Was es mit Kindern macht, wenn sie zu viele Geschenke bekommen

Berge von Geschenken unterm Weihnachtsbaum? Kinder träumen davon, aber für ihre Entwicklung sind die Spielzeugmassen eher ungünstig.

Kind packt Weihnachtsgeschenke aus
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Schenken macht Freude. Und beschenkt werden erst recht. Warum also an Weihnachten nicht mal so richtig prassen und die Kinderaugen mit vielen Geschenken zum Leuchten bringen?

Wir wollen niemandem den Spaß an Weihnachten verderben. Aber falls ihr schon immer mal dachtet "Ist das nicht ein bisschen viel?", dann sei euch gesagt: Ja, aus psychologischer Sicht sind sehr viele Geschenke wirklich nicht gut für das Kind.

In dem Magazin Psychology Today hat der Psychotherapeut Sean Grover beschrieben, was passiert, wenn Kinder zu viele Geschenke bekommen – sei es an Weihnachten oder am Geburtstag.

1. Es kann schlecht fürs Selbstwertgefühl sein

"Hä?", denkt ihr jetzt vielleicht, und: "Ich will dem Kind mit den Geschenken doch zeigen, wie wertvoll es für mich ist!" Ja, das mag sein. Aber merkt das Kind das wirklich anhand der zehn teuren Playmobil-Sets? Oder doch eher im Alltag, durch liebevolle Gesten und Gespräche? Es gibt viele Umfragen, die zeigen dass materieller Besitz keinen Einfluss auf das Glück und das Selbstwertgefühl eines Menschen hat. Gleichzeitig fanden Studien heraus, dass Kinder mit wenig Besitz, aber guten Beziehungen zu den Eltern das beste Selbstwertgefühl haben.

2. Es fördert destruktives Verhalten

Wer viele Geschenke bekommt, spürt ein ungeheures Glücksgefühl. Doch das ist nur von kurzer Dauer – durch die schiere Masse geht der Wert des einzelnen Geschenks verloren und schnell ist das Verlangen nach NOCH mehr da. Das gilt vor allem, wenn mit den Geschenken zwischenmenschliche Defizite wettgemacht werden sollen (siehe Punkt 1). Forscher der Universität Missouri haben laut Grover sogar herausgefunden, dass Kinder, die über die Maßen beschenkt wurden, noch im Erwachsenenalter daunter leiden. Sie neigten eher zu Schulden, Glücksspiel und Kaufsucht.

3. Es kann dafür sorgen, dass sie weniger empathisch sind

Wenn ein Kind daran gewöhnt ist, alle Wünsche erfüllt zu bekommen, wird es das Bekommen von Geschenken wahrscheinlich mehr wertschätzen als das Geben von Geschenken. Doch die Forschung zeigt, dass es Menschen mehr befriedigt, anderen etwas zu schenken, als selbst Geschenke zu bekommen. Wenn man sein Kind also reich beschenkt, sollte man darauf achten, dass es gleichzeitig auch lernt, wie schön es ist, andere zu beschenken. "Wenn ihr eurem Kind zu Großzügigkeit verhelft, wird es einen gesunden Sinn für Verbundenheit und  persönliches Glück entwickeln", so Grover.

Was also tun?

Grover empfiehlt Eltern, eine Zahl an Geschenken festzulegen. Viele Familien schwören zum Beispiel auf die 3-Geschenke-Regel. Das führt auch dazu, dass sich Eltern mehr Gedanken darüber machen, was sie ihren Kindern schenken. Außerdem sei es gut, Dinge zu schenken, mit denen sie neue Talente entdecken können - etwa Musikinstrumente, Sportgeräte oder Spielzeug, das die Kreativität fördert.

miro
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