sind verunsichert. Diese Sorgen sind aber zum Glück unbegründet.

Übungswehen sind lediglich Kontraktionen der Gebärmutter oder, um ganz korrekt zu sein, des Gebärmuttermuskels. Dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und entspannt sich kurz danach wieder. Für gewöhnlich ist dieses Zusammenziehen nicht schmerzhaft. Es handelt sich also nicht um echte Wehen, die die Geburt einleiten, sondern nur um Übungen beziehungsweise die Vorbereitungen auf die Geburt. Du merkst einfach nur, dass der Bauch hart wird. Also keine Panik, alles ganz normal. 

Übungswehen kurzgefasst:  

Übungs- oder Braxton-Hicks-Wehen:

  • dienen der Vorbereitung der Gebärmutter auf die Geburt
  • dürfen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel acht bis zehn Mal täglich auftreten, manchmal auch mehrmals in einer Stunde 
  • können vielleicht ein wenig unangenehm, sollten aber nicht schmerzhaft sein
  • müssen auch gar nicht auftreten, denn sie sind KEINE Grundvoraussetzung für eine gute, unproblematische und auch schnelle Geburt, 
  • sollten aber auch nicht sofort mit Magnesium gebremst werden

In der Schwangerschaft gilt aber vor allem: Höre auf dich und deinen Körper. Wenn dir etwas Sorgen bereitet, Angst macht oder dir seltsam vorkommt, zögere nicht, deinen Arzt oder deine Hebamme zu kontaktieren – dafür hast du sie ja als Unterstützung.

Wann treten Übungswehen auf?

Bei den meisten Frauen treten Übungswehen das erste Mal um die Schwangerschaftswoche 20 auf und gehen dann im dritten Trimester ab circa der 36. SSW in die Senkwehen über. Da Schwangerschaften aber natürlich ganz individuell verlaufen, kann es sein, dass du diese Kontraktionen im Bauch schon früher spürst. Vor allem, wenn es nicht dein erstes Kind ist, das Baby recht groß und aktiv ist oder du Zwillinge erwartest. Manche Frauen spüren die Übungswehen aber auch erst um die 25. SSW. Übrigens: Übungswehen treten meisten dann auf, wenn die Schwangere etwas zur Ruhe kommt – das kann vor allem abends sein, da der Körper jetzt nicht mehr von dem Stress und der Hektik des Alltags abgelenkt ist. Ruhe und Wärme sorgen dafür, dass die Übungswehen abklingen: Ein entspannendes Bad kann dir jetzt guttun.

Wie fühlen sich Übungswehen an?

Dein Bauch wird etwa eine halbe Minute lang (manchmal auch bis zu einer Minute) hart wie ein Fußball? Dann sind das Übungswehen! Sie sind normalerweise nicht schmerzhaft. Übungswehen können mehrmals am Tag und auch mehrmals innerhalb einer Stunde auftreten. Zehn Kontraktionen am Tag gelten als vollkommen normal. Manchmal baut sich auch ein leichtes Druckgefühl auf, Hitzewallungen setzen ein oder der Puls beschleunigt sich. Am Bauch zeichnet sich eventuell auch durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur eine Art Beule ab. Im Gegensatz zu Geburtswehen bewirken Braxton-Hicks-Kontraktionen allerdings nicht das Öffnen des Muttermundes oder verkürzen auch nicht den Gebärmutterhals. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass die Geburt jetzt losgeht. 

Warum hat man Übungswehen?

Übungswehen sind die Fitnesseinheit, die deine Gebärmutter regelmäßig einlegt, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Schließlich wird der Muskel normalerweise nicht sonderlich beansprucht, soll unter der Geburt aber Höchstleistungen vollbringen. Da sei ihr ein wenig Training doch gegönnt – deine Gebärmutter übt eben Wehen.

Solltest du keine Übungswehen haben, ist das aber auch kein Grund zur Sorge. Deine Gebärmutter weiß schon, was sie braucht – einer spontanen Geburt steht jedenfalls nichts im Wege. Auch Übungswehen sind, wie alles in der Schwangerschaft, ganz unterschiedlich stark und individuell ausgeprägt

Übrigens: Magnesium wird eingesetzt, um die Kontraktionen der Gebärmutter zu reduzieren. Doch in den letzten Wochen vor der Geburt ist das nicht mehr sinnvoll. Deine Gebärmutter braucht das Training für die Geburt. Schließlich läufst du ja auch nicht ohne Vorbereitung einen Marathon. Aus diesem Grund raten Hebammen und Ärzte oft von einer Magnesiumeinnahme bis zum Entbindungstermin ab. 

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Übungswehen vs. vorzeitige Wehen: So erkennst du den Unterschied 

Sind das jetzt Übungswehen, Senkwehen oder vorzeitige Wehen? Vor allem bei der ersten Schwangerschaft sind viele Frauen besonders unsicher. Wie unterscheiden sich die harmlosen Braxton-Hicks-Wehen von richtigen Wehen, die im schlimmsten Fall zu einer verfrühten Geburt führen? Hier alle vier Wehenarten im Vergleich: 

Wehenart

Zeitraum

Symptome

Übungswehen

Ab ca. 20. bis 25. SSW

Der Bauch wird bis circa zehn Mal am Tag für kurze Zeit hart, du hast aber keine Schmerzen. Lange Pausen dazwischen sind möglich.

Senkwehen

Ab ca. 36. Woche

Du spürst eventuell ein leichtes Ziehen im Rücken und/oder etwas Unwohlsein. Mit den Senkwehen senkt sich das Köpfchen des Babys tiefer ins Becken. Dabei senkt sich auch der ganze Bauch etwas und Du bekommst danach wahrscheinlich wieder besser Luft.

Vorwehen

Ab ca. 36. SSW

Vorwehen ähneln echten Wehen schon eher. Wenn sich die Gebärmutter dabei zusammenzieht, kann es im Rücken, im Leistenbereich und sogar bis in die Beine schmerzhaft ziehen. Mit Ruhe und Wärme vergehen Vorwehen meist.

Geburtswehen

Beginn der Geburt

Wie bei den Vorwehen ein zunehmend schmerzhaftes Ziehen in Rücken, Unterbauch und Leistengegend. Der Abstand zwischen den Wehen wird immer kürzer und lässt sich in Minuten messen. Faustregel: Wenn die Wehen so stark werden, dass du dabei innehalten musst, dann sind es echte Geburtswehen. Außerdem geht oft zu Beginn der Geburtswehen der Schleimpfropf an, der bis dahin den Muttermund verschlossen hat.

Bist du dir trotzdem noch unsicher, ob es sich um harmlose Übungswehen handelt oder es nicht doch vorzeitige Wehen sind? Dann quäle dich nicht unnötig, sondern lass es einmal von deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme abklären. Sie erkennen am Zustand des Muttermundes und der Wehen, ob die Geburt begonnen hat.

Hinweis: Bei den Übungswehen kann ein entspannendes Bad guttun. Handelt es sich aber um Geburtswehen, verstärken sich diese durch das Bad eher. Wenn der Geburtstermin näher rückt, solltest du nicht allein sein, wenn du baden möchtest. Denn wenn tatsächlich die Geburtswehen stärker werden, brauchst du jemanden, der dir beim Aufstehen aus der Wanne hilft und gegebenenfalls den Krankenwagen verständigt, falls es notwendig wird.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Hast du während der Kontraktionen Schmerzen oder andere Symptome, wie ein Ziehen im Rücken, den Oberschenkeln oder im Unterleib, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden? Hast du diese Beschwerden regelmäßig mehr als acht bis zehn Mal am Tag, solltest du mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt Rücksprache halten, sofern du noch vor der 36. Schwangerschaftswoche bist. Oft sind diese Wehen auch ein Anzeichen dafür, dass du dir zu viel zugemutet hast. Hier helfen verschiedene Maßnahmen:

  • Ruhe dich aus

  • Vermeide Stress und Hektik

  • Lege dich hin und entspann dich ein wenig

  • Nimm ein warmes Bad oder lege dir ein Kirschkernkissen in den Rücken

Aber: Bei Blutungen oder Schleimabgang bitte zeitnah den Gebärmutterhals kontrollieren lassen, da sie ein Zeichen für die Eröffnung des Muttermundes sein können.

Ansonsten freue dich einfach, dass dein Körper sich schon so super auf die Geburt vorbereitet und dich jeden Tag ein bisschen näher zu deinem Baby bringt. 

Hier erfährst du übrigens, welcher Tee in der Schwangerschaft erlaubt ist und was du bei Zimt in der Schwangerschaft oder Lakritz in der Schwangerschaft beachten muss.

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Verwendete Quellen: frauenaerzte-im-netz.de, familienplanung.de, eltern.de, hebammen.at


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