"Als Kind war ich geplagt von Ängsten!"

Mit ihrem neuesten Kinofilm "Tigermilch" hat Ute Wieland eindeutig gezeigt: Diese Frau kennt sich mit dem Leben aus! Im Interview erzählt sie, wofür sie ihre Heldinnen bewundert und was sie gerne mit ihrer besten Freundin trinkt.

Welche Musik drehen Sie manchmal lauter, damit Sie ihr Leben nicht mehr hören?

Das ist ganz unterschiedlich! Das kann mal klassische Musik sein oder Chefboss und die Kicker Dibs, die in meinem Film „TIGERMILCH“ vorkommen.

Oft höre ich auch afrikanische Musik. Eine Sängerin heißt Fatou, Fatoumata Diawara – sie macht großartige Musik! Sie kommt aus Mali. Es gibt einen sehr guten Film darüber "Mali Blues".

Was ist das, was Sie im Leben manchmal nicht mehr hören möchten?

Was man alles nicht machen kann, was angeblich alles nicht geht. Erwachsene kommen so oft mit einem „ja aber.“ Und „was könnten die Anderen denken“. Da kann man von Nini und Jameelah, meinen Hauptfiguren, lernen. Sie lassen ihr Herz sprechen, sie haben Ideale.

Sich davon unabhängig zu machen, was Andere über uns denken – das ist eine der großen Aufgaben im Leben. Es erfordert viel Übung, sich an die konstruktive Kritik zu halten, die uns weiterbringt, und dabei bei sich zu bleiben und den Wunsch, jedem zu gefallen, auszublenden.

Was war Ihnen bei diesem Film besonders wichtig?

Die beiden 14-jährigen Freundinnen sind Randfiguren in unserer Gesellschaft. Ich wollte nicht, dass man als Zuschauer auf sie herabsieht und das Gefühl hat "Oh Gott, die Armen!". Ich habe sie ins Zentrum gestellt und die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt - um sie emotional nahezubringen.

Für mich sind diese Mädchen Heldinnen! Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen – aber sie empfinden das nicht so. Sie jammern nicht.

Jeder von uns ist irgendwann in schwierigen Situationen, und für mich sind diese Mädchen beispielhaft dafür, wie man sich dem Leben stellen kann. Sie werden verletzt und leiden, aber sie rappeln sich wieder auf und gehen weiter mit positiver Energie.

Woran merken Sie, dass Sie kein Kind mehr sind?

Als Kind war ich geplagt von Ängsten. Die bin ich mit dem Älterwerden immer mehr losgeworden. Heute bin ich zwar vorsichtiger, aber viel weniger ängstlich. Das ist eine positive und wunderbare Erfahrung, die ich mit dem "Erwachsensein" verbinde.

Als Erwachsener verliert man unter Umständen diese unbändige Energie und Neugier, die man in der Pubertät spürt. Das ist etwas, wo Jugendliche unsere Lehrer sein können:

Öfter mal aus den eingefahrenen, bequemen Bahnen ausbrechen und etwas Neues wagen - so wie die Mädchen im Film – das tut auch Erwachsenen gut.

Was würden Sie einem Mädchen raten, das gerade seine Entjungferung plant?

Ich würde sagen: Höre auf dein Gefühl! Lass dich nicht unter Druck setzen! Mach es nicht, nur damit du mitreden kannst oder weil alle um dich herum meinen, es sei Zeit! Hör auf dich selbst! Dein eigener Körper, deine eigene Seele, du allein weißt am besten, wann es Zeit ist.

Letzte Frage: Was trinken Sie am liebsten mit Ihrer besten Freundin?

Gerne Weißwein, zum Beispiel einen Grünen Veltiner.