Ria Schröder (FDP): "Ich finde, dass alles so langsam geht in der Politik"

Habt ihr auch keinen Bock auf die immer gleichen Gesichter und Diskussionen im Wahlkampf? Gut! Wir haben fünf spannende Frauen aus den großen Parteien getroffen: Was motiviert sie? Warum machen sie Politik? Was verbindet sie mit ihrer Partei? Wir starten mit Ria Schröder von der FDP. 

6 Fragen an Ria Schröder
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Ria ist 25, Juristin, Direktkandidatin in Hamburg-Eimsbüttel, Listenplatz 4 der FDP-Landesliste, Mitglied im Landesvorstand der FDP und Stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen.

F Mag: Ria, wieso bist du ausgerechnet in der FDP?

Ich mag das Menschenbild der FDP. Ich glaube, dass jeder Mensch etwas aus seinem Leben machen kann und nur Hilfe braucht, seine Talente zu entfalten. Ich teile diesen Optimismus und den Glauben an den Menschen, für den die FDP steht.

Heißt das, dass wir keine Sozialleistungen mehr brauchen, wenn alle doch selbst ihre Talente entfalten können?

Nein. Erstens können die Menschen das in der Realität nicht, zweitens impliziert so ein Menschenbild diesen Schluss ja nicht. Ein Vorteil von einer funktionierenden Wirtschaft mit einer starken Start-up-Szene ist ja, dass wir uns Sozialleistungen leisten können!

Menschen kommen in Situationen, in denen sie Hilfe brauchen. Aber sie einfach mit Geld abzuspeisen, etwa durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, finde ich nicht richtig. Man muss ihnen auf die Beine helfen, damit sie wieder selbst zurechtkommen.

Welches Thema ist dir so wichtig, dass du dafür in der FDP bist?

Bildung! Ich denke, dass wir bestimmt 90 Prozent aller Probleme loswären, wenn jedes Kind die beste Bildung bekäme.

Hältst du unser Bildungssystem wirklich für so schlecht?

Es ist auf jeden Fall ungerecht. Es trägt dazu bei, dass reiche Menschen immer reicher und arme immer ärmer werden. Es kann doch nicht sein, dass Kinder die schlechten Noten von ihren Eltern erben.

Schule muss aufs Leben vorbereiten, und das tut sie im Moment nicht. Wer nach der Schule seine Eltern nicht um Rat bitten kann, ist bei ganz vielen Fragen aufgeschmissen.

Was muss sich in der Bildung ändern?

Wir müssten zuerst das Kooperationsverbot aufheben und Schritt für Schritt den Föderalismus im Bildungswesen abbauen. Auf der anderen Seite brauchen die einzelnen Schulen mehr Autonomie.

Ich könnte mir zum Beispiel ein Modell vorstellen, in dem eine Schule neben dem Rektor, der vorwiegend die didaktischen und fachlichen Kompetenzen mitbringt, einen Geschäftsführer hat, der dafür zuständig ist, dass die technologische Ausstattung auf dem neuesten Stand ist.
Außerdem müssen wir so umrüsten, dass wir Menschen das lebenslange Lernen ermöglichen. Die Zeiten, in denen man mit 16 seinen Abschluss gemacht hat und dann nie wieder eine Schule von innen sieht, sind einfach vorbei.

Ich habe das Gefühl, dass alles so langsam geht in der Politik.

Welche drei Dinge würdest du gerne ändern?

Cannabis legalisieren, Rundfunkgebühr abschaffen, Ladenöffnungszeiten für Sonntage freigeben.

Was wäre dein Traumjob in der Politik?

Bundeskanzlerin! Nein, das war Spaß. Es ist nur so: Ich würde wirklich gerne etwas verändern! Und ich hab das Gefühl, dass alles so langsam geht in der Politik. Ich möchte nicht mein Leben lang Politik machen. Ich will nur, dass jede öffentliche Schule so gut ist, wie man sich eine teure Privatschule vorstellt, und dann gehe ich wieder zurück in meinen Job.

Wünschst du dir für die FDP in den nächsten vier Jahren einen Platz in der Regierung oder in der Opposition?

Für die FDP wäre Opposition wahrscheinlich besser. Wenn wir als die kleinere Partei in eine Regierungskoalition eintreten, habe ich die Sorge, dass von unserem Programm nicht genug umgesetzt wird. Genau das hat uns ja bei der letzten Wahl und nach unserer letzten Regierungsbeteiligung das Genick gebrochen. Also würde ich sagen: Regierung bitte nur, wenn auch viel von dem umgesetzt wird, was wir wollen.

Andererseits kann ich mir eine Große Koalition und eine Verlängerung des Stillstandes auch nicht ernsthaft wünschen. Ich finde diese Frage sehr schwierig.

Liebe Ria, vielen Dank für das Gespräch!

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