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Schwangerschaftswoche 35 (SSW 35): Blasenschwäche?

35. SSW: Schwangere Frau hält ihren Bauch
© 10 FACE / Shutterstock
In der 35. SSW ist das Ziel schon ganz nah: Noch 5 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin! Jetzt drückt die Blase ordentlich.

So entwickelt sich das Baby in der 35. SSW

In der 35. Schwangerschaftswoche ist dein Baby etwa 46 cm groß und wiegt rund 2550 Gramm. Wenn es jetzt auf die Welt kommen würde, wäre es ein sogenanntes "spätes Frühchen". Normalerweise gibt es nun keinerlei gesundheitliche Probleme mehr, denn das Immunsystem deines Babys funktioniert schon selbstständig. Es ist allerdings noch extrem sensibel und bildet wichtige Abwehrstoffe erst in den ersten Lebenswochen aus – dabei hilft zum Beispiel die Muttermilch.

Babys Verdauung funktioniert 

In der 35. Schwangerschaftswoche sind die Nieren voll entwickelt, die Leber funktioniert ebenfalls schon. Im Darm lagert sich schon das sogenannte Kindspech (Mekonium) ab, eine dunkle, zähe Masse aus Haut- und Schleimhautzellen, verschluckten Haaren, Käseschmiere und eingedickter Galle. Es wird nach der Geburt als erster Stuhlgang ausgeschieden – also nicht erschrecken, wenn die erste Füllung der Windel fast schwarz erscheint … 

Schwangerschaftskalender: Das passiert in der 35. SSW (3. Trimester) mit deinem Körper

Alle Zeichen stehen auf Endspurt. Du kannst nun die letzten Wochen im Mutterschutz genießen. Ein Cafébesuch mit der Freundin, ein Pediküre-Termin, ein Buch in der Vormittagssonne lesen … Wenn du dich fit fühlst, kannst du dir unsere Checkliste für Babys Erstausstattung vornehmen: Ist alles da? Auch das, was du nach der Geburt gut gebrauchen kannst, kannst du nun schon langsam besorgen. Wenn du stillen möchtest, sind Shirts zum Aufknöpfen super, auch ein großes Halstuch, das du draußen beim Stillen über den Ausschnitt legen kannst. Und da die Lieblingsjeans erfahrungsgemäß auch Wochen nach der Geburt noch nicht wieder passen, sind bequeme Hosen und Leggings klasse, um dem Figurdruck ganz entspannt entgegenzutreten.

Blasenschwäche? Kein Grund, sich zu schämen!

Es geht vielen Schwangeren so: Wenn das Gewicht des Kindes auf die Blase drückt, häufen sich nicht nur die Toilettengänge. Es kann auch passieren, dass beim Niesen, Lachen oder bei speziellen Bewegungen ein paar Tröpfchen Urin austreten. Der Beckenboden kann die Blase normalerweise sicher halten, allerdings wird er in der Schwangerschaft ganz schön strapaziert und das Bindegewebe ist insgesamt weicher. Kurzfristig hilft es, die Beine übereinander zu schlagen oder den Beckenboden anzuspannen. Wer unsicher ist, trägt nun Slipeinlagen oder Inkontinenzbinden, um sich sicherer zu fühlen. Auf parfümierte Slipeinlagen verzichten – sie können das in der Schwangerschaft noch empfindlichere Klima der Scheidenflora stören. 

Unsere Tipps gegen Inkontinenz in der Schwangerschaft:

  • Den Urinstrahl beim Toilettengang kurz unterbrechen. Dabei kommen nämlich sowohl der Schließmuskel der Harnröhre als auch die Beckenbodenmuskulatur zum Einsatz.
  • Trockenübungen zwischendurch: Anspannen, kurz halten, entspannen – gerne mehrmals am Tag.
  • Treppensteigen (auch wenn's jetzt schon schwer fällt) trainiert den Beckenboden.
  • Beckenboden trainieren mit leichten Übungen – wir verraten die besten in unserem Artikel zur 22. SSW.

Kleiner Trost: Die Blasenschwäche reguliert sich innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt von selbst wieder. Meist bessert sie sich nach der Rückbildungsgymnastik. 

Kurzatmig in der 35. SSW? 

Kein Wunder, denn der Bauchraum ist eng, und das Herz hat viel zu tun - 5,5 Liter Blut muss es durch den Körper pumpen. Daher merken viele Schwangere, dass der Herzschlag oftmals ziemlich stark ist, sie unter Kreislaufproblemen leiden und kurzatmig werden.

Sind das Senkwehen?

Bis zur 35. SSW hast du schon verschiedene Arten von Wehen gehabt - und es vielleicht noch nicht einmal bemerkt. Dabei waren Vor- oder Übungswehen, die auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt werden. Sie treten meist schon ab dem sechsten Monat der Schwangerschaft auf. In diesen Schwangerschaftswochen kommt es immer häufiger zu Senkwehen, sie sorgen dafür, dass der Kopf des Babys sich langsam ins Becken hineindreht und die Geburtsposition einnimmt.

Wie bemerkt man die Senkwehen? Sie können sich ein bisschen anfühlen wie Regelschmerzen, der Bauch wird hart, zieht sich ein wenig zusammen und manchmal kommen auch Rückenschmerzen dazu.

Wie bemerkst du den Unterschied zu richtigen Wehen?

Sind es schon echte Eröffnungswehen, zieht sich die Gebärmutter in kontinuierlichen Abständen zusammen. Die Abstände werden mit jedem Mal kürzer. Die ersten etwa mit einer Pause von zehn Minuten, danach etwa zwei Minuten oder noch kürzer. Jede dieser Wehe ist sehr intensiv, erreicht einen Höhepunkt und schwächt anschließend wieder ab. Die Intensität späterer Wehen ist so stark, dass du sie auf alle Fälle von den Senkwehen unterscheiden kannst. Besprich dich gerne mit deiner Hebamme oder dem Frauenarzt, wann tatsächlich der richtige Zeitpunkt ist, ins Krankenhaus zu fahren.

Zeitvertreib trifft Nestbautrieb

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saro

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