"Als Feministin in Hollywood": 'Big Bang'-Star löst Shitstorm aus

Schauspielerin Mayim Bialik auf einer Podiumsdiskussion.

In der Serie "The Big Bang Theory" spielt sie eine hochintelligente Neurobiologin – und im echten Leben mangelt es Mayim Bialik offenbar nicht an Selbstbewusstsein. Für Aussagen zum Thema sexuelle Belästigung hagelte es jetzt allerdings Kritik.

Auslöser der Debatte ist der aktuelle Skandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein. Der 65-Jährige steht im Verdacht, jahrzehntelang seine Machtposition ausgenutzt zu haben, um aufstrebende junge Schauspielerinnen und Models sexuell zu belästigen. Vor diesem Hintergrund schrieb Mayim Bialik ein Essay für die New York Times – eigentlich mit dem Ziel, Einblicke in die Hollywood-Glitzer-Welt und dem dort für Frauen herrschenden Druck zu geben.

Industrie macht Frauen zu Objekten

"Wie es ist, eine Feministin in Harvey Weinsteins Welt zu sein" lautet der Titel des sehr persönlichen Artikels. Darin erzählt Mayim, wie sie als Kinderstar ins Showgeschäft geriet. Als Hauptdarstellerin der Serie "Blossom" wurde die US-Amerikanerin im Alter von elf Jahren berühmt. Den Standards der Branche habe sie sich jedoch nie beugen wollen, erzählt sie. "Mir war schon immer unwohl dabei, in einer Industrie zu arbeiten, die Frauen zu Objekten macht und davon profitiert."

Denn schnell habe sie die Erfahrung gemacht: Frauen, die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, erhielten eher Rollen "von den mächtigen Männern, die diese Entscheidungen trafen". Als Teenager habe sie deshalb über eine Nasen-Op nachgedacht, ebenso wie über eine Brustvergrößerung. "Ich habe mich ständig wie ein Troll gefühlt." 

"Es hat sein Gutes, keine perfekte 10 zu sein"

Mit 19 Jahren traf sie schließlich eine Entscheidung: Mayim schrieb sich an der Uni ein, studierte Neurowissenschaften, machte ihren Doktor. Erst zwölfJahre später kehrte sie nach Hollywood zurück. Mit ihrer Rolle als skurrile Wissenschaftlerin "Amy Farrah Fowler" in "The Big Bang Theory" spielte sie sich in die Herzen der Serien-Fans.

Was einige jetzt auf die Palme brachte: Manche Leser des New York Times-Artikels verstanden Mayims Text so, als ob sie gut aussehenden Frauen eine Mitschuld daran gäbe, Opfer sexueller Belästigung zu sein. Die Schauspielerin schrieb:

Es hat auch sein Gutes, keine 'perfekte Zehn' zu sein. Als stolze Feministin mit wenig Verlangen danach, Diät zu halten, mich operieren zu lassen oder einen Personal Trainer zu engagieren, habe ich kaum persönliche Erfahrung mit Männern, die mich bitten, sie in ihren Hotelzimmern zu treffen.

Frauen, die nicht dem "unmöglichen Schönheitsideal entsprechen, hätten den "Luxus", übersehen zu werden, sagt die 41-Jährige. Und sie selbst treffe bestimmte Entscheidungen, die sie als "selbst-schützend" und "weise" bezeichnet:

Ich kleide mich züchtig. Ich verhalte mich nicht kokett gegenüber Männern.

Vielen Lesern gefiel diese Darstellung offenbar gar nicht. "Das hört sich so an wie: 'Zieh dich wie ein Penner an, dann bist du auf der sicheren Seite'", schrieb eine Nutzerin bei Twitter. Und: "Sie lässt es klingen als könnte man keine Feministin sein, wenn man sich schön macht, und als würden Frauen sich für Männer kleiden und nicht für sich selbst."

Dabei räumt die 41-Jährige in ihrem Text ein, dass "in einer perfekten Welt" Frauen in der Lage sein sollten, sich zu kleiden und zu verhalten wie sie möchten. Doch die Welt sei nunmal nicht perfekt. "Nichts – absolut nichts – entschuldigt es, wenn Männer Frauen angreifen oder missbrauchen", schreibt Mayim. "Aber wir können nicht naiv sein über die Kultur in der wir leben." Diese Kultur könne sich zwar verändern – jedoch nicht über Nacht.

Worte, die tatsächlich etwas nach Resignation klingen. Auch wenn Bialik denen, die "keine perfekte Zehn" sind, Mut machen will ("Es gibt Leute da draußen, die euch atemberaubend, unwiderstehlich und beachtenswert finden") – ihr Text hinterlässt einen faden Beigeschmack.

kia

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    In der Serie "The Big Bang Theory" spielt sie eine hochintelligente Neurobiologin – und im echten Leben mangelt es Mayim Bialik offenbar nicht an Selbstbewusstsein. Für Aussagen zum Thema sexuelle Belästigung hagelte es jetzt allerdings Kritik.

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