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Stoffwindeln Ob Mull oder Fleece: Gute Alternativen zu Einwegwindeln

Stoffwindeln liegen auf hölzener Unterlage
© Nattika / Shutterstock
Stoffwindeln liegen im Trend. Und das aus gutem Grund! Die Einweg-Alternativen sind gut für die Umwelt, schonen Babys Popo und den Geldbeutel der Eltern. Alles, was du über Stoffwindeln wissen willst, findest du in unserem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Seit die Einwegwindel Stoffwindeln Anfang der 1960er ersetzte, gilt sie für viele Eltern als das Nonplusultra der Wickelpflege. Doch die Zeiten haben sich in den letzten 60 Jahren geändert und heutige Stoffwindeln sind nicht mehr zu vergleichen mit den Mehrwegwindeln der Vergangenheit.

Heutzutage sind Stoffwindeln wahre Technikwunder. Neue Erkenntnisse über Hygiene, innovative Textilien und moderne Waschmittel haben Stoffwindeln zur echten Alternative zur Einwegwindel werden lassen. Dabei ist die Auswahl riesig. Welche Arten von Stoffwindeln gibt es denn?

Welche Funktionen müssen Stoffwindeln bieten?

Die Auswahl an unterschiedlichen Stoffwindeln ist so groß, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Bevor du dich auf die verschiedenen Stoffwindelsysteme konzentrierst, achte auf die Funktionen Nässeschutz, Form und Saugmaterial. Sie spielen bei jedem Stoffwindelsystem eine Rolle:

  1. Form: Wie gut hält die Windel am Popo deines Kindes?
  2. Schutz vor Nässe: Wie gut ist die Abdichtung, so dass nichts nach draußen an die Kleidung dringt?
  3. Saugmaterial: Wie gut hält das Innenmaterial die Ausscheidungen deines Kindes fest?

Die Form

Die Form der Stoffwindel umfasst die äußere Hülle und entscheidet über Handhabung, Beweglichkeit und Passform. Drei Designs haben sich inzwischen bei Eltern durchgesetzt:

  • Die Schlupfform: Sie hat keine Verschlüsse und die Vorteile, dass sie sich dem Körper des Kindes gut anpasst und viel aufnehmen kann. Sie ist also gerade für die Nacht gut geeignet. Allerdings ist sie recht langwierig an- und auszuziehen. Außerdem stehen die Beine weit auseinander, was für die Bewegung nicht ideal ist.
  • Die Höschenwindel: Sie kann vorne aufgeklappt werden und ist mit dem hinteren Bereich über Laschen mit Klettband oder Knöpfen verbunden. Sie besitzt nicht eine ganz so gute Passform, lässt sich aber gut an- und ausziehen. Die Höschenwindel ist eine gute Kombination aus einer Schlupfüberhose und der Tuchform.
  • Die Tuchform: Sie benötigt einen speziellen Verschluss, wie Bänder, Gummis oder Klammern. Das Tuch kann auch gefaltet werden. Sie bietet von den drei Formen den wenigsten Auslaufschutz, dafür ist sie sehr schnell an- und auszuziehen. Meist nutzen Eltern, welche die Windelfrei-Methode praktizieren, diese Form.

Der Nässeschutz

Der Nässeschutz bildet den äußeren Bereich des Innenfutters und soll das Auslaufen der Ausscheidungen verhindern. Für den Nässeschutz gibt es zwei Materialien:

  • Polyurethanlaminat (PUL): Kennst du vielleicht von Outdoor-Mode. Es ist luftdurchlässig, atmungsaktiv und lässt keine Flüssigkeit durch. Allerdings ist PUL ein Kunststoff.
  • Wolle: Ist natürlich, atmungsaktiv, temperaturausgleichend und kann eine Menge Feuchtigkeit aufnehmen. Aber um Wasserabweisend zu sein, sollte sie mit Wollfett eingerieben werden. Das kann auf Dauer nervig sein.

Das Saugmaterial

Das Saugmaterial liegt ganz innen in der Stoffwindel und damit an der zarten Haut deines Babys. Deswegen ist eine gute Verträglichkeit sehr wichtig. Vier Materialien sind verbreitet. Wir haben die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien aufgezählt:

Material

Vorteile

Nachteile

Hanf

sehr saugstark, gute Speicherfähigkeit, sehr pflegeleicht, natürlicher Stoff

Flüssigkeiten werden nur langsam aufgenommen

Baumwolle (Mull)

sehr saugstark, gute Speicherfähigkeit, pflegeleicht, natürlicher Stoff

Flüssigkeiten werden nur langsam aufgenommen

Viskose (Bambus)

saugstark, nimmt Flüssigkeiten schnell auf, gute Speicherfähigkeit

anspruchsvoll in der Pflege

Mikrofaser (Polyester)

kann Flüssigkeiten schnell aufnehmen, saugstark

anspruchsvoll in der Pflege, geringe Speicherfähigkeit, kein natürlicher Stoff

Die Verarbeitung des Saugmaterials kann sich bei Stoffwindeln unterscheiden. Die Materialien kann es gewebt, gestrickt oder auch als Vlies geben. Oft werden die verschiedenen Bestandteile auch miteinander kombiniert, um optimalen Schutz zu gewährleisten.

Welche Stoffwindelsysteme gibt es?

Während die Funktionen quasi die Basis bilden und in jeder Stoffwindel enthalten sind, scheiden sich an den verschiedenen Systemen die Geister. Während manche Eltern dreiteilige Systeme bevorzugen, schwören andere auf zweiteilige Systeme. Wieder andere lassen nichts auf eine All-In-One-Windel kommen. Was sind die Unterschiede?

Dreiteilige Systeme:

Stoffwindelsysteme, die aus drei Teilen bestehen, teilen sich in die oben genannten Funktionen auf. Sie bestehen aus einer Außenwindel (Form), einer Innenwindel (Nässeschutz) und einer Saugeinlage (Saugmaterial).

Vorteile:

  • Die einzelnen Bestandteile lassen sich separat wechseln und waschen.
  • Die Windel lässt sich individueller an dein Baby anpassen.
  • Sie kann relativ viel Ausscheidungen aufnehmen.
  • Da die Bestandteile der Stoffwindel einzeln gekauft werden können, auf Dauer relativ kostengünstig.

Nachteile:

  • Komplex an- und auszuziehen.
  • Verbraucht im Schrank und auf dem Wäscheständer viel Platz.
  • Bei der Erstanschaffung durch die vielen Bestandteile aber relativ teuer.

Zweiteilige Systeme:

Windelsysteme, die aus zwei Teilen bestehen, bieten die höchsten Kombinationsmöglichkeiten. Ob Schlüpfüberhose und Mulltuch, Pocketwindel und Einlage oder Überhose und Höschenwindel. Zweiteilige Windelsysteme sind unglaublich flexibel und lassen dir die Wahl, die beste Kombination für dich und dein Baby zu finden. Folgende Materialien stehen zur Verfügung:

Als Nässeschutz und Form:

  • Schlüpfüberhose
  • Überhose
  • Pocketwindel

Als Saugmaterial:

  • Klammertuch
  • Höschenwindel
  • Bindewindel
  • Einlage
  • Prefold
  • Mulltuch

Vorteile:

  • Die einzelnen Bestandteile lassen sich separat wechseln und waschen.
  • Je nach Außenform lässt sich die Stoffwindel schnell wechseln.
  • Die Windeln lassen sich schnell und flexibel auf neue Situationen anpassen.

Nachteile:

  • Durch die Kombinationsmöglichkeiten fordert dieses System eine stärkere Auseinandersetzung der Eltern mit dem Thema.
  • Starke Unterschiede der Materialien.

Einteilige Systeme:

All-In-One-Stoffwindeln enthalten – wie der Name vermuten lässt – alle drei Funktionen in einem System. Hier muss (fast) nichts auseinandergenommen oder ausgetauscht werden. Eine einteilige Windel kommt vom Gefühl einer Einwegwindel am nächsten.

Vorteile:

  • Die Stoffwindel lässt sich sehr leicht an- und ausziehen.
  • Sie verbraucht nur wenig Platz im Schrank und in der Waschmaschine.
  • In der Erstanschaffung relativ kostengünstig im Vergleich zur Einwegwindel.
  • Benötigt keine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema.

Nachteile:

  • Ist weniger passgenau als die anderen Systeme.
  • Nimmt nur wenig Ausscheidungen auf.
  • Im Vergleich zu anderen Windelsystemen relativ teuer, da das gesamte System gekauft werden muss.

Warum sind Stoffwindeln eine gute Alternative?

Das wohl wichtigste Argument für Stoffwindeln als Alternative zu Einwegwindeln: Sie tun deinem Baby gut:

  • Bessere Durchlüftung: Einwegwindeln schließen den Po deines Babys quasi ab, wodurch die Luft nicht zirkulieren kann. Dadurch kommt es zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau. Das wiederum bildet die Grundlage für Keime, Pilze und Bakterien. Es drohen Windelausschlag oder gar Windeldermatitis. Stoffwindeln garantieren eine bessere Luftzirkulation.
  • Keine Chemikalien: Mittlerweile gibt es natürlich auch Bio-Einwegwindeln, aber die herkömmliche Wegwerfwindel enthält eine Menge Chemikalien, darunter auch bedenkliche Stoffe wie Paraffin und Acrylsäure. Stoffe, die auch an den zarten Babypopo gelangen. Zwar gibt es auch bei Stoffwindeln Einlagen, die beispielsweise Polyester enthalten, die meisten Bestandteile haben aber einen natürlichen Ursprung (Hanf, Baumwolle, Bambus).

Stoffwindeln sind aber auch gut für die Umwelt, denn:

  • Durchschnittlich verbraucht ein Kind in Deutschland circa 5.000 Einwegwindeln in der Wickelphase.
  • Allein in Deutschland werden pro Tag rund zehn Millionen Wegwerfwindeln verbraucht.
  • Ebenfalls werden nur in Deutschland pro Jahr so über 154.000 Tonnen Einwegwindeln in den Müll geworfen.
  • Windelmüll wird nicht recycelt. In Deutschland werden Einwegwindeln verbrannt, in anderen Ländern landen sie auf Deponien, wo sie über 400 Jahre benötigen, um sich zu zersetzen.

Dies alles fällt bei Mehrwegwindeln weg. Zwar verbrauchen Stoffwindeln bei der Benutzung (durch regelmäßiges Waschen) mehr Wasser, dafür wird bei der Herstellung wesentlich weniger Wasser verbraucht.

Stoffwindeln sind auch gut für deinen Geldbeutel:

  • Im Gegensatz zu Einwegwindeln musst du nicht ständig neue kaufen. Hast du einmal dein System zusammengestellt, sind die wiederkehrenden Kosten sehr gering.
  • Die Kosten von Stoffwindeln betragen zwischen 700 und 1.400 Euro während der Wickelzeit. Dementgegen stehen Ausgaben von circa 1.500 bis 3.900 Euro bei Einwegwindeln und Zubehör (Windelmülleimer), Müllkosten nicht eingerechnet.
  • Zudem sparst du mit jedem weiteren Kind zusätzlich Geld, denn Stoffwindeln können natürlich von Kind zu Kind "weitergegeben" werden.

Wie lange halten Mehrwegwindeln?

Natürlich sind Stoffwindeln wesentlich langlebiger als Einwegwindeln. Aber wie lange halten sie denn genau? Das kommt in erster Linie darauf an, wie sie gepflegt werden. Mit der richtigen Pflege und Behandlung, kann eine Stoffwindel bis zu drei Jahre halten, also quasi die gesamte Wickelzeit über.

Möglich machen dies die extrem strapazierfähigen Materialien. Hinzu kommt natürlich auch die Nutzungsdauer. Hast du mehrere Einlagen, die regelmäßig und rechtzeitig gewechselt werden können? Das kommt der einzelnen Windel sicherlich zugute. Ein paar Tipps gibt es aber, um die Lebensdauer zu verlängern.

  1. Wasche die Windel ausschließlich in der angegebenen Temperatur und mit sanften Waschmitteln.
  2. Lagere die schmutzigen Windeln nicht zu lange im Windeleimer oder in der Wäschekiste.
  3. Gummibändchen oder Schnüre benötigen besondere Pflege. Sollten sie sich aus dem Windelsystem herausnehmen lassen, kannst du sie von Zeit zu Zeit fetten (beispielsweise mit Vasline), damit sie elastisch und strapazierfähig bleiben. Wichtig: Lasse das Fett erst einziehen, bevor du das Gummi wieder in die Windel ziehst, sonst gibt es hässliche Fettflecken im Stoff!

Wie viele Windeln braucht mein Kind?

Wie viele Stoffwindeln du und dein Kind benötigt, hängt von drei Fragen ab:

  1. Welches System willst du nutzen?
  2. Wie oft willst du waschen?
  3. Wie oft musst du dein Baby wickeln?

Durchschnittlich müssen Windeln fünf bis zehn Mal am Tag gewechselt werden. Du solltest Stoffwindeln allerspätestens alle drei Tage waschen. Achtung: Damit ist die Außenhülle und nicht die Einlage gemeint. Einlagen wäschst du am besten nach jeder Nutzung. Inzwischen gibt es viele gute, sanfte Waschmittel für Babys.

All-In-One-Windeln

Wie oben schon gezeigt, haben All-In-One-Windeln den großen Vorteil, dass du alles in einem System einkaufen kannst. Du musst also keine großen Windelberge anlegen. Trotzdem solltest du dir 20 bis 25 All-In-One Stoffwindeln zulegen. Dann hast du genug Windeln für eine stressfreie Rotation zwischen Tragen, Waschen, Trocknen.

Zweiteilige Stoffwindeln

Bei zweiteiligen Stoffwindeln fällt schon etwas mehr an. Fünf Überhosen und 20 bis 25 Saugeinlagen sind mindestens erforderlich, um vernünftig rotieren zu können. Dann hast du aber auch genügend Materialien zusammen. Übrigens: Oft haben Hersteller und Einzelhändler spezielle Einsteiger-Angebote. Die perfekte Chance also, die verschiedenen Materialien auszuprobieren.

Dreiteilige Stoffwindeln

Dreiteilige Stoffwindeln sind natürlich das mengenintensivste System. Neben fünf Außenwindeln und zehn bis 15 Innenwindeln, stehen auch 20 bis 25 Saugeinlagen auf der Einkaufsliste. Auch hier bietet es sich an, die verschiedenen Materialien auszuprobieren.

Pocketwindeln

Die Pocketwindel gehört zu den All-In-One-Windeln, ist aber noch einmal ein Ticken kleiner. 20 bis 25 Pocketwindeln sollten es für eine stressfreie Rotation sein. Hinzu kommen 20 bis 25 Saugeinlagen zum Einlegen. Ob Prefold, Mulltücher oder Booster bleibt dir überlassen.

Dieses Zubehör macht dir den Alltag leichter

Der Arbeitsaufwand ist bei Stoffwindeln etwas höher als bei Einwegwindeln. Was für ein Glück, dass es diverse Helferlein gibt, die dir den Umgang mit Stoffwindeln erleichtern.

  • Saugverstärker: Ältere Babys machen meist seltener am Tag, dafür dann aber mehr. In diesen Fällen ist es eine Hilfe, zusätzlich zu den Einlagen noch Saugverstärker einzulegen. Sie fangen die Ausscheidungen garantiert auslaufsicher auf. Mit acht bis zehn Verstärkern bist du auf der sicheren Seite.
  • Windelvlies: Etwas, was du im Laufe der Zeit immer wieder nachkaufen wirst. Da sich der Stuhl deines Babys mit Einführung der Beikost verändern wird und nicht mehr so leicht wasserlöslich ist, lohnt sich Windelvlies. Dadurch wird die Inneneinlage geschont.
  • Höschenwindeln: Die Tage mit Baby sind anstrengend und auch die Nächte fordern von Müttern einiges ab. Wenn du neben dem Stillen etwas mehr Ruhe haben möchtest, helfen dir vier bis fünf Höschenwindeln (zum Wechseln). Sie bestehen aus extra saugkräftigem Material.
  • Wetbags: Wetbags sind die idealen Aufbewahrungstaschen für die Stoffwindeln deines Babys. Sie bestehen oft aus PUL oder Baumwolle, sind atmungsaktiv, aber geruchsdicht. Eine Wetbag bietet Platz für zwei bis fünf Windeln. Und das Beste ist, dass du die Wetbags nach der Windelzeit als Beutel für Schwimmsachen oder Matschkleidung deines Kindes benutzen kannst. Eine Sache solltest du allerdings beachten: Lasse die feuchten Sachen nicht zu lange im Wetbag liegen, sonst besteht die Gefahr, dass sie schimmeln. Empfohlen sind mindestens zwei große Wetbags für zuhause und eine kleine Wetbag für unterwegs.
  • Wäschenetz: Einlagen, Innenwindel, Prefold, Mulltücher. Die Menge der kleinen Stoffteile ist groß. Damit sie nicht einfach durch die Waschmaschine fliegen und sich im blödesten Fall zwischen Dichtgummi und Waschmaschinentür verkeilen, hilft ein Wäschenetz. Es hält die einzelnen Teile zusammen.
  • Baby-Waschmittel: Spezielles Waschmittel für Baby-Kleidung. Besonders sanft und ohne unnötige Zusatzstoffe. Damit die zarte Babyhaut nicht unnötig gereizt wird.
  • Bodyverlängerungen: Stoffwindeln sind häufig dicker als herkömmliche Einwegwindeln. Das ist für manche Bodys zu viel und sie lassen sich nicht mehr richtig schließen. Hier helfen Bodyverlängerungen.

Lassen sich Stoffwindeln leicht waschen?

Ja, keine Sorge. Einfach die Stoffwindeln und Einlagen mit deinen Handtüchern (mindestens 60 Grad) zusammen in die Wäsche tun und waschen. Am besten spezielles Baby-Waschmittel benutzen, damit der zarte Baby-Popo geschont wird. Und was deinem Baby guttut, ist für dich auch gut.

Möchtest du die Stoffwindel lieber mit der Hand waschen, nutze spezielle Seife für Babys. Zu Beginn gibt es eigentlich keine hartnäckigen Flecken. Sowohl Pipi als auch der Milchstuhl lassen sich ganz einfach entfernen. Kommt später Beikost-Stuhl dazu, kann es etwas hartnäckiger zugehen. Dann kannst du die Einlagen auch vorher einweichen.

Gibt es Stoffwindeln in günstigen Paketen oder besondere Angebote?

Ja, die gibt es. Finden kannst du sie fast überall, wo man Stoffwindeln kaufen kann. Die meisten Shops haben Einsteigerangebote oder Testpakete. Ein Tipp: Lass dich nicht verunsichern. Viele Testpakete beinhalten zwei, drei oder gar vier verschiedene Systeme. Einsteiger können dann schnell verwirrt und überfordert sein.

Oft fehlt auch eine vernünftige Anleitung und man muss sich in die Systeme richtiggehend hineinfuchsen. Am besten nimmst du dir einen Tag Zeit und probierst die verschiedenen Systeme aus, bevor du sie deinem Baby anlegst. Und lass dich nicht entmutigen, sollte am Anfang was danebengehen. Es braucht etwas Übung, die Stoffwindel passend anzulegen.

Kann man Stoffwindeln auch mieten?

Ja, auch das geht. Allerdings versuchen manche Mütter, ihre alten, verbrauchten Stoffwindeln relativ teuer loszuwerden. Deswegen lohnt es sich, genau nachzufragen. Wenn du folgende Fragen beantworten kannst, bist du auf der sicheren Seite.

Frage 1: Weißt du, welche und ob Waschmittel und Weichspüler bei den Stoffwindeln genutzt wurden? Nicht, dass dein Baby einen Ausschlag von den Rückständen bekommt.

Frage 2: Weißt du, ob die Stoffwindeln aus einem Haushalt mit oder ohne Haustiere kommen? Tierhaare in den Einlagen sind sehr unhygienisch.

Frage 3: Weißt du, wie oft die Stoffwindeln schon genutzt wurden? Du willst schließlich keine Stofffetzen kaufen, sondern brauchbare Windeln.

Frage 4: Kannst du die Stoffwindeln mehrfach auch bei hohen Temperaturen (60 Grad und mehr) waschen, um mögliche Keime abzutöten?

Was ist eine Hybridwindel?

Tatsächlich gibt es zu den ganzen verschiedenen Systemen noch ein weiteres Konzept: Die Hybridwindel. Sie ist genau das, was ihr Name aussagt. Eine Mischung aus Einweg- und Mehrwegwindel. Dabei sind Überhose und Innenwindel aus Stoff und die Einlage zum Wegwerfen.

Die Vorteile:

Hybridwindeln sind natürlich etwas stressfreier. Du hast weniger Wäsche und musst unterwegs auch keine vollen Einlagen rumtragen. Auch auf Reisen kann eine Wegwerfeinlage entlastend sein.

Die Nachteile:

Natürlich entsteht mit den Wegwerfeinlagen wieder mehr Müll. Außerdem sind in ihnen oftmals Plastikfasern enthalten. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für den Popo deines Babys.

Gibt es Windeln zum Mitwachsen?

Ja, die gibt es – zumindest laut Aussage der Hersteller. "Onesize-Windeln" nennen sie viele Unternehmen. Sie sind mit Druckknöpfen oder Klettverschluss in der Größe verstellbar und versprechen einen Gebrauch von der Geburt bis zum Trockenwerden.

Leider funktionieren solche Systeme nur bedingt. Meist sind sie am Anfang noch zu groß und rutschen vom Popo. Am Ende dagegen sind sie dann oftmals zu eng und schneiden in die empfindliche Haut. Am besten passen diese Windeln zwischen dem neunten und dem 24. Monat. Es ist also ein Trugschluss zu glauben, mitwachsende Windeln würden wirklich mitwachsen.

Egal wofür du dich entscheidest, das Natürliche gewinnt

Bei all den vielen Systemen und unterschiedlichen Windeltypen kann man schnell den Überblick verlieren. Doch egal für welches System du dich am Ende entscheidest, sowohl dein Baby als auch die Umwelt gewinnen. Denn Stoffwindeln sind für die Haut deines Babys besser und du produzierst viel weniger Müll.

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Brigitte

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