Übungswehen: Wie fühlen sie sich an?

Du bist schwanger und ab und an wird dein Bauch hart? Deine Gebärmutter bereitet sich mit Übungswehen schon fleißig auf die Geburt vor. Alles, was du über Übungswehen wissen solltest, kannst du hier nachlesen. 

Was sind Übungswehen?

Übungswehen, oder auch nach ihrem Entdecker Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt, begegnen den meisten Schwangeren im Laufe ihrer Schwangerschaft. Treten Übungswehen zum ersten Mal auf, machen sich viele Frauen deshalb Sorgen und sind verunsichert. Diese Sorgen sind aber zum Glück unbegründet.

Übungswehen sind lediglich Kontraktionen der Gebärmutter oder, um ganz korrekt zu sein, des Gebärmuttermuskels. Dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und entspannt sich kurz danach wieder. Für gewöhnlich ist dieses Zusammenziehen nicht schmerzhaft. Du merkst einfach nur, dass der Bauch hart wird. Also keine Panik, alles ganz normal. 

Übungswehen kurzgefasst:  

  • dienen der Vorbereitung der Gebärmutter auf die Geburt
  • dürfen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel acht bis zehn Mal täglich auftreten, manchmal auch mehrmals in einer Stunde 
  • können vielleicht ein wenig unangenehm, sollten aber nicht schmerzhaft sein
  • sind KEINE Grundvoraussetzung für eine gute, unproblematische und auch schnelle Geburt, sollten aber auch nicht sofort mit Magnesium gebremst werden

In der Schwangerschaft gilt aber vor allem: Höre auf dich und deinen Körper. Wenn dir etwas Sorgen bereitet, Angst macht oder dir seltsam vorkommt, zögere nicht, deinen Arzt oder deine Hebamme zu kontaktieren - dafür hast du sie ja als Unterstützung.

Wann treten Übungswehen auf?

Bei den meisten Frauen treten Übungswehen das erste Mal um die Schwangerschaftswoche 20 auf und gehen dann im dritten Trimester in die Senkwehen über. Da Schwangerschaften aber natürlich ganz individuell verlaufen, kann es sein, dass du diese Kontraktionen im Bauch schon früher spürst. Vor allem, wenn es nicht dein erstes Kind ist, das Baby recht große und aktiv ist, oder du Zwillinge erwartest.

Wie fühlen sich Übungswehen an?

Deine Bauch wird etwa eine Minute lang hart wie ein Fußball? Dann sind das Übungswehen! Die können mehrmals am Tag und auch mehrmals innerhalb einer Stunde auftreten. Zehn Kontraktionen am Tag gelten als vollkommen normal. Im Gegensatz zu Geburtswehen bewirken Braxton-Hicks-Kontraktionen allerdings nicht das Öffnen des Muttermundes oder verkürzen den Gebärmutterhals. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass die Geburt jetzt losgeht. 

Warum hat man Übungswehen?

Übungswehen sind die Fitnesseinheit, die deine Gebärmutter regelmäßig einlegt, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Und das muss sie auch, schließlich wird der Muskel normalerweise nicht sonderlich beansprucht, soll unter der Geburt aber Höchstleistungen vollbringen. Da sei ihr ein wenig Training doch gegönnt - deine Gebärmutter übt eben Wehen.

Solltest du keine Übungswehen haben, ist das aber auch kein Grund zur Sorge. Deine Gebärmutter weiß schon, was sie braucht - einer spontanen Geburt steht jedenfalls nichts im Wege. Auch Übungswehen sind, wie alles in der Schwangerschaft - ganz unterschiedlich stark und individuell ausgeprägt

Übrigens: Aus diesem Grund raten Hebammen und Ärzte oft auch von einer Magnesiumeinnahme bis zum Entbindungstermin ab. Magnesium wird eingesetzt, um die Kontraktionen der Gebärmutter zu reduzieren und oft unbedacht Schwangeren verschrieben. Deine Gebärmutter braucht das Training aber für Geburt. Schließlich läufst du ja auch nicht ohne Vorbereitung einen Marathon. 

Übungswehen vs. vorzeitige Wehen: So erkennst du den Unterschied 

Sind das jetzt Übungswehen, Senkwehen oder vorzeitige Wehen? Vor allem bei der ersten Schwangerschaft sind viele Frauen besonders unsicher. Wie unterscheiden sich die harmlosen Braxton-Hicks-Wehen von richtigen Wehen, die im schlimmsten Fall zu einer verfrühten Geburt führen? 

Entscheidend dabei ist vor allem der Zeitpunkt der Schwangerschaft. Kontraktionen in der 26. Schwangerschaftswoche sind in den allermeisten Fällen reine Übungswehen, im letzten Trimester dann Senkwehen.

Senkwehen oder auch Vorwehen genannt, haben außerdem eine weitere wichtige Funktion: Sie bewirken, dass dein Baby in die richtige Geburtsposition rutscht. Aber auch diese Wehen haben nach wie vor keinen Einfluss auf die Öffnung des Muttermundes. Ganz im Gegensatz zu den echten Geburtswehen.

Bist du schon in der 37. Schwangeschaftswoche und verspürst Wehen, kann es sein, dass sich dein Baby etwas früher auf den Weg macht und die Geburt kurz bevorsteht.

So unterscheiden sich Übungswehen und Geburtswehen:

  • Übungswehen sind unregelmäßig
  • Auch wenn man es nicht hören will, aber Geburtswehen tun weh. Sie werden von Druck oder Schmerzen im Rücken, Unterbauch zum Teil bis in die Oberschenkel begleitet
  • Bei Geburtswehen geht oft ein leicht blutiger Schleimpfropf ab

Bist du dir unsicher, ob es sich um harmlose Übungswehen handelt, oder es nicht doch vorzeitige Wehen sind? Dann quäle dich nicht unnötig, sondern lass es einmal von deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme abklären. Die können dir deine Sorgen schnell nehmen.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Hast du während der Kontraktionen Schmerzen oder andere Symptome, wie ein Ziehen im Rücken, den Oberschenkeln oder im Unterleib, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden? Hast du diese Beschwerden regelmäßig mehr als acht bis zehn Mal am Tag, solltest du mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt Rücksprache halten, sofern du noch vor der 36. Schwangerschaftswoche bist. Oft sind diese Wehen auch ein Anzeichen dafür, dass du dir zu viel zugemutet hast. Hier helfen verschiedene Maßnahmen:

  • Ruhe dich aus
  • vermeide Stress und Hektik
  • Lege dich hin und entspann dich ein wenig
  • warm duschen oder ein Kirschkernkissen im Rücken können die Beschwerden lindern

Aber: Bei Blutungen oder Schleimabgang bitte zeitnahe den Gebärmutterhals kontrollieren lassen, da sie ein Zeichen für die Eröffnung des Muttermundes sein können.

Ansonsten freue dich einfach, dass dein Körper sich schon so super auf die Geburt vorbereitet und dich jeden Tag ein bißchen näher zu deinem Baby bringt. 

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Übungswehen: Frau hält ihren Bauch
Übungswehen: Wie fühlen sie sich an?

Du bist schwanger und ab und an wird dein Bauch hart? Deine Gebärmutter bereitet sich mit Übungswehen schon fleißig auf die Geburt vor. Alles, was du über Übungswehen wissen solltest, kannst du hier nachlesen.

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