Diese Comics regen zum Nachdenken an – und zum Pupsen! 🙌

Vom Furzen über den Kampf um Anerkennung bis zum drohenden Atomkrieg – für die indische Künstlerin Kaviya ist kein Thema Tabu. Mit ihren Insta-Comics regt sie zum Schmunzeln und Nachdenken an.

Wir leben in einer seltsamen Welt

Jeden Abend sitzen Millionen von Menschen auf ihren Sofas und freuen sich darüber, wie viele Likes das Foto von ihrem Mittagessen ihnen bei Instagram einbringt, während im Hintergrund Nachrichten von tödlichen Unfällen, Anschlägen und Streit zwischen Atommächten über den Fernsehbildschirm flackern.

Unsere Welt ist spannend, inspirierend, schön und wahnsinnig einladend – aber in Teilen ist sie auch zutiefst seltsam, kompliziert, hässlich und widersprüchlich. Gerade die seltsame Seite unserer Welt beschäftigt die indische Künstlerin und Comic-Zeichnerin Kaviya. Im Rahmen ihres Projekts #100DaysOfDirtyLaundry hat sie sich aufgemacht, diese Seite anhand von Instagram-Comics zu illustrieren.

"Wenn wir die rosarote Brille abnehmen, sehen wir die Probleme"

"Alles, was wir sehen, sind Posts mit Filter-Selfies, Urlaubsimpressionen, erreichten Fitness-Zielen, stylishen Klamotten und fancy Mahlzeiten", sagt die 28-Jährige, "Doch wenn wir die rosarote Social-Media-Brille einmal abnehmen, ringt unsere Generation mit ernsten Problemen: Komplizierte Beziehungen, Materielles Überangebot, Psychische Krankheiten, Smartphone-Sucht, Sexualität und Body Negativity. Ich hatte das starke Bedürfnis, diese sogenannten schmutzigen Tabus aus meiner persönlichen Sicht anzusprechen, um eine offene Diskussion darüber anzuregen." 

"Fürze sind ein Indikator für unsere Gesundheit"

Das Tabu, das sie offenbar so sehr umtrieb, dass sie ihm ihren ersten Post widmete, beschäftigt uns alle (würde ich einfach mal wagemutig behaupten): Furzen! 

"Mein Leben lang habe ich gelernt, dass Furzen eklig ist. Dass du Fürze bekämpfen und unterdrücken musst, bis sie einen langsamen, stillen Tod sterben. Und wenn der Geruch sich dann im Raum ausbreitet, blickst du dich angeekelt um und versuchst, die Schuld auf eine unschuldige alte Omi oder sogar deinen Hund zu schieben. [...] Dabei sind Fürze ein Indikator für unsere Gesundheit. Sie gehören zu unserem Verdauungssystem dazu, und wenn wir sie rauslassen, reduziert das sogar unser Schlaganfallrisiko, habe ich gelesen. Da habt ihr's, nun gehet und furzet!"

Obwohl Kaviya keine klassische Kunstausbildung hat, wirken ihre Zeichnungen professionell und ästhetisch und bringen ihre Aussagen eindrucksvoll rüber. Besonders reizvoll an ihrem Account ist der krasse Wechsel zwischen Posts über so leichte Alltagsphänome wie Furzen, Menstruation oder Dating und schwerere Themen wie Politik, Selbstwert oder unsere Zerrissenheit zwischen Social-Media-Illusion und Real Life.

Achterbahnfahrt zwischen Leichtigkeit und Tiefsinn

So kann auf einen "Zuhause ist, wo du keinen BH trägst"-Post (SO WAHR!!!) ein Comic über Selbsthass und Perfektionismus folgen, woraufhin wir in eine bildliche Religionskritik hineinstolpern. Und wir fahren beim Scrollen durch ihren Account Gefühlsachterbahn von einem "Ha ha ha, genau" über ein "hmm, genaaaauuu" zu einem "Ach du scheiße, genau!". Am Ende aber steigen wir bei einem "Wow!" mit jeder Menge Inspiration und Gedanken wieder aus – und sehen die echte Welt vielleicht für ein paar Sekunden mit anderen Augen als vorher.



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Vom Furzen über den Kampf um Anerkennung bis zum drohenden Atomkrieg – für die indische Künstlerin Kaviya ist kein Thema Tabu. Mit ihren Insta-Comics regt sie zum Schmunzeln und Nachdenken an.

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