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Die Väter stehen bereit! So können die Partner Mütter beim Stillen unterstützen

So können Partner:innen Mütter beim Stillen unterstützen
© Svetlana / Adobe Stock
Mit dem Baby auf dem Sofa einkuscheln und dann ganz entspannt stillen – eine schöne Vorstellung, die leider bei vielen nicht so friedlich abläuft. Stillen ist zeitintensiv, ermüdend und manchmal auch schmerzhaft. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass 70 Prozent aller Partner in der Stillzeit mehr unterstützen wollen.

Fast jede fünfte Mutter (18 Prozent) beklagt, dass dem Partner nicht bewusst sei, welche Belastungen mit dem Stillen einhergehen. Denn nicht zu verachten ist, dass Mütter in den ersten sechs Lebensmonaten des Babys etwa fünf Stunden am Tag mit Stillen verbringen. Die Frauengesundheitstechnologie-Marke elvie ist zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Innofact in einer aktuellen Befragung unter 1.000 Eltern kleiner Kinder unter anderem den Fragen nachgegangen, ob die Babybetreuung in der ersten Zeit gleich verteilt ist und ob sich Frauen alleine gelassen fühlen mit der Aufgabe des Stillens.

Der Wille der Papas ist da – jetzt muss gehandelt werden

Das Gute ist: Der Wille ist da! Über ein Drittel (70 Prozent) der Partner möchten in der Stillzeit mehr unterstützen. Für 14 Prozent der befragten Mamas wäre diese Unterstützung auch notwendig, da sie den aktuellen Support als zu gering einstufen. Mehr als Dreiviertel (79 Prozent) der Mütter sind jedoch zufrieden mit der Hilfe, die sie von ihrem Partner bekommen.

Doch wie so häufig in Sachen Care-Arbeit klaffen der Wille für mehr Engagement und die tatsächlich geleistete Arbeit deutlich auseinander. Nach Angaben der Stillenden werden Aufgaben, die sehr gut auch der Vater übernehmen kann, trotzdem mehrheitlich von der Mutter übernommen. Darunter fällt unter anderem das zu Bett bringen, wo 78 Prozent der Mütter angaben, die Aufgabe primär zu übernehmen. Arztbesuche, Trost und Nähe spenden, Spazierengehen und das Baden des Babys lagen ebenfalls hauptsächlich bei den Müttern. Auf der Liste der Partner fanden sich lediglich zwei Aufgaben, die primär nicht von der Mutter erledigt werden: spielen mit dem Baby und Windeln wechseln.

Die Mütter sind zufrieden mit der Unterstützung, machen aber dennoch fast alles selbst

Die Mütter geben also mehrheitlich an, mit der Unterstützung zufrieden zu sein übernehmen, aber dennoch den Großteil der Aufgaben selbst. Wie passt das zusammen? Die Hebammen Julia Brömsen und Jasmin Czech haben Antworten.

“Viele stillende Mamas sehen die Babybetreuung in den ersten Monaten als ihre Hauptaufgabe an. Dabei ist die Zeit mit einem Neugeborenen nicht nur wunderschön, sondern auch unendlich stressig“, sagt Julia Brömsen. "Es ist wichtig, dass Mütter auch an sich denken und Aufgaben abgeben, ohne sich gleich als schlechte Mama zu fühlen. Wie die elvie-Umfrage zeigt, stehen die sogenannten ‘neuen Väter’ bereit, hier mehr zu tun. Dieses Angebot sollten sie mehr annehmen.“

Jasmin Czech ergänzt, dass es gerade in den ersten Monaten häufig noch die klassische Rollenverteilung gibt: Der Papa im Vollzeitjob, die Mama mit dem Neugeborenen zu Hause. "Die Partner sagen, sie wollen mehr machen, meinen aber keine Zeit zu haben und wissen nicht, wie sie am effektivsten unterstützen können.“

Mehr über Jasmin Czech und Julia Brömsen erfahrt ihr auf ihrem Instagramaccount @momallie_official.

Mit diesen Tipps können die Väter ihre stillenden Frauen jetzt unterstützen

1.    Aufmerksam sein: Indem Mamas gefragt werden, was sie konkret brauchen oder wo sie unterstützt werden können, helfen Papas ungemein. So fühlen sie sich umsorgt und gesehen in ihren Bedürfnissen.

2.    Bindung zum Baby aufbauen: Es ist nie früh genug, Papa-Baby-Quality-Time einzuführen, um eine wunderbare Bindung zum Baby aufzubauen. Plus: Es tut Mamas wie Papas gut, wenn beide wissen, wie alles funktioniert – und Mamas so entlastet werden.

3.    Aufgaben im Haushalt übernehmen: Als Erstes sollte sich jede Mutter nach der Geburt um sich und das Baby kümmern, nicht um den Haushalt. Je mehr Väter also übernehmen (Einkaufen, Essen kochen, Wäsche waschen, Staubsaugen), umso besser. 

4.    Me-Time für Mama ermöglichen: Mamas vergessen sich und ihre Bedürfnisse leider sehr schnell. Umso wichtiger ist es, dass die Papas ihnen aktiv Zeit für Selbstfürsorge einplanen. Schnell noch Milch abpumpen und schon kann es losgehen.

5.    Für genügend Ruhe sorgen: Gerade in der Anfangszeit wollen natürlich alle das Baby sehen. Hier sind die Papas gefragt: Kurze Besuche absprechen, dafür sorgen, dass es nicht zu trubelig wird und die Gäste bitten, im Idealfall sogar selbst etwas zu essen mitzubringen.

Anmerkung der Redaktion: In der Umfrage wird lediglich von Mutter und Vater gesprochen, da sich dieser Artikel auf die Umfrage stützt, wurde nicht gegendert, da keine Informationen zu gleichgeschlechtlichen Paaren ausgewiesen sind.

Verwendete Quelle: Pressemitteilung elvie

slr Brigitte

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