Heul nicht, sag doch was!

Ja, es gibt Probleme in der Welt, gegen die wir nichts tun können. Aber was nützt es, nur zu jammern? Lasst uns akzeptieren, was wir nicht ändern können - aber unbedingt auch ändern, was wir nicht akzeptieren können!

Manchmal ist die Welt frustrierend. Die USA werden von einem Sexisten regiert. Tausende friedliche Demonstranten bleiben unbeachtet, weil einige Vermummte randalieren. Tote Tiere werden um die halbe Welt geflogen, damit "der Westen" jeden Tag Billigfleisch auf den Grill legen kann. Terroristen bringen willkürlich Menschen um.

Über die meisten Zusammenhänge in unserer Welt, weiß ich vor allem eines: Dass ICH sie den Aliens auf keinen Fall erklären kann.

Das Schlimmste ist, dass so viel Unsinn passiert und wir nichts dagegen tun können. Wir arbeiten, kümmern uns um Freunde und Familie, kämpfen mitunter mit uns selbst. In der Regel bleibt keine Zeit und Energie, um nebenbei die Welt zu retten.

Was KÖNNEN wir tun?

Aber das heißt nicht, dass wir ohnmächtig sind und überhaupt nichts tun können! Es gibt so viele Möglichkeiten, im eigenen Alltag im kleinen Rahmen positiv auf die Welt einzuwirken: Regionale Produkte kaufen, das Obst ohne Plastiktüte nach Hause bringen, dem alten Herrn in der Bahn den Sitzplatz überlassen und den Kassierer im Supermarkt freundlich anlächeln.

Löst die Probleme der Welt nicht? Nein! Aber wenn ALLE oder zumindest sehr VIELE mitziehen, macht es die Welt trotzdem besser: Lasst uns akzeptieren, was wir nicht ändern können, aber auch ändern, was wir nicht akzeptieren können!

Wo fangen wir an?

In unserem Bekanntenkreis, unserer Filterbubble, können wir etwas bewegen! Wenn der Onkel etwas sagt, das uns Sorgen macht - zum Beispiel eine homophobe Bemerkung, einen chauvinistischen Spruch, eine fremdenfeindliche Äußerung - ist DAS unsere Chance, etwas zu tun! DAS ist der Moment, in dem wir unsere Sorgen ansprechen und unseren Onkel zum Nachdenken anregen können!

Doch selbst das ist leichter gesagt als getan. Denn wer will schon Streit und Diskussionen auf der Familienfeier?

Wer kann uns helfen?

Die Initiative "Kleiner Fünf" zum Beispiel will uns dabei unterstützen, in unserer Filterbubble Dinge anzusprechen, die wir nicht hinnehmen möchten. Auf ihrer Website stellt sie unter anderem Leitfäden zur Verfügung, wie wir – radikal höflich! – mit Menschen umgehen, bei denen wir bedenkliche Ansichten feststellen.

In ihrem "Spiel der radikalen Höflichkeit" können wir selbst testen, wie wir überhaupt reagieren, wenn unsere Kollegin über Flüchtlinge schimpft oder Ähnliches.

Die Initiative konzentriert sich zwar weitgehend auf das Thema Rechtspopulismus – aber ihre Ideen, Anregungen und Angebote sind auch auf andere Gebiete zu übertragen.

Klar: Die großen Probleme unserer Welt sind vielschichtig und nicht innerhalb unserer Filterbubbles zu lösen. Aber irgendwo müssen wir ja anfangen!

 

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Heul nicht, sag doch was!

Ja, es gibt Probleme in der Welt, gegen die wir nichts tun können. Aber was nützt es, nur zu jammern? Lasst uns akzeptieren, was wir nicht ändern können - aber unbedingt auch ändern, was wir nicht akzeptieren können!

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