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Verhaltensmuster Warum hören Babys auf zu weinen, wenn man aufsteht?

Verhaltensmuster: Mutter mit Baby auf dem Arm
Säuglinge können auf eine ganz bestimmte Weise beruhigt werden …
© OR Images / Getty Images
Ist es nicht verblüffend, dass Babys sich oft nur durch das Aufstehen und Schaukeln beruhigen lassen? Die Antwort, woran das liegt, zeigen spannende Verhaltensmuster …

Es gibt unzählige Verhaltensmuster bei uns Menschen und sogar Babys haben tiefverankerte Handlungsweisen – eine ganz besondere über schreiende Babys wollen wir beleuchten. Genauer gesagt: warum sich dein weinendes Kind schnell beruhigt, sobald du es auf den Arm nimmst, aufstehst und es leicht schaukelst. Vermutlich machst du das täglich ein dutzendmal und ahnst gar nicht, warum es dein Baby so entspannt. 

Denn mal ehrlich, es scheint doch oft so, als würden Babys Wutanfälle bekommen, weil sie Aufmerksamkeit suchen oder nicht? Du fragst dich bestimmt, warum das Schaukeln auf dem Schoß oder die Ablenkung mit dem Lieblingsspielzeug oft nicht so gut funktionieren und sie weiter weinen. Doch es gibt tatsächlich eine wissenschaftliche Erklärung dafür.

Ähnliches Verhaltensmuster bei Säuglingen und Säugetieren

2013 wurde eine Studie in Japan durchgeführt, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, in der Forscher feststellten, dass die meisten Säuglinge unter sechs Monaten aufhörten zu weinen, sobald die Mutter aufstand und den Säugling sanft wiegte. Zudem erkannten sie, dass die Babys dadurch nicht nur aufhörten zu weinen, sondern generell ruhiger wurden. Sie hörten auf zu strampeln, und die Herzfrequenz schien deutlich zu sinken. Darüber hinaus beobachteten sie ähnliche Verhaltensmuster bei anderen Säugetieren. 

Die Babys, die an der Studie teilnahmen, waren zwischen einem Monat und sechs Monaten alt. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie sich Säuglinge am effektivsten beruhigen lassen. Dabei kam heraus, dass das Aufstehen einen enormen Effekt hatte und die Babys schneller als alles andere beruhigte. Die gleiche Studie wurde übrigens auch an Mäusen durchgeführt. Wobei herausgefunden wurde, dass sie fast identische Verhaltensmuster aufzeigten. 

Aber wie kommt es zu der Reaktion?

Tatsächlich liegt die Begründung in unserer Evolution! Wir alle haben einen Kampf- oder Fluchtinstinkt in uns, weil wir früher die Flucht ergriffen, sobald sich eine unmittelbare Gefahr andeutete. Bedeutet: Wenn also ein Elternteil damals mit dem Baby im Arm vor etwas fliehen musste, schien das Baby instinktiv zu spüren, dass es ruhig und still sein musste. 

Dieses Gefühl scheint sich über Millionen Jahre tief verankert zu haben. Dadurch kommt es, dass Babys so schreckhaft sind und auf die kleinsten Geräusche und Bewegungen empfindlich reagieren, weil es sich für sie wie eine Gefahr anfühlt.

Das Gefühl von Sicherheit vermitteln

Wenn Babys also Gefahr spüren, ist die Folge, dass sie anfangen zu weinen. Die Lösung: Das Neugeborene an sich nehmen und aufstehen. Das gibt dem Säugling ein Gefühl von Sicherheit, weil die Bedrohung weg ist. Und genau wie der Instinkt des Babys zu weinen, hast du als Elternteil den Instinkt, dein Baby hochzuheben, sobald es weint. Wenn es auch dann nicht aufhört zu schreien, kann es natürlich noch andere Gründe geben, wie beispielsweise eine volle Windel oder Hunger. In solchen Fällen hilft das Schaukeln natürlich nicht weiter, um es zu besänftigen.

Verwendete Quellen: cell.com, momjunction.com

Dieser Artikel ist ursprünglich bei ELTERN.de erschienen.

Brigitte

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