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Zahnen beim Baby: Symptome und Tipps

Zahnen beim Baby: Symptome und Tipps
© Oksana Kuzmina / Shutterstock
Dein Baby weint viel und ist unruhig? Eine mögliche Ursache könnte das Zahnen sein. Ab wann das Baby zahnt, die jeweiligen Symptome und wie du ihm das Zahnen erleichtern kannst, erfährst du hier.

Zahnen: Beginn und Reihenfolge

Frühestens ist der erste Zahn ab dem sechsten Monat zu erwarten, wobei der Zeitpunkt aber nur ein grober Richtwert ist und von Baby zu Baby verschieden sein kann. Sollte dein Baby mit einem Jahr noch kein Zähnchen haben, kann eine Untersuchung beim Kinderarzt sinnvoll sein.

Die Reihenfolge der einzelnen Zähne ist immer gleich: Zu Beginn erscheinen die unteren Schneidezähne, anschließend die oberen, wobei die inneren Schneidezähne vor den äußeren kommen. Danach folgen die vorderen Backenzähne (im zweiten Lebensjahr), anschließend die Eckzähne und am Schluss die hinteren Backenzähne. Mit ungefähr drei Jahren sind die insgesamt 20 Milchzähne vollständig.

Baby zahnt: Anzeichen und Symptome

  • Das Zahnen fällt bei jedem Baby unterschiedlich aus, während man es dem einen Baby kaum anmerkt, hat das andere starke Schmerzen.
  • Grundsätzlich äußert sich aber das Durchbrechen der Zähne bei den meisten Babys in einer vermehrten Speichelbildung. Dazu ist das Baby auch anfälliger für Infekte, da das Immunsystem überlastet ist.

Weitere Anzeichen für das Zahnen können sein:

  • Unruhe
  • Baby ist weinerlich
  • Unwohlsein
  • Häufiges Wachwerden
  • Baby reibt sich das Zahnfleisch oder das Ohr
  • Baby nimmt vermehrt Sachen in den Mund
  • Vermindertes Saugen und verminderter Appetit
  • Leichter Anstieg der Körpertemperatur
  • Weicher Stuhlgang
  • Rote und geschwollene Zahnleisten
  • Rote Bäckchen
  • Baby beißt aus Versehen beim Stillen
  • Rötlicher Ausschlag um den Mund
  • Wunde Stellen an Po- und Gesichtshaut

Achtung: Das Zahnen ist nicht grundsätzlich die Ursache für alles, wie beispielsweise Fieber oder Durchfall! Gehe mit deinem Baby zum Arzt, sollte der Durchfall länger als einen Tag anhalten und Fieber auftreten. Auch wenn das Baby die Nahrung komplett verweigert, ist ein Arztbesuch notwendig.

Baby zahnt: Tipps beim Zahnen

  • Nähe, Kuscheln und Spielen: Viel Zuwendung und Kuscheln können deinem Baby Ablenkung verschaffen und helfen, besser zur Ruhe zu kommen.
  • Zahnfleischmassage: Mit Fingerlingen oder mit gewaschenen Händen kannst du deinem Baby das Zahnfleisch massieren. Gerade wenn das Zahnfleisch juckt, ist das wohltuend und mindert den Druck.
  • Beißring: Ein Beißring kann das Unwohlsein beim Zahnen minimieren. Einige Beißringe können im Kühlschrank (nicht im Eisfach!) gekühlt werden, was dem Baby zusätzlich hilft.
  • Veilchenwurzel: Veilchenwurzel ist in der Apotheke erhältlich und bewirkt eine Linderung der Schmerzen, da der Saft betäubende Wirkung hat. Dennoch gibt es auch viele kritische Stimmen zu der Wurzel, da sie Schmutz und Bakterien ansammeln kann.
  • Brotkanten und Möhren (ab dem Beikostalter) oder ein kalter Babylöffel zum Beißen wirken ähnlich wie eine Massage. Achtung: Bleibe in der Nähe, um ein Verschlucken zu verhindern!
  • Schmerzlindernde Salben oder Zahngels (nicht verschreibungspflichtig) können die Schmerzen beim Baby lindern und in die Kieferleiste einmassiert werden. Allerdings kann sich das Auftragen des Gels bei einigen Babys schwierig gestalten. Achte außerdem darauf, dass die Mittel keinen Zucker enthalten. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass das Zahngel vom Baby verschluckt wird und als Lokalanästhetikum im Hals Schluckbeschwerden auslöst. Daher darf nur wenig Gel zielgenau angewendet werden.
  • Durch die vermehrte Speichelbildung braucht dein Baby viel Wasser zum Trinken, um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen.
  • Etwas ungesüßter Salbe- oder Kamillentee wirkt beruhigend. Der Tee kann mit einem Wattestäbchen aufgetragen oder getrunken werden.
  • Versuche, das Gesicht deines Babys trocken zu halten, und trage gegebenenfalls eine Wundsalbe auf, falls der vermehrte Speichelfluss die Gesichtshaut zu stark gereizt hat.
  • Schmerzlindernde Zäpfchen: Bei starken Schmerzen kann ein Arzt Schmerzmittel in Form von Zäpfchen verschreiben.
  • Homöopathische Mittel: Als Behandlung der Zahnprobleme können homöopathische Mittel (Globuli) infrage kommen. Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass die homöopathischen Mittel nicht bei allen Babys Wirkung zeigen. Wissenschaftliche Belege für eine Wirkung fehlen ebenfalls.

Baby zahnt: Pflege der Zähne

Die Zahnpflege bei den Milchzähnen ist extrem wichtig, da sich hier schnell Karies bilden kann und die Milchzähne für die Entwicklung des Kiefers von Bedeutung sind. Außerdem können bei mangelnder Zahnhygiene Bakterien in den Organismus gelangen und Krankheiten auslösen.

Mit den ersten Zähnen steht die Anschaffung einer Kinderzahnbürste an, die auf die Bedürfnisse der kleinen Zähne angepasst sein muss. Auch Fingerzahnbürsten oder Fingerlinge sind eine gute Möglichkeit für die erste Zahnpflege. Mit dem zweiten Zahn sollte allerdings auf eine Kinderzahnbürste umgestiegen werden, die zu diesem Zeitpunkt mit kurzen, weichen Kunststoffborsten und einem kleinen Kopf ausgestattet sein sollte.

Zwischen den Fachgesellschaften der Kinderheilkunde und der Zahnmedizin bestehen unterschiedliche Ansichten der effektivsten Fluoiridversorgung, die sich auch auf den ersten Einsatz von fluoridhaltiger Zahnpasta und der Häufigkeit des Zähneputzens auswirken, wie kindergesundheit-info.de von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammenfasst: Zahnärzte empfehlen, bereits ab dem ersten Zahn einmal täglich die Zähne mit einer weichen Zahnbürste und einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta zu putzen. In diesem Fall darf keine zusätzliche Fluoridtablette, wie sie die meisten Kinderärzte ab dem zehnten Lebenstag verabreichen, dem Baby zugeführt werden.

Kinderärzte hingegen empfehlen, die Zähne nach den Mahlzeiten nur mit Wasser zu reinigen. Erst ab ungefähr vier Jahren, wenn das Kind die Zahnpasta ausspucken kann, sollte ihrer Meinung nach eine flouridhaltige Zahnpasta eingesetzt werden. In diesem Fall wird stattdessen in den ersten Lebensjahren Fluorid in Form von Tabletten zugeführt. Fluorid unterstützt einen starken Zahnschmelz, allerdings sollte keine Überdosierung stattfinden.

Sind alle Milchzähne vorhanden, sollte die Zahnbürste längere Borsten aufweisen. Achte außerdem auf einen dickeren Griff, damit dein Kleinkind bald selber das Zähneputzen üben kann.

Achtung: Eine Zahnpasta mit Menthol kann die mögliche Wirkung von homöopathischen Mitteln verringern.

Zahnen: Das müssen Eltern beachten

  • Ein Schnuller kann zu Zahn- und Kieferfehlstellungen führen und sollte daher baldmöglichst wieder abgewöhnt werden. Gerade wenn Kleinkinder sehr lange schnullern, kann das gravierende Konsequenzen für die Zähne und den Kiefer haben. Falls ihr einen Schnuller verwendet, achtet auf einen kiefergerecht geformten Schnuller und nutzt ihn nicht dauerhaft.
  • Ebenso schädlich ist der Daumen, wenn an ihm immer wieder dauerhaft genuckelt wird. Die Folge kann ein "Lutschbiss" oder gar eine Art Loch zwischen oberen und unteren Schneidezähnen sein.
  • Achtung auch vor Dauernuckeln an Flaschen: Das muss unbedingt vermieden werden, da es ebenfalls zahnschädigend ist.
  • Für gesunde Zähne ist die Zahnpflege ebenso wichtig wie die richtige Ernährung: Haushaltszucker, Süßigkeiten, Milchzucker, Traubenzucker und Fruchtzucker fördern Karies. Achte daher unbedingt auf die Inhaltsstoffe der Lebensmittel.

Du interessierst dich für weitere Themen rund ums Baby? Hier geben wir Tipps zum Baby baden. Dein Baby schläft nicht, dann lies mal hier. Und hier erfährst du wiederum alles übers Abstillen.

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Verwendete Quellen: 

  • Cramm, D./ Pd Dr. Med. Steinbeis-von Stülpnagel, C./ Schmidt, E.: Unser Baby. Das erste Jahr, Gräfe und Unzer Verlag, 3. Auflage 2019 
  • Gebauer-Sesterhenn, B./ Dr. Med. Raun, M.: Das große GU Babybuch, Gräfe und Unzer Verlag, 2019 
  • eltern.de

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