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Eine schwierige Zeit! 8 Tipps, die das Zusammenleben mit einem Teenager einfacher machen

7 Tipps, durch die wir Teenager besser verstehen
© rawpixel.com / Adobe Stock
Kinder im Teenager-Alter befinden sich in einer sehr spannenden, aufwühlenden und sich ständig verändernden Lebensphase. Ihr Verhalten ist für Eltern manchmal sehr schwer nachzuvollziehen. Wir haben deshalb sieben Dinge gesammelt, die Eltern von Teenager:innen wissen sollten. 

Schule, Hobbys, Freunde, Eltern und ganz nebenbei noch die eigenen Gefühle zu bewältigen, ist verdammt viel Arbeit. Kein Wunder, dass Teenager:innen in der Pubertät darunter leiden und sich vielleicht mehr zurückziehen, die typische "Kein Bock"–Haltung an den Tag legen oder zu Hause oft gereizt auf die Eltern reagieren. Die wissen wiederum nicht, was in den halb erwachsenen Menschen, mit denen sie zusammen unter einem Dach leben, vorgeht. Die beiden Seiten geraten häufig aneinander und da sind Konflikte förmlich vorprogrammiert. Als Elternteil ist es wichtig, trotzdem verständnisvoll zu bleiben und einen Gesamtblick für die Lage des Kindes zu bekommen. 

1. Nicht direkt laut werden

Wenn sich dein Kind aufmüpfig verhält, die Hausaufgaben nicht erledigt oder dir nicht hilft, obwohl du es schon dreimal darum gebeten hast, bringt es dich nicht weiter, dein Kind lautstark anzumeckern. Der:die Teenager:in erlebt vielleicht gerade eine schwierige Zeit und kann die eigenen Gedanken nicht verarbeiten, wodurch ihn:sie eine Form der Lustlosigkeit überkommt. Das hat nichts mit dir zu tun, sondern mit der allgemeinen Überforderung. Zu schreien drängt den:die Teenager:in nur weiter in die Ecke und kann dafür sorgen, dass er:sie sich als Enttäuschung oder Problem wahrnimmt. Natürlich muss dein Kind gewisse Aufgaben erledigen – einfach davonkommen lassen, ist also nicht! Anstatt laut zu werden, hilft es aber der in der angespannten Situation viel mehr, wenn du sie erst einmal runterkühlst und den Druck rausnimmst. Du kannst dein Kind zum Beispiel nach den Gründen für sein Verhalten fragen oder verdeutlichen, dass ihr gemeinsam daran arbeiten könnt, wenn es ihm:ihr nicht gut geht und er:sie nicht alleine damit ist. 

2. Ein bisschen mehr Freiraum geben

Manchmal hilft es bereits, wenn wir unserem Kind genügend Freiraum geben. Ständiges Nachhaken, ob alles ok ist oder unaufgefordert ins Zimmer zu kommen, kann das Kind einengen und als Konsequenz zieht es sich noch mehr zurück. Natürlich ist weiterhin wichtig, dass du Interesse an dem Leben deines Kindes zeigst und ihr in Kontakt bleibt. Nutze die ruhigeren Phasen mit deinem Kind und lade es zu längeren Gesprächen ein. Ihr könntet beispielsweise gemeinsam spazieren gehen, damit es den Kopf ein wenig frei bekommt.

3. Bloß nicht verwöhnen

Selbstständigkeit und Verantwortung gehören zum Erwachsenwerden dazu. Das wissen auch Teenager:innen. Sie lernen, dass sie sich Dinge verdienen müssen,  weshalb es wichtig ist über Geld zu sprechen. Du kannst dem:der Jugendlichen schrittweise zeigen, wie es am besten mit seinen Finanzen umgeht und Unabhängigkeit erlernt. Zum Beispiel kannst du durch das Taschengeld eine klare Grenze ziehen, denn wenn es leer ist, gibt es nicht einfach mehr Geld. So kann der:die Teenager:in lernen, dass er:sie das Geld einteilen muss.

4. Die Kommentarfunktion abstellen

Wenn wir alles kommentieren, was unser Kind trägt, sagt oder macht, können wir es ziemlich verletzen. Wir hören Kritik an uns selbst auch nicht gerne – warum also das eigene Kind? Es ist sowieso schon der Dauerbeschallung seines sozialen Umfelds sowie der sozialen Medien ausgesetzt. Der Druck, der dort herrscht, ist immens. Gibt die eigene Familie einem ebenfalls das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, erhöht das den Druck nur noch mehr. Lass deine Kinder Dinge ausprobieren und kritisiere sie nicht zu scharf.

5. Liebevolle Worte finden

Ein:e Teenager:in macht dir das Leben wahrscheinlich manchmal zur Hölle, doch auch nach fiesen Streits und vermeintlich unnötigen Konflikten sind Wertschätzung und ein paar liebe Worte wichtig. Vielleicht möchte es dein Kind in dem Moment gar nicht zulassen, aber am Ende ist es im Innersten dafür dankbar, wenn du sagst, dass du es liebst. Gerade in Zeiten, wo durch die Pubertät alles kompliziert und verwirrend ist, braucht es Liebe und wohlwollende Worte.

6. Auch mal dein Kind um Rat fragen 

Teenager:innen befinden sich in einer Phase, in der sie oftmals glauben, dass sie alles besser wissen – in manchen Dingen stimmt das vielleicht sogar. Um dein Kind besser verstehen zu können, solltest du auf es zugehen und einfach mal auf seine Meinung hören. So kannst du den:die Teenager:in in verschiedensten Belangen um Rat bitten. Das kann von einer Beratung beim Shopping über das nächste Urlaubsziel bis hin zu Problematiken in der Familie reichen. Dadurch fühlt sich dein Kind stärker wahrgenommen und sieht, dass seine Meinung relevant ist.

7. Erkenne, dass du mit den Hormonen sprichst

Während dein Kind sich manchmal selbst nicht versteht, hilft es, wenn du diese Aufgabe stückweise übernimmst. Der Körper deines Kindes verändert sich durchgehend und da gehen die Hormone gerne mal mit einem durch. Beispielsweise werden Kinder in der Pubertät rund zwei Stunden später müde, weil sich die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin verzögert. Sie können also um 22 oder 23 einfach noch nicht schlafen. Hier ist Verständnis und Geduld gefragt. Auch die Gefühlsschwankungen sind nicht dein Kind, sondern eine normale Entwicklung im Körper, die nervenaufreibend sein kann, aber deinem Kind nicht übel genommen werden sollte. Wenn du die Entwicklung nachvollziehst, verstehst du dein Kind automatisch besser. 

8. Hilfe anbieten

Ist die Belastung in der Pubertät zu groß und der Umgang mit Freund:innen, Lehrer:innen und auch den Eltern führt zu anhaltender Überforderung, kann es helfen, dem:der Jugendlichen professionelle Hilfe an die Seite zu stellen. Wichtig ist dabei nur, dass ihr offen darüber sprecht und die Möglichkeiten einer Therapie gemeinsam durchgeht. Am Anfang kann es sein, dass dein Kind undankbar wirkt und abblockt. Irgendwann aber wird es verstehen, was es an dir hat und ist froh, dass du auf es achtest und aufpasst.

Brigitte

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