Schwangerschaftswoche 9 (9. SSW): Tschüss, Embryo! Hallo, Fötus!

Du bist nun im dritten Schwangerschaftsmonat. In der 9. SSW wird die Entwicklung der Organe abgeschlossen und man nennt das Kind in deinem Bauch jetzt Fötus. 

Du bist jetzt in der 9. Schwangerschaftswoche (SSW 9). Nun beginnt der dritte Schwangerschaftsmonat, und damit das letzte Drittel im ersten Trimester. Deine Schwangerschaft stabilisiert sich weiter und gegen Ende der 9. SSW beginnt die sogenannte Fetalphase. Du darfst dein ungeborenes Baby im Bauch dann offiziell Fötus nennen.

So entwickelt sich das Baby in der 9. SSW

In dieser Schwangerschaftswoche steht ein wichtiger Meilenstein der Schwangerschaft an: Alle Organe des Babys werden gegen Ende der 9. Schwangerschaftswoche vollständig entwickelt sein. Das heißt, das Kind ist dann kein Embryo mehr, sondern ein Fötus! Und seine Organe arbeiten auch schon auf Hochtouren.

Das Kind ist jetzt ca. 1,5 bis 2,5 Zentimeter groß (Scheitel-Steiß-Länge). Alle Körperkomponenten sind vorhanden, Nerven und Muskeln beginnen zusammenzuarbeiten und es ist schon sehr bewegungsfreudig und schlägt munter Purzelbäume. Das spüren zwar die wenigsten Frauen in ihrem Bauch, aber auf dem Ultraschallbild bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung kannst du sehen, wie das kleine Wesen in deiner Gebärmutter herumzappelt. Auch die Körperkonturen des Fötus lassen sich in dieser Schwangerschaftswoche schon besser erkennen. 

Augen, Ohren, Nase und Lippen: Im Gesicht deines Babies sind nun immer mehr Details zu sehen. Sogar Anlagen für die Brustwarzen sind in der SSW 9 schon vorhanden. Um das Gehirn des Kindes haben sich Schädelknochen gebildet, die diese wichtige Schaltzentrale schützen. Allerdings sind die Schädelknochen natürlich noch nicht verbunden, sodass das noch wachsende Gehirn genug Platz hat, um sich auszudehnen. Die winzigen Finger und Zehen sind in Schwangerschaftswoche 9 noch mit einer feinen Haut verbunden, Hände und Füße erinnern dadurch an kleine Flossen. 

Das passiert in der 9. SSW mit deinem Körper

Dein Körper im dritten Schwangerschaftsmonat (SSW 9 - 12).

Falls du unter Schwangerschaftsanzeichen, wie Übelkeit und Erbrechen, leidest, werden diese zwar noch weiter andauern, aber ein bisschen Hoffnung ist schon in Sicht: Denn mit Beginn des 2. Trimesters (ab der 13. SSW) endet für viele Schwangere auch die schlimme Phase mit Morgenübelkeit, Müdigkeit & Co. Dein Hormonhaushalt und Stoffwechsel haben sich dann umgestellt. 

Was hingegen in der 9. SSW zunehmen kann, ist die Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Wieso dieses Phänomen existiert ist nicht genau geklärt. Forscher gehen davon aus, dass es sich um einen uralten Schutzmechanismus des weiblichen Körpers handelt, der die Mutter davor bewahren sollen, für das Kind schädliche Nahrungsmittel zu essen. Zum Beispiel:

  • Koffein (Kaffee) 
  • Toxoplasmose (Fleisch)
  • Ethanol (Alkohol)
  • Nikotin (Zigaretten) 

Manchmal sorgen die Hormone leider auch dafür, dass Schwangere vermehrt unter Kopfschmerzen und Rückenschmerzen leiden. Medikamente sind ja weitgehend tabu in der Schwangerschaft, aber ein guter Mix aus Bewegung und Ruhe kann schon sehr gut helfen. Ohnehin ist es eine gute Idee, jetzt regelmäßig sanften Ausdauersport zu betreiben. So linderst du nicht nur Schwangerschaftsbeschwerden, sondern machst dich auch ein bisschen fitter für die Geburt. 

9. SSW: Sieht man schon einen Babybauch?

Bei den meisten Frauen ist in der 9. Schwangerschaftswoche nur eine minimale Veränderung am Bauch zu sehen, vor allem wenn es deine erste Schwangerschaft ist. Warst du schon einmal schwanger, ist es aber durchaus möglich, dass dein Bauch jetzt deutlich schneller wächst als beim ersten Mal.

Viele Schwangere leiden vor allem im ersten Trimester unter einem starken Blähbauch und berichten, dass sich ihr Bauch fester anfühlt als vor der Schwangerschaft. Dies ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich: Manche merken schon früh eine deutliche Veränderung und es ist schon ein kleiner Babybauch zu sehen. Andere werdende Mütter verlieren in den ersten Schwangerschaftswochen sogar an Gewicht, weil sie unter Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen leiden. Im Gegensatz zum Bauch ist deine Gebärmutter schon kräftig gewachsen: Sie ist in der 9. SSW doppelt so groß wie vor der Schwangerschaft.

SSW 9: Das steht nun an

Die nächste große Vorsorgeuntersuchung - mit Ultraschall!

Zwischen der 9. und der 12. SSW steht in der Regel der nächste Vorsorgetermin an – und dieses Mal kannst du auch ein Ultraschallbild mit nach Hause nehmen. Nimm deinen Partner darum unbedingt mit, wenn es möglich ist – auch für ihn ist es ein unglaublicher Moment der Schwangerschaft, den kleinen Fötus bei der Ultraschalluntersuchung auf dem Bildschirm zu sehen. Und es ist eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Das gehört zur ersten großen Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft:

  • dein Frauenarzt schaut, ob sich das Kind altersgemäß entwickelt und wo deine Plazenta sitzt
  • es wird kontrolliert, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt – also ob du vielleicht Zwillinge oder gar Drillinge erwartest. 
  • der errechnete Geburtstermin wird mit der Größe des Embryos verglichen und eventuell korrigiert
  • die Gesundheit von Mama wird genau unter die Lupe genommen: Wiegen, Blutdruckmessen und Urinuntersuchung stehen auf dem Programm.
  • Wahrscheinlich wird dir auch ein bisschen Blut abgenommen, um deine Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und den Rhesusfaktor (Rh-positiv oder Rh-negativ) zu bestimmen.

Pränataldiagnostik - Diese Möglichkeiten hast du

Bei dem Vorsorgeterminen wird dich der Arzt vielleicht auch über optionale Vorsorgeuntersuchungen informieren. Zu dieser pränatalen Diagnostik gehören zum Beispiel:

  • Nackenfaltenmessung, bei der die Wahrscheinlichkeit für eine Down-Syndrom-Behinderung des Babys festgestellt wird
  • die Chorionzottenbiopsie, bei der ebenfalls nach Hinweisen auf chromosomale Besonderheiten oder Stoffwechselerkrankungen gesucht wird
  • Amniozentese, bei der Chromosomenveränderungen sowie einige Erb- und Stoffwechselkrankheiten festgestellt werden können
  • Bluttest, bei dem die DNA des Babies auf Auffälligkeiten (Gendefekte etc.) untersucht wird

In der Regel müssen die Kosten für diese Pränataldiagnostik selbst getragen werden. Lasse dich hierzu am besten von deinem Arzt ausführlich zu den einzelnen Maßnahmen und den damit verbundenen Risiken aufklären. 

SSW 9: Was du sonst noch beachten solltest

Folsäure – das wichtige Vitamin für dein Baby

Folsäure ist sehr wichtig für dein Baby und seine gesunde Entwicklung. Normalerweise wird Erwachsenen eine Tagesdosis von 300 Mikrogramm Folsäure empfohlen. Während der Schwangerschaft steigt dieser Bedarf auf 550 Mikrogramm pro Tag. Hat die Schwangere einen Folsäure-Mangel, kann das zu Entwicklungsschäden beim Kind, dem sogenannten Neuralrohrdefekt oder auch offenen Rücken, führen.

Lebensmittel die viele Folate enthalten sind beispielsweise: 

  • Blattspinat und Salate 
  • Tomaten 
  • Kartoffeln
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte 
  • Orangen 

Meist kann ein Folsäuremangel jedoch auch durch eine ausgewogene Ernährung nicht ausgeglichen werden. Deswegen wird Schwangeren grundsätzlich die Einnahme von Folsäure-Präparaten empfohlen - und das im besten Fall schon ab Kinderwunsch! Denn: Folsäure ist vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen sehr wichtig für dein Baby - zu einer Zeit also, in der viele noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind. 

Videotipp: 9 Monate Schwangerschaft in 4 Minuten

9 Monate Schwangerschaft in 4 Minuten
miro
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-MOM-Newsletter

MOM-Newsletter

Mit unserem Newsletter erfährst du alles über die neuesten Online-Beiträge und verpasst keine MOM-Ausgabe!