Schwangerschaftswoche 6 (6. SSW): Was pocht denn da?

Spätestens in der 6. SSW hat der Embryo einen Herzschlag, währenddessen fahren durch die Hormonumstellung die Gefühle der Schwangeren Karussell. Das passiert in der 6. Schwangerschaftswoche.

Du bist jetzt in der 6. Schwangerschaftswoche (6. SSW). Vermutlich hast du bereits nach dem Ausbleiben der Regelblutung einen Schwangerschaftstest gemacht und die Erstuntersuchung beim Frauenarzt hinter dich gebracht. Wenn nicht, solltest du das jetzt tun, um sicherzugehen, dass du wirklich schwanger bist und ob womöglich Komplikationen vorliegen, zum Beispiel eine Eileiterschwangerschaft. Was bei der Erstuntersuchung passiert, erklären wir dir im Artikel über die 5. SSW.

SSW 5

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Spätestens jetzt schlägt das kleine Herz des Embryos. Wenn der Frauenarzt eine Ultraschalluntersuchung macht, wirst du das kleine Pochen sogar sehen können. Eigentlich sieht es eher wie ein Flattern aus, denn das Herz schlägt sehr schnell: 150 mal pro Minute!

Der Embryo ist immer noch sehr winzig, gerade mal 2 bis 4 Millimeter groß. Trotzdem passiert schon richtig viel in dem kleinen Wesen. Das Gehirn entwickelt sich, genauer gesagt das Neuralrohr, aus dem später das Gehirn wird und das Rückenmark im Rückenstrang des Babys.

Das passiert in der 6. SSW mit deinem Körper

Dein Körper im zweiten Schwangerschaftsmonat (SSW 5 - 8).

Die Folgen der Hormonumstellung

In deinem Körper sind die Weichen jetzt voll in Richtung Schwangerschaft umgestellt – das heißt auch, dass die Hormone eine lustige Party feiern. Das Schwangerschaftshormon HCG wird nun ausgeschüttet, ebenso wie das Gestagen Progesteron sowie Östrogene. Die Hormone halten die Schwangerschaft aufrecht und sorgen unter anderem auch dafür, dass die Brust vergrößert und die Milchbildung vorbereitet wird.

So wichtig Schwangerschaftshormone wie HCG sind – die Hormonumstellung hat auch Nachteile. Bei vielen Frauen führt die Wirkung des Schwangerschafthormons zu Übelkeit, auch Morgenübelkeit genannt. Schwangerschaftsübelkeit ist ein typisches Schwangerschaftsanzeichen und kann leider jetzt schon losgehen und mehrere Wochen anhalten.

Es kann zudem sein, dass dich eine dauerhafte Müdigkeit und Erschöpfung überfällt. Viele Frauen überrascht das, weil das Baby ja noch winzig und der Bauch noch flach ist. Aber die Umstellung des Körpers auf den Modus "Schwangerschaft" kostet viel Energie. Zum Trost können wir dir sagen, dass es im mittleren Trimester ziemlich sicher wieder besser wird.

Auch die Gefühle können nun Karussell fahren. Oft wird daraus leider eine unangenehme Achterbahnfahrt: Himmelhochjauchzend / zu Tode betrübt – in diesen Extremen bewegen sich viele Schwangere in den ersten Schwangerschaftswochen. Das ist nicht schön, vor allem, wenn sich noch Zukunftsängste mit dazugesellen. Aber du bist mit diesen Gefühlen nicht allein, diese Schwangerschaftssymptome haben sehr viele Schwangere. Und: Schuld an dem Tohuwabohu ist vor allem deine Körperchemie und nicht etwas deine mangelnde Qualifikation als zukünftige Mutter. Vielleicht muntert dich das etwas auf.   

Das ist in der 6. SSW zu tun

Termine planen

Dein Gynäkologe hat dich vermutlich bei der Erstuntersuchung schon darüber aufgeklärt, welche Vorsorgeuntersuchungen in nächster Zeit anstehen. Diese finden jetzt bis zur 32. Schwangerschaftswoche alle vier Wochen statt. Ab der 32. SSW musst du dann alle zwei Wochen zum Frauenarzt.

Bei jeder regulären Vorsorgeuntersuchung werden von nun an dein Gewicht und dein Blutdruck kontrolliert, um zu sehen, ob die Schwangerschaft "normal" verläuft. Ein dauerhaft hoher Blutdruck zum Beispiel kann zu Komplikationen führen, eine zu schnelle Gewichtszunahme deutet auf Wassereinlagerungen im Gewebe hin. Auch eine Urinprobe wird regelmäßig genommen und auf Eiweiße, Zucker und Nitrit getestet. Zu viel Zucker im Blut könnte ein Zeichen für eine Schwangerschaftsdiabetes sein, darum behalten die Ärzte einen Blick darauf.

Es gibt bis zum Geburtstermin in der Regel drei große Ultraschalluntersuchungen: Das erste Ultraschall-Screening findet zwischen der 9. und 12. SSW statt, das zweite zwischen der 19. und 22. SSW und die dritte Ultraschalluntersuchung zwischen der 29. und 32. SSW. Bei Komplikationen oder Auffälligkeiten wird der Arzt natürlich auch noch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen anordnen. Für die Erstuntersuchung und die Ultraschall-Screenings solltest du etwas mehr Zeit einplanen. Du darfst alle Vorsorgetermine übrigens auch in deine Arbeitszeit legen!

Wichtige Tests: Rhesusfaktor und Antikörpersuchtest

Für eine komplikationsfreie Schwangerschaft ist es wichtig, dass der Körper der Mutter den neuen "fremden" Körper des Embryos in seinem Inneren nicht abwehrt. So etwas kann zum Beispiel passieren, wenn in deinem Blut der Rhesusfaktor negativ ist. Das kann dazu führen, dass dein Körper im Verlauf der Geburt Antikörper gegen das Blut des Kindes bildet. Das ist in diesem Moment zwar für das Kind unbedenklich, aber falls du später nochmal schwanger wirst, kann es durch diese Antikörper zu gefährlichen Komplikationen kommen. Darum muss der Rhesusfaktor bestimmt werden.

Ob dein Blut eventuell schon Antikörper gegen die Blutgruppe des Kindes enthält, wird im Antikörpersuchtest ermittelt. Dieser wird am Anfang der Schwangerschaft gemacht.  

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miro
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