Schwangerschaftswoche 13 (13. SSW): Endlich kannst du es verkünden!

Mit der 13. SSW beginnt der vierte Schwangerschaftsmonat – und endlich ist das Risiko für eine Fehlgeburt so gering, dass du deine Schwangerschaft offiziell machen kannst.

Endlich geschafft: Du bist jetzt in der 13. Schwangerschaftswoche (13. SSW) und hast die kritische Phase und damit bereits das erste Trimenon überstanden. Jetzt beginnen der vierte Schwangerschaftsmonat und das zweite Trimester deiner Schwangerschaft. Das ist auf jeden Fall ein Grund zur Freude. Ab jetzt werden die kommenden Schwangerschaftswochen vermutlich etwas entspannter verlaufen, denn:

  • Die Schwangerschaft hat sich stabilisiert
  • die Hormone haben sich in dieser SSW eingependelt 
  • die meisten Frauen haben nun auch kaum noch mit der verhassten Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen.
  • Das Fehlgeburtsrisiko sinkt massiv. Hurray!

Falls du bisher, aus Sorge, es könnte noch etwas schiefgehen, niemandem von deiner Schwangerschaft erzählt hast: Ab der 13. Schwangerschaftswoche darf es die ganze Welt wissen! Freunde, Verwandte und natürlich dein Arbeitgeber – alle können nun erfahren, dass du bald ein Baby bekommst.

So entwickelt sich das Baby in der 13. SSW

In der 13. SSW ist der Fötus in deinem Bauch rund 7 Zentimeter groß (Scheitel-Steiß-Länge). Solche Angaben zur Größe sind im Übrigen immer Durchschnittswerte. Gerade ab dem vierten Schwangerschaftsmonat wächst ein Baby von SSW zu SSW oft sehr unterschiedlich. Aber dein Frauenarzt wird die Größe des Fötus bei den Ultraschalluntersuchungen im Blick behalten und dich informieren, falls das Wachstum nicht dem normalen Verlauf entspricht. Die im Ultraschall gemessenen Größen werden auch im Diagramm für den Wachstumsverlauf in deinem Mutterpass festgehalten.

In dieser Schwangerschaftswoche nimmt das Gleichgewichtsorgan im Ohr seine Arbeit auf. Reize, die durch Bewegung ausgelöst werden, werden damit ans Gehirn weitergeleitet – das heißt, der Fötus beginnt ab dem zweiten Trimester Spaß an Bewegung zu entwickeln – Sowohl an deinen Bewegungen, etwa beim Yoga, Laufen oder Treppensteigen, die dein ungeborenes Kind im Bauch natürlich auch spürt, als auch seinen eigenen. Dein Baby genießt, dass es sich selbst bewegen kann. Die Fruchtblase wird für den Fötus zunehmend zum Turnraum, wie dieses herrliche Ultraschall-Video zeigt:

In der 13. SSW startet auch die Verknöcherung des Skeletts. Das heißt, dass die Skelettknorpel nun beginnen zu verknöchern. Ein Prozess, der allerdings noch lange andauert und erst im Teenageralter komplett abgeschlossen ist.

Das passiert in der 13. SSW in deinem Körper

Dein Bauch wächst: So langsam kann man es nicht mehr übersehen. Zum Glück kannst du ihn ja nun auch stolz zeigen und musst ihn im Job zum Beispiel nicht mehr unter weiten Blusen verstecken. Umstandsmode brauchst du in der 13. SSW vielleicht noch nicht unbedingt. Wichtig ist aber vor allem, dass du dich in deinen Klamotten wohl fühlst. Und wenn die normale Jeans schon kneift, lieber auf gemütliche Schwangerschaftshosen umsteigen. Übrigens: Du musst dich auch gar nicht komplett mit Umstandsmode ausstatten: Anschmiegsame Kleider, weite Hemden und längere T-Shirts kannst du auch noch eine ganze Weile mit wachsendem Babybauch tragen. 

Gewichtszunahme: Mit dem Verschwinden der ersten fiesen Schwangerschaftsanzeichen wie der Morgenübelkeit kehrt mit dem zweiten Trimester auch dein Appetit zurück! Das ist gut, denn dein Körper braucht nun auch mehr Kalorien als sonst. Das heißt zwar nicht, dass du jetzt "für zwei" essen musst, aber ein bisschen mehr darf schon auf den Teller. Rund 300 Kalorien benötigst du nun täglich zusätzlich. Vor allem natürlich gesunde Sachen wie frisches Gemüse und Vollkornprodukte, die dir auch die Energie zurückgeben, wenn du dich müde und schlapp fühlst. Eine Gewichtszunahme von ein bis zu drei Kilogramm bis zur 13. Schwangschaftswoche liegt total im Rahmen. Bis zum Geburtstermin wirst du voraussichtlich rund 16 Kilogramm zunehmen. 

Kurzatmigkeit: Möglicherweise leidest du in dieser SSW auch unter Kurzatmigkeit. Vor allem wenn du in Eile bist, Treppen steigst oder etwas Schweres trägst. Mach jetzt einfach etwas langsamer, gönne dir Pausen und atme tief durch. So kommt über die Plazenta viel Sauerstoff zu Deinem Baby.

Vorzeitiger Milchfluss: Nicht wundern, auch die sogenannte Vormilch, kann schon in der 13. SSW auftreten. Dabei ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich, ab wann und wieviel Milch bereits während der Schwangerschaft aus der Brust austritt. Bei manchen Frauen kommt bereits in den ersten Schwangerschaftswochen etwas, bei anderen bis zur Geburt überhaupt nichts. Ob du Vormilch hast oder nicht, sagt übrigens nichts über die Milchbildung nach der Geburt aus. Du musst dir um die Vormilch also keine Gedanken machen.

13. SSW: Jetzt steht die zweite Vorsorgeuntersuchung (13. bis 16. SSW) an

In den nächsten Schwangerschaftswochen findet die zweite Vorsorgeuntersuchung statt. Dein Gynäkologe oder die Hebamme prüfen, die Lage deines Babys, seine Herztöne und ob auch sonst alles soweit in Ordnung ist. Außerdem wird das Wachstum deiner Gebärmutter, dein Gewicht, der Blutdruck und dein Eisenwert gemessen. Eventuell kann es noch zu vaginalen Untersuchungen oder Ultraschall kommen, um den Muttermund und die Kindslage zu checken.
Auch einige Zusatzuntersuchungen können ab der 13.-14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Zur Pränataldiagnostik kann dich dein Gynäkologe ausführlich beraten. 

SSW 13: Das ist jetzt wichtig

Schwangerschaft verkünden: Endlich raus damit!

Die 12. Schwangerschaftswoche ist geschafft – endlich kannst du es offiziell machen, dass du bald Mama wirst. Womöglich haben Freunde und Kollegen in deinem Umfeld ohnehin schon kritisch auf den wachsenden Bauch geschielt und sich gewundert, dass du bei Treffen nur noch Saftschorlen trinkst. Daher ist es sicher eine Erleichterung, nun endlich alle mit ins Boot zu holen.

Wie dein Partner und du das machen, ist natürlich euch überlassen – viele Paare denken sich bei ihren eigenen Eltern etwas Besonderes aus. Man kann zum Beispiel eine schöne Karte gestalten oder ein Ultraschallbild an einem Ort deponieren, wo es zufällig in einem unerwarteten Moment entdeckt wird. So wird die Überraschung und Freude noch größer - Großeltern werden ist schließlich auch ein sehr spezieller Moment im Leben.

Den Arbeitgeber informieren: Zu deinem eigenen Schutz

Sobald die Schwangerschaft stabil ist, solltest du deinen Arbeitgeber darüber informieren, dass du bald ein Baby bekommst.

Darum ist das wichtig:

  • deine Vorgesetzten können sich dann auch schon mal Gedanken über eine Vertretungslösung für deine Elternzeit Gedanken machen.
  • zu deinem eigenen Vorteil: Schwangere stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Laut dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) darfst du jetzt nicht mehr gekündigt werden und auch keine schwere oder gefährliche Arbeit ausführen.

Um diese Vorschriften einzuhalten, muss der Arbeitgeber aber natürlich Bescheid wissen über die Schwangerschaft.

Ist man dazu verpflichtet, es dem Arbeitgeber zu sagen?

Nein, eine Mitteilungspflicht gibt es nur, wenn deine Arbeit mit besonderen Gefahren verbunden ist oder deine Aufgaben so komplex sind, dass es sehr aufwändig ist, eine Vertretung zu finden. Ansonsten bist du nicht verpflichtet, es zu sagen. Allerdings empfiehlt es sich sehr, es nicht erst anzusprechen, wenn der Bauch schon groß wie ein Medizinball ist.

Wie sagt man es dem Arbeitgeber am besten?

Hier gibt es keine Vorgaben. Netter ist es natürlich in einem persönlichen Gespräch zu sagen, dass du schwanger bist. Empfehlenswert ist es immer, die Info zusätzlich auch schriftlich zu geben, falls es später zu Unstimmigkeiten kommt. Bei der Mitteilung über deine Schwangerschaft solltest du auch schon den voraussichtlichen Geburtstermin nennen. Diesen kannst du mit der Schwangerschaftswoche berechnen. Außerdem solltest du mitteilen, wie lange du planst, in Elternzeit zu gehen.

Sicherheit am Arbeitsplatz während der Schwangerschaft

Dein Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, für deinen Schutz und deine Sicherheit zu sorgen. Birgt deine Arbeit generell besondere Risiken, etwa wegen einer erhöhten Infektionsgefahr (Arztpraxen, Tierberufe, Labortätigkeiten, Kindererziehung) oder wegen schwerer körperlicher Arbeit (z.B. Pflegeberufe, Gärtnerei, Einzelhandel), dann wird dein Arzt dir ein Beschäftigungsverbot erteilen.

Auch ein individuelles Beschäftigungsverbot ist möglich, wenn es sich beispielsweise um eine Risikoschwangerschaft handelt oder dein Job aus anderen Gründen für zu viel Stress und Belastung sorgt. Eventuell ist es auch nötig, an deinem Arbeitsplatz für Verbesserungen zu sorgen – etwa um dich vor Lärm zu schützen oder Ruhepausen zu ermöglichen. Auch dazu ist der Arbeitgeber verpflichtet.

Bitte vermeiden: Putzmittel und Co. 

Wenn du schwanger bist, solltest du beim Putzen auf aggressive Reinigungungsmittel insbesondere Sprays verzichten. Denn die giftige Chemie kann über die Atemwege zu Deinem Kind gelangen. Auch das Streichen bei einem Umzug solltest Du lieber anderen überlassen.

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miro
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