Der neue Bundestag: So wenig Frauen gab's zuletzt vor über 20 Jahren!

Repräsentativ geht anders: Der Frauenanteil im frisch gewählten Parlament sinkt von 36,5 auf 30,7 Prozent. Dafür gibt es genau drei Gründe: AfD, FDP und CDU/CSU.

Ein kleiner Schritt für die Kanzlerin, aber ein großer Rückschritt für Deutschlands Frauen! Nur 218 weibliche Abgeordnete ziehen ein in das neue Parlament – zusammen mit 491 männlichen Volksvertretern.

Damit beläuft sich der Frauenanteil in dem 709-köpfigen Bundestag auf gerade einmal 30,7 Prozent – knapp 6 Prozentpunkte weniger als während der vergangenen Legislaturperiode.

3 Gründe für den miesen Schnitt: AfD, CDU, FDP

Ein Grund dafür sind die guten Ergebnisse der AfD. Die bringt nämlich auf ihren 94 Sitzen gerade einmal zehn Frauen unter (Wer gerade keinen Bock hat zu rechnen: nicht einmal 11 Prozent).

Aber auch die Unionsfraktion hat sich anscheinend gedacht, die Kanzlerin zählt mehrfach, und zieht mit nur 20 Prozent Frauen ins Parlament ein. Dagegen kann sich die FDP mit ihren rund 23 Prozent fast schon auf die Schulter klopfen ...

Im neuen Bundestag werden wieder deutlich mehr Männer die Interessen der Bevölkerung vertreten als bisher.


Herber Rückschlag für Frauen - trotz Bemühungen von SPD, Linke und Grünen

Wenn drei der vier stärksten Fraktionen so vorlegen, können natürlich weder die abgestraften Sozialdemokraten noch die Grünen oder die Linke den Schnitt großartig verbessern, obwohl es bei allen dank entsprechender Parteiregelungen deutlich besser aussieht: Die SPD-Fraktion besteht zu über 40 Prozent aus Frauen, bei den Grünen und der Linken machen Frauen mehr als die Hälfte der Abgeordneten aus.

Klar, vergleicht man den Bundestag von heute mit unserem allerersten Parlament von 1949, wo der Frauenanteil bei nur 6,8 Prozent lag, sind wir jetzt natürlich immer noch viel fortschrittlicher.

Aber ein Verlust von 6 Prozentpunkten mit nur einer Wahl ist schon ein herber Rückschlag auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung. So unterrepräsentiert waren Frauen zuletzt nach der Wahl 1994, als Helmut Kohl seine vierte Amtszeit antrat.

Statistik: Sitzverteilung im Deutschen Bundestag nach der Bundestagswahl am 24. September 2017* (mit Überhang- und Ausgleichsmandaten) | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

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