Warum Feuchttücher tatsächlich gefährlich sind

Sie sind so praktisch. Feuchttücher säubern Babypopos, verschmierte Schnuten, klebrige Finger und sind überall mit dabei. Doch manche Produkte enthalten giftige Inhaltsstoffe.

Feuchttücher boomen

Feuchttücher für Babys gibt es schon seit 1978. Seitdem versprechen sie, Babyhaut gründlich zu reinigen ohne sie zu reizen. Das Sortiment ist aktuell kaum noch überschaubar: Heute hat jeder bekannte Babykosmetikhersteller, sogar jeder Supermarkt und jede Drogerie eine eigene Linie für Feuchttücher.
Außerdem gibt es sie für verschiedene Hauttypen: parfümierte, welche mit Öl, für empfindliche Haut ohne Duftstoffe und sogar welche für extrem empfindliche Haut, die auch für Kinder mit Neurodermitits geeignet sind.

Prima, denkt sich Mami. Bei einem so heiß umkämpften und streng überwachten Markt kann in den praktischen Packungen ja wohl nichts Schlimmes drin stecken – oder?

Ein gefährlicher Konservierungsstoff darf rein

Was die Zeitschrift Ökotest nun erneut in einer Untersuchung belegt hat, beunruhigt uns aber sehr. Feuchttücher sind gründsätzlich mit einer Flüssigkeit getränkt, die zwar sanft reinigend wirkt und oft mit rückfettenden Stoffen versetzt ist, aber Konservierungsstoffe enthält. Die sind tatsächlich notwendig, um beim Öffnen und Schließen der Packung Keime herauszuhalten. Würde man sie weglassen, wären Schimmel und Austrocknung die Konsequenz. Zwar dürfen Baby-Feuchttücher nur die ausdrücklich in der Kosmetikverordnung zugelassenen Konservierungsstoffe enthalten, aber genau da tut sich eine Lücke auf.

In der Kosmetikverordnung der EU wurde der Stoff Polyaminopropyl Biguanide (PHMB) 2015 verboten, da er vom SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety), dem wissenschaftlichen Beratergremium der EU, wegen einer möglichen toxischen Wirkung bewertet wurde. Absurd: Als Konservierungsstoff ist PHMB in geringerer Konzentration noch erlaubt – und er steckt tatsächlich in einigen Feuchttüchern für Babys!

Die Ergebnisse von Ökotest

ÖKO-Test hat insgesamt 43 Produkte getestet. Immerhin mehr als die Hälfte schnitt mit "Sehr gut" oder "Gut" ab. Fünfmal vergaben die Tester die Note "Mangelhaft", viermal "Ungenügend". In acht der getesteten Produkte steckte Polyaminopropyl Biguanide (PHMB). Die genauen Testergebnisse veröffentlichte Ökotest auf seiner Homepage – und in der Märzausgabe 2016.

Die Alternative zum Feuchttuch

Hebammen empfehlen ohnehin den Verzicht auf die teuren und wegen ihrer Inhaltsstoffe schon häufig in die Kritik geratenen Tücher und raten zum Waschlappen mit Wasser. Auch wenn das nach sehr viel Wäsche klingt, lohnt sich der Aufwand natürlich.

Unser Tipp: Damit das Wasser immer schon warm ist, eine Thermoskanne an den Wickeltisch stellen. Wer den Waschlappen umgehen möchte, kann auch Wattepads benutzen. Die mit "Sehr gut" und "Gut" bewerteten Feuchttücher sind natürlich – besonders unterwegs – weiterhin einsetzbar.

Text: Sabine Rodenbäck

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Sie sind so praktisch. Feuchttücher säubern Babypopos, verschmierte Schnuten, klebrige Finger und sind überall mit dabei. Doch manche Produkte enthalten giftige Inhaltsstoffe.

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