Vorzeitige Wehen erkennen und behandeln

Fieses Ziehen im Rücken und ein harter Bauch? Das können harmlose Übungswehen sein oder vorzeitige Wehen, die den Muttermund öffnen. Wie du sie unterscheidest und was du im Notfall tun solltest, liest du hier.

Im Verlauf deiner Schwangerschaft trainiert deine Gebärmutter schon fleißig für die Geburt. Vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel spüren viele Frauen immer wieder leichte Kontraktionen. Die sogenannten Übungswehen sind total normal und kein Grund zur Sorge. Vorzeitige Wehen, auch Eröffnungswehen oder Frühwehen genannt, treten hingegen regelmäßig auf und bewirken, dass sich der Gebärmutterhals verkürzt und der Muttermund sich öffnet. Dann solltest du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus fahren, denn es besteht die Gefahr einer Frühgeburt. 

Anzeichen für vorzeitige Wehen: 

  • die Kontraktionen treten regelmäßig, also öfter als dreimal in der Stunde und über einen längeren Zeitraum auf
  • Krämpfe oder Ziehen, wie sie während der Menstruation auftreten 

  • Druck- oder Schmerzgefühl im Becken, den Oberschenkeln oder in der Leistengegend

  • Dumpfe leichte Rückenschmerzen oder Druckgefühl im Rücken

  • Darmkrämpfe oder Durchfall

  • Wässeriger, rosafarbener oder bräunlicher Ausfluss oder Blutfluss aus der Scheide

Vorzeitige Wehen behandeln

Setzen vor der 37. Schwangerschaftswoche die Wehen ein, droht möglicherweise eine Frühgeburt. Jetzt zählt jeder Tag, den das Baby noch im Bauch verbringen darf, um mit den besten Bedingungen auf die Welt zu kommen. Deshalb werden die Ärzte versuchen, die Geburt so lange wie möglich hinauszuzögern. 

Behandlungsmöglichkeiten: 

  • Stress reduzieren und ein paar Tage Ruhe
  • Körperliche Anstrengung vermeiden
  • viel Trinken und gesunde Ernährung
  • Magnesiumpräparate unterstützen die Gebärmutter dabei, wieder zu entspannen 
  • Antibiotika, sofern eine eine bakterielle Infektion der Grund für die Wehentätigkeit ist
  • Kein Geschlechtsverkehr
  • Wehenhemmer
  • Zervixzerklage/Zerklage-Pessar: Verschluss oder Stabilisierung des Muttermundes durch einen Faden oder einen Silikonring. 

Hilft all das nicht, um die Wehen zu hemmen, wirst du möglicherweise zur Kontrolle ins Krankenhaus aufgenommen, damit du und dein Baby rundum überwacht werden können. 

Was, wenn eine Frühgeburt droht?

Ist der Gebärmutterhals bereits verkürzt oder der Muttermund geöffnet ist, kann es zu einer Frühgeburt kommen. Solange deine Fruchtblase noch nicht gesprungen ist und es dir und deinem Baby gut geht, wird man versuchen, die Geburt zu verhindern

Um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein und deinem Baby einen optimalen Start ins Leben zu gewährleisten, bekommen die meisten Schwangeren als erstes die sogenannten Lungenreifespritze – eine Kortisonbehandlung, die die Reifung der kindlichen Lunge beschleunigen soll. Außerdem wird versucht, die Wehen mit Wehenhemmern zu stoppen. 

Keine Angst...

...vorzeitige Wehen treten nur sehr selten auf, in den meisten Fällen sind es lediglich Übungswehen. Dennoch gilt wie immer in der Schwangerschaft: Kommt dir etwas komisch vor, hast du Schmerzen oder einfach ein schlechtes Bauchgefühl? Dann lieber einmal mehr zum Arzt und das abklären lassen, bevor du dich unnötig sorgst. 

Willst du dich mit anderen Mamis über deine Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt austauschen? Dann schau doch mal in unserer BRIGITTE Community vorbei.

Videotipp: Zwei Männer testen, ob Wehen wirklich so schlimm sind, wie Frauen sagen!

Simulierte Wehen: So sehr leiden Männer bei einer Geburt  

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