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Vorsicht auf der Piste Worauf Eltern beim Schlittenfahren ihrer Kinder achten sollten

Schlitten: Kind auf Hügel
Schlittenfahren macht nicht nur den Kleinen Spaß – doch es ist Vorsicht geboten
© pavelgulea / Adobe Stock
Schlittenfahren gehört zum Winter für viele Familien dazu. Dabei können allerdings schwere Unfallverletzungen drohen, die leicht abzuwenden sind.

Die Temperaturen fallen und eine weiße Decke legt sich nach und nach über Deutschland – die nächsten Wochen und Monate verwandelt sich die Welt wieder in ein Winterparadies. Für Kinder gehört dazu die ein oder andere Schneeballschlacht und natürlich vor allem auch eine Runde mit dem Schlitten. Doch eine Fahrt ist nicht frei von Risiken, wie der ADAC nun warnt: Wer sich ohne Helm auf die Piste begibt, riskiert schwere Kopfverletzungen.

Wenn die Schlittenfahrt tödlich endet

Während viele Menschen beim Ski- oder Snowboardfahren ganz selbstverständlich einen Helm tragen, gehört das lebensrettende Accessoire für die wenigsten zur Standardausrüstung bei einer Schlittenfahrt den Hügel hinab. Das zeigt sich auch in den Statistiken: Allein die österreichische Unfallstatistik zählte im letzten Winter über 220 verletzte Personen – drei von ihnen starben. 

Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) mit der TU Graz gehört zu den häufigsten Unfallursachen ein Zusammenstoß mit stehenden Objekten wie Bäumen oder Liftpfosten, wobei teils schwere Kopf- und Nackenverletzungen die Folge sind. Laut einer Auswertung der ADAC Luftrettung von 2018 bis 2021 handelte es sich bei fast der Hälfte der Wintersportunfälle um Schlittenfahrer:innen, die im Vergleich zu Ski- und Snowboarder:innen auch häufiger Schädel-Hirn-Traumen davontrugen.

Ein Helm verringert das Verletzungsrisiko erheblich

Viele unterschätzen die Geschwindigkeit, die ein Schlitten erreichen kann. Bei einem Crashtest mit einem speziellen Dummy, mit dem sich die Heftigkeit des Aufpralls messen und die dadurch resultierenden Unfallschäden besser abschätzen ließen, simulierte der ADAC einen Frontalzusammenprall einer schlittenfahrenden Person. Der Dummy hatte ein Gewicht von 7 Kilogramm, eine Größe von 1,75 Meter und stieß bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h mit einer Holzwand zusammen.

Der Test wurde jeweils mit und ohne Helm durchgeführt – in beiden Fällen stieß der Dummy zunächst mit den Beinen und danach mit dem Kopf gegen das Hindernis. Vergleichbar sei der Aufprall mit einem Frontal-Crash bei 50 km/h, bei dem der Kopf auf einen Airbag (mit Helm) bzw. ungeschützt auf das Lenkrad aufschlägt (ohne Helm). Bei der Untersuchung des Dummies ergaben sich neben dem Kopf auch mögliche, teils schwere Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule sowie der oberen und unteren Extremitäten.

Das Ergebnis mit Helm: Die Belastung auf den Kopf wurde um 70 Prozent reduziert, die Wahrscheinlichkeit einer schweren Kopfverletzung sank von 90 Prozent (ohne Helm) auf 10 Prozent. Grundsätzlich liegt die Wahrscheinlichkeit für eine geringe bis ernsthafte Kopfverletzung laut Crashtest bei 100 Prozent – in drei Prozent der Fälle kann ein Unfall auf dem Schlitten ohne Helm sogar tödlich enden.

Da insbesondere Kinder ein hohes Risiko haben, mit ihrem Schlitten zu verunglücken, rät der ADAC unbedingt zum Tragen eines Helms.

Verwendete Quellen: adac.de, alpin.de, kfv.at

cs Brigitte

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