Repeal: Stylischer Aufschrei für das Recht auf Abtreibung

Clean und simpel: REPEAL. Ein weißer Schriftzug auf einem schwarzen Sweatshirt. Menschen, die diesen Pulli tragen, geht es einzig und allein um eine Message: Irische Frauen müssen endlich im eigenen Land abtreiben dürfen.

 Die Republik Irland ist das einzige Land Europas, in dem eine Frau nicht legal einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen darf.

Seit 1983 ist im Achten Zusatz der irischen Verfassung das Recht des ungeborenen Kindes dem Recht der Frau gleichgestellt. Ergo: Die Schwangere muss das Kind auf jeden Fall austragen.

Der einzige Ausweg: Abtreiben im Ausland

Es spielt keine Rolle, ob eine Frau vergewaltigt wurde. Ob sie in einer schwierigen Lebenssituation steckt. Ob sie krank ist. Ob das ungeborene Kind krank ist. Ob sie ihre eigenen Gründe hat, das Kind nicht zur Welt bringen zu wollen.

Eine Ausnahme wird nur dann gemacht, wenn die Austragung des Kindes zum Tod der Mutter führen würde.

Schon zahlreiche Frauen haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dagegen geklagt – ohne Erfolg. Auch die Vereinten Nationen mahnen das katholisch geprägte Land regelmäßig, die Verfassung in diesem Punkt liberaler zu gestalten - doch es passiert so gut wie nichts.

Wenn irische Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen möchten, müssen sie dafür ins Ausland reisen.


Repeal: Für die Stimme der Frau

Die Repeal-Bewegung setzt sich dafür ein, dass Frauen in Irland genau wie in den anderen europäischen Staaten selbst über ihren Körper bestimmen dürfen. Die Forderung der Bewegung: Repeal the Eigth Amendment – Hebt den Achten Verfassungszusatz auf!

Mit ihren Repeal-Sweatshirts wollte Anna Cosgrave das Thema sichtbar machen und auf die Straße bringen. Die Gründerin des Repeal-Projects habe insbesondere während ihres Soziologie-Studiums in Trinity die Bedeutung des 8. Verfassungszusatzes erkannt, wie sie dem College Tribune sagte.

Seit Anna ihr Projekt 2016 gestartet hat, sammelt sie auf ihrem Instagram-Account Bilder von Unterstützern ihres Projekts und der Repeal-Bewegung. Viele teilen in ihren Posts eigene Geschichten und ihre Beweggründe, gegen den Verfassungszusatz zu protestieren.

So schreibt zum Beispiel Zaniab Adeysanya zu ihrem Post:

"Wenn es mein Körper ist, warum ist es nicht meine Entscheidung? Ich trage Hijab. Das ist MEINE WAHL, und niemand kann mir sagen, dass meine Wahl richtig oder falsch ist. Ich bin FÜR die WAHL, denn ich habe eine Wahl."

 

 

 

 


 

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