Jusos wollen mit unseren Steuern Pornos fördern - aber nur feministische

Geht es nach den Jusos, soll ein Teil unserer Steuern künftig in die Förderung von Pornos fließen – aber nur, wenn sie feministisch sind.

Dass Frauen in Mainstream-Pornos überwiegend wie Sex-Toys behandelt werden und nicht wie gleichberechtigte Player, wird komischerweise wenig diskutiert – als wäre es überhaupt kein Problem, dass die Porno-Branche mit ihren Produkten eine Rollenverteilung proklamiert, in der Frauen nur dafür da sind, Männer zu befriedigen.🤔

Jusos wollen Mainstream-Porno mit Feminismus begegnen

Den Jusos, der Jugendorganisation der SPD, scheint aber nicht entgangen zu sein, dass der Mainstream-Porno eher nicht geeignet ist, um in unserer Gesellschaft einen positiven Umgang mit Sex und Sexualität zu fördern. Jedenfalls haben die jungen Sozialdemokraten jetzt eine Forderung an ihre Elternpartei gegeben, die es in sich hat: Eine staatliche Förderung feministischer Pornos.

In dem entsprechenden Antrag heißt es:

Mainstream-Pornos zeigen in der Regel sexistische und rassistische Stereotype, in denen Konsens kein Thema ist und die bestimmten, „optimalen“ Körpertyp zum Standard erheben. In diesen Filmen wirkt Sex eher wie eine Performance oder Leistungssport: Alles funktioniert scheinbar auf Anhieb, es gibt keine Kommunikation zwischen den Darsteller*innen, kein Ausprobieren, Scheitern und Neu-Ausprobieren. Diese Darstellungsformen in Mainstream-Pornos können Konsument*innen in ihrer Sexualität und im Menschenbild nachhaltig beeinflussen. (...) Da vor allem im Internet kostenlose Pornographie konsumiert wird, muss auch feministischer Porno gebührenfrei, dauerhaft und niedrigschwellig verfügbar sein.

Förderung nach schwedischem Vorbild

Als Vorbild für ihre Forderung führen die jungen Sozialdemokraten Schweden an. 2009 hat dort die Regierung 50.000 Euro Steuergelder in eine frei verfügbare feministische Pornosammlung investiert, die sogenannten "Dirty Diaries". Genauso wollen die Jusos auch bei uns feministische Pornos subventionieren – zur Bildung und Aufklärung, also als Ergänzung zum Sexualkundeunterricht, wie sie in ihrem Antrag schreiben.

Verfügbar über Mediatheken von ARD und ZDF

Anschauen könnten wir die Bildungsfilme nach Vorstellungen der Jusos dann in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Altersbeschränkung für Pornos müsste im Zuge der Reform ebenfalls noch einmal geprüft und möglicherweise angepasst werden.

Folgende Kriterien muss ein Porno laut Jusos mindestens erfüllen, um den Ansprüchen für die von ihnen gewünschte staatliche Förderung zu genügen:

  • Regisseur*innen und Produzent*innen, die die Vielfalt der Gesellschaft abbilden
  • Gute und gerechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung
  • Die Darstellung von Vielfalt an Körperformen, Geschlechtern, ethnischer Herkunft, Sexualität und Sexualpraktiken
  • Die realistische Darstellung von Lust aller Beteiligter
  • Verhütung (wenn nicht, dann nur im (dokumentierten) Konsens)
  • Die explizite Darstellung von Konsens und Kommunikation

Was ist von diesem Reformvorschlag zu halten?

Solange Mainstream-Pornos in unserer Gesellschaft nicht als Problem empfunden werden, würde wohl kaum ein Steuerzahler einsehen, warum man für feministische Pornos zahlen sollte. Angesichts der Tabuisierung von Sex würde die Mehrheit der Steuerzahler wahrscheinlich sogar gegen so eine Reform auf die Barrikaden gehen.

Aber die Jusos haben sich mit ihrer Forderung immerhin klar positioniert - und zwar ziemlich weit weg von der Jungen Union. Denn während die Jusos am liebsten feministische Pornos fördern wollen, wünscht sich die Junge Union vor allem, dass die Gendersprache abgeschafft wird (zum Artikel).

Von mangelnder Unterscheidbarkeit, die unseren beiden großen Volksparteien vorgeworfen wird, kann also in den Jugendorganisationen von CDU und SPD offenbar keine Rede sein. Wäre ja schön, wenn das so bleibt. Die Wahlentscheidung würde das dann künftig jedenfalls leichter machen. 


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