Sorry, Barbara! Facebook entschuldigt sich bei Streetart-Künstlerin nach zweifelhafter Zensur

Streetart-Künstlerin Barbara ist eine Botschafterin von Toleranz und Gleichberechtigung, und doch hat Facebook ihre Posts gelöscht. Hinterher kam zwar eine Entschuldigung, aber ein ungutes Gefühl bleibt trotzdem.  

Fast jeder kennt sie – die Streetart-Künstlerin Barbara. Selbst wer sie nicht kennt, hat bestimmt schon das ein oder andere ihrer Kunstwerke gesehen und sich gedacht "WOOOW, toller Spruch!" oder "Hach, so wahr!" oder auch "Hahahaha!".

Barbara ist jene Streetart-Künstlerin, die meist politische Botschaften in weißen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund an Straßenschildern, Mauern, Wänden, Pfeilern und sonstigen Landschaftselementen unserer menschlichen Welt hinterlässt.

Klingelt nichts? Bitteschön:



So, jetzt wissen alle Bescheid.

Anti-Barbara-Kampagne bei Facebook und Instagram

Am Wochenende wurden einige der Posts unserer Lieblingsbotschafterin von Toleranz, Humor, Respekt und (Selbst-)Liebe sowohl von Facebook als auch von Instagram gelöscht. Futschikato. Unter den Kunstwerken, die im Verdacht standen, gegen die Regeln eines friedlichen und anständigen Social-Media-Miteinanders zu verstoßen, sind zum Beispiel diese hier:



Barbara, die sich selbst das Motto "Hass ist krass. Liebe ist krasser." auf die Fahne geschrieben hat, reagierte mit einem Facebook-Post, in dem sie unter anderem schrieb:

"Über das Löschen von Beiträgen entscheiden irgendwelche Angestellte von privaten Firmen im Auftrag von Facebook und , die im Schnellverfahren entscheiden und nicht einmal irgendwelche Gründe für das Löschen nennen. Ich sehe die Freiheit im Internet dadurch mehr als nur bedroht, sie wird aus meiner Sicht dadurch ruiniert. [...]

Ich habe ständig versucht dem Hass im Internet mit meinen Botschaften etwas entgegenzusetzen, habe dafür super viel positives Feedback bekommen, nicht zuletzt sogar den Grimme online Award. Dass ich jetzt von den Plattformen Facebook und Instagram dafür abgestraft werde, fühlt sich schrecklich und unwürdig an. Ich liebe die Freiheit und kann auf Dauer nur dort agieren, wo ich sie leben kann."

Hi Leute, ich bin wieder zurück im Netz, die kleine Auszeit hat gut getan. Leider gibt es ein Aber: In den letzten...

Posted by Barbara. on Sonntag, 14. Januar 2018


Mittlerweile hat sich Facebook entschuldigt. Gegenüber "Spiegel Online" sagte eine Sprecherin: „Die Beiträge wurden versehentlich entfernt und sind mittlerweile wieder auf Facebook und Instagram verfügbar, wir stehen mit Barbara in Kontakt und haben uns persönlich für den Fehler entschuldigt.“ 

Trotz Entschuldigung: Ein ungutes Gefühl bleibt ...

Auch wenn die Sache für Barbara gut ausgegangen ist, hinterlässt die Angelegenheit einen faden Nachgeschmack. Die Erfahrung, dass Facebook und Instagram positive, lustige und zum friedlichen Denken anregende Posts löscht, haben wir jetzt nun einmal gemacht, und WIR können diese Erfahrung NICHT so einfach aus unserem Gedächtnis löschen.

Zudem drängt sich nun die Frage auf, was sonst noch alles so zensiert wird, ohne dass wir es mitbekommen - weil diejenigen, die es gepostet haben, eben (noch) nicht so bekannt sind wie Barbara. Wenn nämlich Leute, die der Welt etwas Wichtiges zu sagen haben, zensiert werden und sich frustriert zurückziehen, geht dadurch ein beträchtlicher Teil des Potentials und des Werts von Social Media verloren.

 

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    Aufreger: Facebook löscht Posts von bekannter Streetart-Künstlerin

    Streetart-Künstlerin Barbara ist eine Botschafterin von Toleranz und Gleichberechtigung, und doch hat Facebook ihre Posts gelöscht. Hinterher kam zwar eine Entschuldigung, aber ein ungutes Gefühl bleibt trotzdem.  

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